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17.03.2018, 14:05 Uhr KOLUMNE

Werder-Kolumne: Grün-Weiß wird wieder respektiert

Von Tino Polster

Würden auch an diesem Samstag in Augsburg gerne gemeinsam Jubeln: Werder-Trainer Florian Kohfeldt (links)und Milot Rashica. Foto: Imago/DeFodiWürden auch an diesem Samstag in Augsburg gerne gemeinsam Jubeln: Werder-Trainer Florian Kohfeldt (links)und Milot Rashica. Foto: Imago/DeFodi

Der Sportjournalist und gebürtige Delmenhorster Tino Polster analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Bundesliga und die Spiele des SV Werder. Der langjährigeMedienchef des Bremer Fußball-Bundesligisten arbeitet u. a. für das Sportportal DAZN sowie die TV-Sender sportdigital und SPORT1 sowie die DFL.

Liebe Leser,

Max Kruse trifft nicht mehr. Und das ist gar nicht schlecht. Denn Werder gewinnt trotzdem. Diese Abhängigkeit von einem einzigen „Unterschiedsspieler“ gehört hoffentlich für länger der Vergangenheit an. Werders Spiel hat endlich wieder Flügel, und egal wie sie heißen – Bartels, Johannsen, Kainz oder Rashica – sie sind keine Schnepfen, sondern stürzen los wie Falken: Was für ein Kontertor, dieses 2:1 gegen Köln durch Milot Rashica.

Das ergibt übrigens eine höchst interessante Konstellation für diesen Nachmittag: Augsburg ist fast so erfolgreich wie Werder im schnellen Umkehrspiel, einzig Leverkusen hat noch ein Kontertor mehr erzielt als die beiden Kontrahenten. Augsburg hieß übrigens das Schicksal für Vorgänger Alex Nouri. Nach der 0:3-Niederlage in der Hinrunde war Schluss für ihn. Und so geht Florian Kohfeldt heute in das 17. Bundesligaspiel als Cheftrainer.

Florian Kohfeldt hält Spannung hoch

Seine Bilanz ist überragend. In der Kohfeldt-Tabelle seit dem 11. Spieltag steht Werder auf Platz 5. Für meine nicht ganz ernst gemeinten Glückwünsche zum vorzeitigen Klassenerhalt hat sich der Trainer am Montagabend amüsiert bedankt, annehmen wollte er sie natürlich nicht. Er macht das super – mahnt, hält die Spannung im Team hoch und kann sich über einen gesunden Konkurrenzkampf um die Plätze freuen. Werder spielt zu Hause mutig, steht hoch, schafft viele Anspieloptionen in und an der Box des Gegners, strahlt Dominanz aus – Trainerarbeit! Und auch wenn die Defensive gegen Köln in der zweiten Hälfte nicht immer stabil wirkte, Grün-Weiß wird wieder respektiert in Fußball-Deutschland.

Werder hat zuletzt viermal gegen den FCA verloren

Aber Vorsicht! Nach den Rheinländern trifft Werder wieder auf einen kleinen „Angstgegner“. In den letzten vier Partien gegen Bremen haben die Männer aus der Puppenkistenstadt schön an den Strippen gezogen und sie allesamt gewonnen. Für den SVW wäre es so wichtig, die „Blechbüchsenarmee“ mal in den Griff zu bekommen. Und es wäre der Beweis, dass das Team sich weiterentwickelt. In Freiburg hatte es kürzlich eine 0:1-Niederlage gesetzt, Augsburg spielt ähnlich lästig und sperrig. Es braucht Lösungen, gerne auch diese: Max Kruse, Ladehemmung nach fünf torlosen Spielen beendet. Werder ist dran: Vier Spiele hintereinander ohne Niederlage, das gab’s in dieser Saison noch nie.