Verteidiger kommt mit dem KSC zurück Ex-VfL-Spieler Pisot: „Unsere Brust wird immer breiter“

Will in Osnabrück gewinnen: David Pisot (links) kehrt nach vier Jahren im VfL-Trikot mit dem KSC zurück.Foto: imago/KirchnerWill in Osnabrück gewinnen: David Pisot (links) kehrt nach vier Jahren im VfL-Trikot mit dem KSC zurück.Foto: imago/Kirchner

Osnabrück/Karlsruhe. Zwischen dem 21. Juli 2012 und dem 13. August 2016 verpasste der Fußballprofi David Pisot nur sieben der 149 Ligaspiele, die der VfL Osnabrück in dieser Zeit bestritt. Am Freitag (Anstoß 19 Uhr) kehrt der 30-jährige Abwehrchef des Karlsruher SC erstmals an die Bremer Brücke zurück. Vorab äußert er sich im Interview.

Wissen Sie auf Anhieb, wie viele Minuten das letzte Gegentor des KSC in der 3. Liga zurückliegt?

Ich glaube, es sind sechs Spiele am Stück – genauer kann ich es nicht sagen. In den letzten 13 Spielen haben wir nur vier Tore kassiert, wir haben schon zehn Mal zu null gespielt. Es ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl, das gibt Selbstvertrauen und Stabilität. Das spricht nicht nur für die Abwehrspieler, sondern auch für das Defensivverhalten der ganzen Mannschaft. Und das soll auch an der Bremer Brücke so bleiben…

Was bedeutet Ihnen die Rückkehr? Sie haben über vier Jahre hier gespielt, auf keiner anderen Profistation waren Sie länger.

Das stimmt, und ich habe in Osnabrück eine tolle Zeit gehabt, sportlich wie privat. Ich habe nur positive Erinnerungen an den VfL und freue mich auf das Spiel.

Trotzdem sind Sie mitten in der Saison gegangen, als das Angebot von Zweitliga-Aufsteiger Kickers Würzburg kam. Haben Sie den Schritt bereut? Sie sind ja nach einer starken Vorrunde ohne einen einzigen Rückrundensieg abgestiegen…

Wenn ich eine Entscheidung treffe, steht ich dazu. Ich wollte unbedingt in die 2. Bundesliga, ich hatte vier Jahre lang alles gegeben, um das mit dem VfL zu schaffen. Das hat leider nicht geklappt. Ich war gerade 29 geworden, als das Angebot aus Würzburg kam. Ich wollte diese Chance auf jeden Fall nutzen, auch wenn ich Osnabrück mit einem weinenden Auge verlassen habe.

Vor einem Jahr träumten die Kickers vom Durchmarsch in die Bundesliga, ein halbes Jahr später waren sie wieder in der 3. Liga. Können Sie den Absturz erklären?

Na, erst mal glaube ich, dass da keiner von der Bundesliga geträumt hat. Aber es stimmt, wir waren mit Platz fünf zur Winterpause sehr zufrieden. Aber dann sind wir in eine Negativspirale geraten, aus der wir einfach nicht rausgekommen sind. Erst denkt man, dass das Punktepolster groß genug ist, aber wenn dann der Abstand zur Abstiegszone immer kleiner wird, geht es in den Köpfen los, und man hat das Gefühl, dass alles gegen einen läuft. Wenn man dann nicht die Kurve kriegt, hat man es auch nicht verdient. Anders erklären kann ich es nicht.

Sie wechselten nach Karlsruhe zum Aufstiegsfavoriten Nummer 1 – und erlebten einen klassischen Fehlstart mit nur drei Siegen in den ersten elf Spielen. Haben Sie da gedacht: Was für ein Seuchenjahr habe ich denn da erwischt?

So negativ denke ich nicht. Negative Erfahrungen gehören dazu, die muss man verarbeiten und daraus lernen. Wir hatten einen schlechten Start, aber inzwischen sind wir sehr stabil. Unser Trainer Alois Schwartz hat uns von Anfang an gut auf die Gegner eingestellt und mit einem klaren Matchplan ausgestattet. Wir haben seit acht Spielen nicht verloren, die Brust wird da immer breiter.

Was erwarten Sie am Freitag?

Na, das liegt ja auf der Hand: Osnabrück, Freitag, Flutlicht – da weiß man, was auf einen zukommt. Da sind Emotionen und Leidenschaft im Spiel, da muss man den Kampf annehmen. Es wird von der ersten Minute an zur Sache gehen. Wir wollen gewinnen und ein gutes Gefühl mit in die Pause nehmen.


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