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14.04.2018, 17:19 Uhr KOLUMNE

Niklas Moisander ist das Defensiv-Hirn bei Werder

Von Tino Polster


Niklas Moisander (rechts) ist als Defensiv-Hirn bei Werder Bremen unersetzlich, meint unser Kolumnist Tino Polster. Foto: imago/EibnerNiklas Moisander (rechts) ist als Defensiv-Hirn bei Werder Bremen unersetzlich, meint unser Kolumnist Tino Polster. Foto: imago/Eibner

Der Sportjournalist und gebürtige Delmenhorster Tino Polster analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Bundesliga und die Spiele des SV Werder. Der langjährigeMedienchef des Bremer Fußball-Bundesligisten arbeitet u. a. für das Sportportal DAZN sowie die TV-Sender sportdigital und SPORT1 sowie die DFL.

Liebe dk-Leser,

er ist so schmal, der Grat zwischen Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung. Die Niederlage in Hannover hat es mal wieder gezeigt. „Vielleicht hatten wir zu viel Selbstbewusstsein“, erklärte mir Theo Gebre Selassie nach dem Spiel und war ziemlich angefressen. Eine gute Nachricht gab es trotzdem: Neun Punkte Luft zum Relegationsplatz – ein solcher Vorsprung wurde seit Einführung der Drei-Punkte-Wertung zu einem so späten Zeitpunkt noch nie verspielt.

Wie geht die Saison aber zu Ende? Es wird spannend sein zu sehen, ob die Mannschaft sich nun zum Schaulaufen begibt oder dafür sorgt, dass sich die Kasse des Klubs durch eine bessere Platzierung weiter füllt. Wobei Profis nicht grundsätzlich dazu neigen, das Wohl des Vereins über ihres zu stellen. Insbesondere dann, wenn die Spielzeit in den letzten Zügen liegt und eigene Interessen wie ein möglicher Wechsel das Denken zunehmend bestimmen.

Ich gehe da mal positiv ran: Eine Mentalitätsfrage hatte sich zuvor unter Florian Kohfeldt nie gestellt, und die Konstellation für dieses Wochenende scheint günstig. RB Leipzig will zwar unbedingt unter die ersten vier, steht aber mit wackligen Knien in der Ecke. So viel von ihrer Wachmach-Brause können sie gar nicht trinken, dass die Schmerzen dieser Woche nicht mehr spürbar wären. Montag ein Viererpack von Leverkusen, Donnerstag fünf und das Aus in Marseille. Körperlich und mental brutal. In dem Zusammenhang muss man allerdings die Frage stellen, warum das Montagsspiel für Leipzig?

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Da wird das schwache Abschneiden der Bundesliga in der Europa League laut beklagt und dann so ein Spielplan aufgestellt. Werder muss die Situation entschlossen nutzen und kann wieder auf den Mann zurückgreifen, dessen Wert an besten sichtbar wird, wenn er fehlt. Niklas Moisander ist das Defensiv-Hirn und der erste Spielgestalter der Offensive. Seine Klasse ging dem Team in Hannover extrem ab.

Übrigens: Zwei Niederlagen in Folge gab es während des Kohfeldt-Zeitalters bisher nie, was auch für eine gute Statik in der Mannschaft spricht. Drei Heimspiele noch, mit Dortmund und Leverkusen kommen weitere Anwärter auf die Champions League. Eine tolle Gelegenheit die Fans jetzt schon heiß auf die nächste Saison zu machen und im Weser-Stadion seit November ungeschlagen zu bleiben.


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