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05.04.2018, 19:53 Uhr KOLUMNE

Kohfeldt und Baumann passen von ihrer Art gut zueinander

Von Tino Polster

Nach Lemke/Rehhagel und Allofs/Schaaf darf man bei Werder Bremen auf eine neues zukunftsfestes Duo hoffen: Baumann/Kohfeldt, glaubt unser Kolumnist Tino Poster.Nach Lemke/Rehhagel und Allofs/Schaaf darf man bei Werder Bremen auf eine neues zukunftsfestes Duo hoffen: Baumann/Kohfeldt, glaubt unser Kolumnist Tino Poster.

Der Sportjournalist und gebürtige Delmenhorster Tino Polster analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Bundesliga und die Spiele des SV Werder. Der langjährigeMedienchef des Bremer Fußball-Bundesligisten arbeitet u. a. für das Sportportal DAZN sowie die TV-Sender sportdigital und SPORT1 sowie die DFL.

Liebe dk-Leser,

was ist der Unterschied zwischen Werder Bremen und Hannover 96? Ein Tabellenplatz und vier Punkte. Aber es gibt noch einen viel größeren: Das sind die Fans. Wenn die Niedersachsen nach einer an sich sehr ordentlichen Saison jetzt noch auf den Relegationsplatz abrutschen können, dann liegt das auch am Stimmungstief in der AWD-Arena. Ultras gegen Martin Kind, Normalos gegen Ultras – aber selten alle für das Team.

Da freuen sich die Gegner. Werder kann heute Abend eigentlich gar nicht anders als siegen. Die Roten aus der Landeshauptstadt stecken tief in der Krise, fünf Niederlagen am Stück lasten wie Blei auf den Schultern. Bremen dagegen gewinnt sogar, wenn mal wie Frankfurt ein Team etwas besser ist. Und arbeitet schon an der Zukunft. Trainer festgemacht auf drei Jahre, Frank Baumann scheint sich sicher, so etwas, wie mit den beiden Vorgängern auf dem Trainerstuhl, passiert so schnell nicht wieder. Nach Lemke/Rehhagel und Allofs/Schaaf darf man auf eine neues zukunftsfestes Duo hoffen: Baumann/Kohfeldt.

Zwei, die von ihrer Art ziemlich gut zueinander passen. Zwei, die sich selbst nicht so wichtig nehmen – Idealkonstellation für den Bundesliga-Standort Bremen.

Ganz interessant: 1995, nach Otto Rehhagels Abgang zu den Bayern, folgten mit de Mos, Sidka, Dörner und Magath vier Fehlversuche in fünf Jahren, ehe Thomas Schaaf zündete. Nach Schaaf versuchten sich erst die Herren Dutt, Skripnik und Nouri, viereinhalb Jahre später ging dann der Stern von Kohfeldt am grün-weißen Himmel auf.

Seine Mannschaft sorgt derzeit ganz schön für Furore und ist punktgleich mit den Bayern – natürlich nur, wenn man den Ertrag aus den letzten acht Spielen betrachtet. Und schaut man sich nur die letzten sechs Begegnungen an, dann kommt man an Zlatko Junuzovic nicht vorbei: zwei Tore, vier Vorlagen. Ganz schön gut für einen, der keine Startelfgarantie mehr hat.

Und jetzt kommt’s: Was passierte in den zehn Partien, bei denen „Sladdi“ gar nicht auf dem Platz stand? Da blieb Werder sieglos! Wäre also eher hilfreich, wenn der Österreicher sich noch mal zu einer Unterschrift entschließen könnte. Wenn meine Hochrechnung für Hannover aufgeht, dürfte mit 39 Zählern das Kapitel „Abstieg“ auch offiziell für beendet erklärt werden. Kommt danach gegen Leipzig noch mehr, aber hallo!