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27.04.2018, 23:17 Uhr KOLUMNE

Werder-Kolumne: Bremer müssen immer an die Grenze gehen

Von Tino Polster


Führt mit sechs Treffern die interne Werder-Torschützenliste an: Max Kruse (links, im Zweikampf mit Dennis Aogo vom VfB Stuttgart). Foto: dpaFührt mit sechs Treffern die interne Werder-Torschützenliste an: Max Kruse (links, im Zweikampf mit Dennis Aogo vom VfB Stuttgart). Foto: dpa

Der Sportjournalist und gebürtige Delmenhorster Tino Polsteranalysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Bundesliga und die Spiele des SV Werder. Der langjährige Medienchef des Bremer Fußball-Bundesligisten arbeitet u. a. für das Sportportal DAZN sowie die TV-Sender sportdigital und SPORT1 sowie die DFL.

Liebe Leser,

ich falle mal mit der Tür ins Haus! Delmenhorst, aufwachen! Hingehen zu Atlas! Was bei Werder im Kampf gegen den Abstieg seit Jahren klappt, das muss doch auch hier gelingen. Zeigt der Mannschaft, dass die Stadt diesen höherklassigen Fußball wirklich will. Im Erfolg mit dabei zu sein ist leicht. Auch wenn das Team derzeit keinen Schönheitspreis gewinnt, sie fighten um jeden einzelnen Punkt. Ich drücke dem SV Atlas jedenfalls die Daumen, damit sich Klub und Mannschaft in der nächsten Oberligasaison positiv weiterentwickeln können.

Ohne extremes Investment kein erfolgreicher Angriffsfußball

Womit wir bei den Grün-Weißen sind. Leidensdruck raus, die Power irgendwie auch. Es scheint so, als wenn es kein ausreichend motivierendes Ziel mehr gibt für Kruse & Co. Zu dünn die Leistungen auswärts in Hannover und zuletzt auch in Stuttgart. Das zeigt: Werder muss immer an die Grenze gehen, um Erfolg zu haben. Ohne extremes Investment kein attraktiver, erfolgreicher Angriffsfußball, so wie Werder auftreten möchte. Gut umgesetzt über weite Teile der Rückrunde.

Allerdings mit dem Risiko, den Ball auch häufiger mal aus dem eigenen Netz zu holen. Eine weiße Weste? Vor acht Spielen zuletzt gegen den HSV. Also, auch das wissen wir aus erfolgreichen Jahren unter Thomas Schaaf: Dann muss man vorne halt einmal mehr treffen. Womit wir bei einem grundsätzlichen Problem wären: Die Besetzung der Abteilung Abschlusshandlung. Erst mal toll, dass sich bisher 16 Spieler in die Torschützenliste eintragen konnten.

SV Werder braucht Stürmer mit Torgarantie

Nur Bayern und Dortmund können aus einem noch größeren Reservoir schöpfen. Aber wenn Max Kruse die interne Wertung mit nur sechs Treffern anführt, weiß Frank Baumann natürlich, was für die nächste Saison zu tun ist. Da wird eine gehörige Portion Glück und Kreativität vonnöten sein, um dem überteuerten Markt einen Stürmer mit Torgarantie abzuringen.

Aber auch ein Mo Salah, der die ganze Fußballwelt verzaubert, wurde einst vom FC Basel aus Ägypten geholt – geht also. Sim-Salah-Bim – wenn es der FC Bayern nicht ins Champions-League-Finale schafft, dann wenigsten mit Jürgen Klopp ein deutscher Trainer. Ich freu mich schon auf diesen Samstag, 13.30 Uhr. Zusammen mit Thomas Schaaf als Experte kommentieren wir live für DAZN die Premier-League-Partie von Kloppos Roter Bestie gegen Stoke City. Sie sind herzlich eingeladen!


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