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07.12.2018, 14:19 Uhr KOLUMNE

Werder-Kolumne: Ein Heimsieg muss her

Von Tino Polster


Will mit dem SV Werder an diesem Freitag gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen: Torwart Jiri Pavlenka. Auch dk-Kolumnist Tino Polster hofft, dass die Bremer nach fünf Spielen ohne Sieg wieder einen „Dreier“ einfahren. Foto: dpa/Carmen JaspersenWill mit dem SV Werder an diesem Freitag gegen Fortuna Düsseldorf gewinnen: Torwart Jiri Pavlenka. Auch dk-Kolumnist Tino Polster hofft, dass die Bremer nach fünf Spielen ohne Sieg wieder einen „Dreier“ einfahren. Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Der Sportjournalist und gebürtige Delmenhorster Tino Polster analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Bundesliga und die Spiele des SV Werder. Der langjährige Medienchef des Bremer Fußball-Bundesligisten arbeitet u. a. für das Sportportal DAZN sowie die TV-Sender sportdigital und SPORT1 sowie die DFL.

Liebe Leser,

willst Du Werder oben sehen, musst du die Tabelle drehen. Da sind wir noch längst nicht angekommen, aber mittlerweile werden schon wieder ehemalige Trainer aus längst überwunden geglaubten Zeiten bemüht. Drei Heimniederlagen in Folge – wie gerade aktuell – gab es zuletzt unter Alex Nouri. Kommt eine vierte an diesem Freitagabend hinzu, müsste Viktor Skripnik herhalten – Herbst 2015. Werder auf Rang neun: Oberflächlich betrachtet, würde man keine Krise attestieren. Weiß man allerdings, dass die Bremer mit nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen am schlechtesten von allen Bundesligisten abgeschnitten haben, muss man sich arg Sorgen machen. Dem Spielplaner sei Dank, kommt jetzt der Aufsteiger aus Düsseldorf. Von nun an geht’s bergauf? Spieler, Trainer, Aufsichtsrat, alle fordern einen Sieg.

Viele kleine Baustellen

Und Friedhelm Funkel? Denkt an München. Was wir da geschafft haben, warum nicht auch in Bremen? Erinnert sich noch jemand? 3:3 – vor 14 Tagen hatte Bayern noch die Krise. Man sieht, es kann schnell wieder besser werden. Allerdings sind die Vorzeichen bei den Grün-Weißen ganz andere als beim Meister. Der FCB bekam Spieler zurück, bei Werder fallen sie aus. Erwartungsgemäß könnte man sagen – zumindest im Fall Philipp Bargfrede. Unersetzlich, keine Alternative im Kader! Nouri Sahin? Kann genau das nicht: Zweikämpfe suchen, sich reinbeißen, unangenehm sein. Bargfrede ist unglaublich wichtig und leider, leider unglaublich verletzungsanfällig. Die Verantwortlichen besetzten einzelne Offensivpositionen zum Teil dreifach, einen zweiten Türsteher, der die Besucher schon vor der Abwehrkette abwimmelt, sucht man vergebens. Dazu fehlen beide Innenverteidiger und den Stürmern die Form. Also darf Milot Rashica mal die Tribüne verlassen und Florian Kainz auf einen Startelfplatz hoffen. Zwei Spieler, an deren Durchbruch ich nicht glauben mag. Das vertrackte für Florian Kohfeldt: Es gibt nicht eine große, sondern viele kleine Baustellen. Eine ist das Selbstverständnis: Wir gehören diesmal nach oben! Mühsam eingetrichtert, anfangs über viele gewonnene Punkte gestärkt, durch das 2:6 gegen Leverkusen geradezu pulverisiert. Nun Fortuna, Bremen verlor keines der letzten 15 Heimspiele gegen die Rheinländer. Wäre echt übel, wenn die Serie reißt.


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