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04.05.2018, 20:58 Uhr KOLUMNE

Werder-Torwart Pavlenka kann so gut werden wie Cech

Von Tino Polster

Werder-Torwart Jiri Pavlenka kann so gut werden wie Petr Cech, meint dk-Kolumnist Tino Polster. Foto: imago/deFodiWerder-Torwart Jiri Pavlenka kann so gut werden wie Petr Cech, meint dk-Kolumnist Tino Polster. Foto: imago/deFodi

Der Sportjournalist und gebürtige Delmenhorster Tino Polster analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Bundesliga und die Spiele des SV Werder. Der langjährigeMedienchef des Bremer Fußball-Bundesligisten arbeitet u. a. für das Sportportal DAZN sowie die TV-Sender sportdigital und SPORT1 sowie die DFL.

Liebe dk-Leser,

Werder ist dicht! Und das darf man ruhig mal feiern. Diese Gegentorflut, all die Jahre. Hat ganz schön genervt. Und jetzt? Da reibt man sich die Augen: Nur vier Teams haben bis zum 32. Spieltag den Ball seltener aus der Kiste gefischt als die Bremer. Alexander Nouri ist zweifellos der Baumeister des Fundaments. Punkte holte er zwar kaum, aber nur 13 Gegentore in den elf Spielen unter seiner Verantwortung konnten sich sehen lassen. Mit Florian Kohfeldt änderte sich alles, nur eines blieb: Die Defensive stand weiter so stabil wie beim Vorgänger, die Gegentorquote pro Spiel blieb gleich. Das ist eine starke Leistung. Die ganz besonders mit dem Namen Pavlenka verbunden ist.

Was wollen sie mit dem? Die Frage kam zu Saisonbeginn öfter. Auch weil Felix Wiedwald gewisse Sympathien bei den Fans genoss. Wer aber genau hingeschaut hatte, konnte ahnen, was Wiedwald bei Leeds United jetzt erlebt hat. Auf die Bank gesetzt bei einem Mittelklasse-Zweitligisten, nicht fest genug, äußerst unglückliche Figur. Pavlenka dagegen kann werden wie Petr Cech. Den hatte Werder übrigens zur Jahrtausendwende ganz zu Beginn seiner Karriere im Probetraining. Es scheiterte an der Ablösesumme. Werder hat also nach Tim Wiese wieder eine überragende Nr. 1 und damit einen echten „Mehrwertspieler“. Der wahrscheinlich in einem Jahr, sollte er seine Leistungen bestätigen, zum „Dukatenesel“ wird.

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Zum letzten Mal vor eigenem Publikum spielt heute Zlatko Junuzovic. Er wird nach nur einem Jahr Amtszeit sicher nicht zum Ehrenkapitän ernannt, hat aber allen Respekt verdient. Seinen neuen Verein will er vor dem Abschied im Weserstadion partout nicht verraten. Was darauf hindeutet, dass er innerhalb Deutschlands wechselt. Eigentlich könnte er da doch ohne Probleme jeden Club nennen, es sei denn… der wird doch nicht… zu den Untoten gehen? Falls Leonardo Bittencourt vom 1. FC Köln tatsächlich kommt, besetzt er übrigens genau die Stelle auf der linken Seite, die „Junu“ zuletzt spielte und nicht mochte.

Die Fans und „Junu“ hätten ein tolles Saisonfinale gegen Leverkusen verdient. Der Verein wünscht sich das auch, muss den zwölften Platz verbessern und im Geldranking klettern. Um nächste Saison in den einstelligen Bereich vorzudringen, bedarf es dringend einiger Investitionen.