Groß: Gutes Signal des Vereins Thioune Cheftrainer beim VfL Osnabrück: „Absolutes Privileg“

Führt ab sofort als etablierter Chefcoach die Regie beim VfL: Daniel Thioune. Foto: KemmeFührt ab sofort als etablierter Chefcoach die Regie beim VfL: Daniel Thioune. Foto: Kemme

Osnabrück. Was sich zu Beginn der Woche andeutete, ist nun offiziell: Daniel Thioune steigt vom Interimstrainer zum Chefcoach des Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück auf. Der 43-Jährige erhält einen Vertrag bis zum Saisonende, auch sein Assistent Merlin Polzin bleibt an Bord.

Was sagt der neue Cheftrainer? „Ich freue mich riesig. Das ist ein absolutes Privileg, ich bin stolz darauf“, sagte Thioune am Mittwoch nach dem Training. Der Fußball-Lehrer hatte das Amt Anfang Oktober interimsweise von Joe Enochs übernommen. Seither holte die Elf in vier Liga-Spielen zwar nur einen Sieg (4:0 gegen Zwickau), zeigte aber – auch beim knappen Aus im DFB-Pokal gegen Nürnberg – meist gute Leistungen. Thioune hatte als Trainer der B-Junioren 2015 und der A-Junioren 2016 jeweils den Aufstieg in die Bundesliga geschafft.

Wie begründete der Klub die Ernennung Thiounes zum Chefcoach? Zunächst gar nicht. Geschäftsführer Jürgen Wehlend war nach der Verkündung der Personalie per Mitteilung am Nachmittag für Rückfragen nicht zu erreichen. Am Donnerstag steigt aber eine Pressekonferenz zum Thema. Anders als zuletzt hat Thioune als Trainer nur einen Vertrag bis zum Saisonende erhalten. Joe Enochs war zuvor für drei Jahre vertraglich gebunden worden, ehe man ihn fünfeinhalb Monate später beurlaubte. Davor war Maik Walpurgis im Februar 2015 knapp zweieinhalb weitere Jahre verpflichtet und 177 Tage später entlassen worden. Kurios: Hätte Walpurgis keinen anderen Job angenommen und wäre der VfL 2016 oder 2017 aufgestiegen, würde der Vor-Vorgänger Thiounes wegen einer damals vereinbarten Option noch heute auf der Gehaltsliste des VfL stehen...

Wie hat die Mannschaft reagiert? „Es ist wichtig, Klarheit in der Trainerfrage zu haben – gut, dass der Verein hier ein Signal gesendet hat. Nun sind wir Fußballer in der Pflicht, weiter gute Leistungen zu zeigen und vor allem die nötigen Punkte zu holen“, sagt Kapitän Christian Groß. Die Profis sind am Mittwochmittag von VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend über den Schritt unterrichtet worden. „Man hat zuletzt gesehen: Die Spielfreude war da und wir sind flexibler in unserem System geworden – in Abhängigkeit vom Gegner und von den Räumen, die wir bespielen wollen“, sagt Groß. Der Trend zeige in die richtige Richtung – nun gelte es, über den Feinschliff weitere Potenziale zu heben. „Die Detailarbeit braucht eben mehr als nur die zurückliegenden vier Wochen“, glaubt Groß.


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