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29.09.2018, 13:31 Uhr KOLUMNE

Werder-Kolumne: Die Rückkehr des schönen Spiels

Von Tino Polster

Der SV Werder spielt unter Trainer Florian Kohfeldt wieder schönen Fußball, lobt dk-Kolumnist Tino Polster. An diesem Samstag tritt der Bremer Fußball-Bundesligist beim VfB Stuttgart an. Foto: dpa/Carmen JaspersenDer SV Werder spielt unter Trainer Florian Kohfeldt wieder schönen Fußball, lobt dk-Kolumnist Tino Polster. An diesem Samstag tritt der Bremer Fußball-Bundesligist beim VfB Stuttgart an. Foto: dpa/Carmen Jaspersen

Delmenhorst. Der Sportjournalist und gebürtige Delmenhorster Tino Polster analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Bundesliga und die Spiele des SV Werder. Der langjährige Medienchef des Bremer Fußball-Bundesligisten arbeitet u. a. für das Sportportal DAZN sowie die TV-Sender sportdigital und SPORT1 sowie die DFL.

Liebe Leser,

keine Mannschaft ließ an den ersten fünf Bundesliga-Spieltagen so viele gegnerische Schüsse zu. Selbst schafften sie in fünf von sechs Pflichtspielen nicht mal ein Tor und sind als eines von drei Teams noch sieglos. Werte, die in den vergangenen Jahren auf Werder gepasst hätten.

In dieser Saison gehören sie zum nächsten Gegner, dem VfB Stuttgart. Bremen und umzu dagegen feiert die Rückkehr des schönen Spiels. Fußball komplett gegen Hertha. Zweikämpfe suchen, gewinnen, den Ball, wann immer es geht, vertikal spielen und nach der Führung auf das 2:0 gehen.

Und das, obwohl Werder in den Begegnungen zuvor nicht wirklich zu überzeugen wusste. Aber so geht Fußball: Du spielst gut, aber verlierst. Dann spielst du schlecht und verlierst erst recht. Oder eben umgekehrt. Erstmals seit 2005 verloren die Grün-Weißen keines der fünf Startspiele. Erinnerungen an das letzte Jahrzehnt wurden wach.

Mit Nuri Sahin kam Ausstrahlung hinzu

Es stand eine Mannschaft auf dem Platz, die richtig kicken kann und endlich wieder einen Wert darstellt. Mit Nuri Sahin kam Ausstrahlung dazu und Davy Klaassen ist zwar weder Micoud noch Diego, aber um Klassen besser als viele zuvor. Zu all dem passt, dass Florian Kohfeldt sehr gerne wieder die schönste Bremer Spielgeometrie der Vergangenheit aufführen lässt – die Raute!

Das ganze Konstrukt agiert ziemlich passgenau, nur bei Dortmund und Bayern fühlt sich der Ball derzeit noch wohler. Und wenn man davon ausgehen darf, dass der Ball gern ins Tor möchte, dann bekommen die Bremer auch das ziemlich schnell hin. Sechs ihrer Treffer erzielten sie bereits in der ersten Hälfte – kein Team machte das besser – bei nur einem Gegentor.

Werder-Team kann Rekord aufstellen

Die Menschen hatten Spaß in den Backen, ein cooler Abend wie lange nicht. Aber wie sind die Tore eigentlich gefallen? Allesamt als Folge von Standardsituationen. Nach Ecke, Freistoß und vom Punkt. Sie nutzen alle Optionen, die der Fußball bietet, sind nicht auszurechnen: Acht Spieler teilen sich zehn Erfolgserlebnisse, einen Torjäger braucht die Mannschaft bisher nicht. Da allerdings setze ich ein Fragezeichen. Ob das für Größeres wirklich reicht? Nun Stuttgart. Mit einem Rekordversuch: Vier Siege in Folge bei Bundesliga-Auswärtsspielen hat Werder in 55 Jahren noch nie geschafft!


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