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10.02.2018, 20:32 Uhr KOLUMNE

Werder-Kolumne: Die Entwicklung ist eindrucksvoll

Von Tino Polster

In guter Form: Werder-Stürmer Aron Johannsson. Foto: dpa/Federico Gambarini.In guter Form: Werder-Stürmer Aron Johannsson. Foto: dpa/Federico Gambarini.

Der Sportjournalist und gebürtige Delmenhorster Tino Polster analysiert exklusiv für das „Delmenhorster Kreisblatt“ die Bundesliga und die Spiele des SV Werder. Der langjährige Medienchef des Bremer Fußball-Bundesligisten arbeitet u. a. für das Sportportal DAZN sowie die TV-Sender sportdigital und SPORT1 sowie die DFL.

Liebe Leser,

zu früh zu gut! Nach sieben Minuten mit 2:0 vorne – puh, kann das lang werden. Es arbeitet im Kopf – wie kann man so ein Spiel nur über die Ziellinie bringen. Ende bekannt, Leverkusen weiter. Werder hat in den Auswärtspartien gegen die beiden besten deutschen Teams, Bayer und Bayern, jeweils 2:4 verloren, dafür aber jede Menge Respekt gewonnen.

Spürbarer Teamspirit

Nur: Für gute Haltungsnoten gibt’s noch keinen Preis. Umso wichtiger, dass die Männer von Florian Kohfeldt auch anders können. Glanzlos spielen und gewinnen! Sind die kostbar, die drei Punkte aus Gelsenkirchen! Erstmals in dieser Saison den Kopf aus der Schlinge gezogen und die existenzbedrohenden drei Plätze verlassen. Es war trotz etwas holprigem Spiel die Bestätigung: Wir können gewinnen, wir sind auf dem richtigen Weg! Was wir tun, es bringt Erfolg. Werders Entwicklung ist eindrucksvoll, man schaut einfach gern zu. Dazu kommt der spürbare Teamspirit.

Mannschaft hat sich Vertrauen erarbeitet

Die Folge: Auch wenn es zuletzt in Bremen nur drei Remis gab, ins Weser-Stadion kommt außer den Werder-Fans sonst niemand gern. Keine Heimniederlage bisher unter Florian Kohfeldt – für mich die Grundlage für ein erfolgreiches Saisonfinale. Diese Mannschaft hat sich frisches Vertrauen erarbeitet. Und kann sich am Sonntag an den VfL Wolfsburg ransaugen. Das Selbstverständnis, auf Jagd nach Trophäen zu gehen, ist in der VW-Stadt längst dem Wunsch nach nachhaltiger Therapie gewichen. Pokal auf Schalke, aber überhaupt kein Mumm, einen 0:1-Rückstand noch irgendwie zu drehen. Und in der Liga nur ein Sieg aus den letzten sieben Spielen – ist da jemand noch erfolgloser unterwegs als der VfL?

Auf diesen Aaron Johansson haben wir gewartet

Nur der HSV. Ja, diese Punkte wären für Werder wertvoll. Doch die Gäste sind Unentschieden-Spezialisten. Das ist ihr Problem, wird aber Sonntag auch Werders sein. Den Wölfen knurrt der Magen noch nicht laut genug, folglich reicht ein Zähler. Übrigens: Wer ist der beste Winterzugang? Aaron Johansson! Und der günstigste ist er noch dazu. Denn seine Ablösesumme wurde zum größten Teil schon abgeschrieben. Auf diesen Aaron Johannsson haben wir gewartet, daran geglaubt eigentlich nicht mehr. Kompliment, starker Wille – aber auch starke Trainerleistung. Auch diese Geschichte lässt mich glauben: Werder ist derzeit nicht nur auf einem guten Weg, sondern vor allem auch in guten Händen!