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Drittligisten und der DFB-Pokal Landespokal: VfL muss Hürde in Drochtersen nehmen

Von Benjamin Kraus

Landespokal: Nicht immer eine geliebte Bühne für die Fußball-Drittligisten. Foto: Helmut KemmeLandespokal: Nicht immer eine geliebte Bühne für die Fußball-Drittligisten. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Zwei Wege führen für die Fußball-Drittligisten in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 2018/19. Entweder die Qualifikation über den Landespokal oder mindestens Rang vier in der 3. Liga am Saisonende. Die aktuelle Übersicht für diese Saison zeigt: Sieben Drittliga-Klubs haben ihre Landespokal-Chance bereits verspielt. Und den kürzesten Weg aller Drittligisten in den DFB-Pokal über die Landesschiene hat erneut der VfL Osnabrück. Ein Halbfinalsieg gegen den SV Drochtersen/Assel an Ostern reicht für die Qualifikation.

Ausgeschieden in ihren Landespokal-Wettbewerben sind bereits sieben Drittligisten: der SV Meppen, der SC Preußen Münster, Kickers Würzburg, die SpVg. Unterhaching, der Chemnitzer FC, der FSV Zwickau und RW Erfurt.

Betrachtet man die Landespokale im Vergleich, fällt auf, dass der VfL Osnabrück den kürzesten Weg hat, über die Landesschiene in den DFB-Pokal einzuziehen. Dafür muss der Pott nicht geholt werden: Es reicht im Gegensatz zu allen anderen Wettbewerben der Einzug ins Landespokal-Finale. Dafür muss der VfL in dieser Spielzeit erneut nur drei Spiele gewinnen – im Vergleich mit der teilweise deutlich höher belasteten Konkurrenz sind das die Wenigsten. Und: Nach dem Aus des SV Meppen in Oldenburg sind keine Drittliga-Konkurrenten mit im Wettbewerb.

Im Vergleich dazu ist der Weg der Sportfreunde Lotte deutlich beschwerlicher: Mit Preußen Münster und dem SC Paderborn gingen zwei weitere Drittligisten im Wettbewerb an den Start, die Paderborner sind auch weiterhin mit dabei – und das DFB-Pokal-Ticket löst nur der Sieger des Wettbewerbs. Sollte den Sportfreunden Lotte dies gelingen, hätten die Tecklenburger sechs Partien auf dem Weg in den DFB-Pokal absolviert – doppelt so viele wie der VfL.

Im Folgenden die Landespokal-Übersicht aller Drittligisten, aufgeschlüsselt nach dem aktuellen Tabellenstand:

1.SC Paderborn

Im Landespokal noch dabei

Zwei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele: 3:1 gegen Preußen Münster, 4:0 bei SC Roland Beckum, 15:0 bei Viktoria Rietberg, 2:1 beim SC Herford

Nun im Halbfinale des Westfalenpokals (Gegner, Spieltermin und Spielort stehen noch nicht fest).

Über den Landespokal ist der Weg für den Tabellenführer der 3. Liga in den DFB-Pokal weit – da ist es gut, dass man Preußen Münster in der ersten Runde bereits selbst eliminiert hat. Im Viertelfinale reichte es am Reformationstag zu einem 2:1-Sieg mit Hängen und Würgen beim Sechstligisten SC Herford. Mit den Sportfreunden Lotte ist zwar ein Liga-Konkurrent noch im Wettbewerb – aber viele westfälische Regionalligisten (Rödinghausen, Wiedenbrück, Wattenscheid, Verl) sind bereits ausgeschieden. Nur der Sieger des Westfalenpokals qualifiziert sich für den DFB-Pokal – der zweite Teilnehmer, den Westfalen als großer Landesverband stellen darf, wird nach der Saison in einem Spiel zwischen dem besten Teilnehmer der Regionalliga West und dem Meister der Oberliga ermittelt.

2.Fortuna Köln

Im Landespokal noch dabei

Vier Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele: 1:0 bei Union Schafhausen

Nun: im Achtelfinale am 28. November beim TuS Marialinden (Bezirksliga).

Spannend: Während im Niedersachsenpokal zu Saisonbeginn immer eine Terminhatz seitens des Verbandes veranstaltet wird, um die Partien möglichst schnell durchzuziehen, lässt sich der Fußballverband Mittelrhein viel Zeit. Die ersten Partien fanden erst im Oktober statt, gespielt wird auch im November und im Februar. Fortuna Köln ist als einziger Drittligist klarer Favorit im Wettbewerb mit vier West-Regionalligisten (Alemannia Aachen, Bonner SC, Viktoria Köln und dem allerdings bereits ausgeschiedenen FC Wegberg-Beeck) und unterklassigen Teams.

3.1. FC Magdeburg

Im Landespokal noch dabei

Drei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele:8:0 bei Schwarz-Weiß Bernburg, 16:0 beim SV Liesten, 2:1 beim SC Naumburg.

Nun im Viertelfinale des Sachsen-Anhalt-Pokals beim Halleschen FC. (Spieltermin steht noch nicht fest, ist aber sicher erst im Jahr 2018)

Halle oder Magdeburg? Das ist auf dem Papier die Frage im Landespokal Sachsen-Anhalt, wenn es um das einzige Ticket für den Einzug in den DFB-Pokal geht, dass nur der Pokalsieger erhält. Ansonsten sind nach dem Aus von Regionalligist Germania Halberstadt nur Teams unterhalb der 4. Liga am Start. Und im Viertelfinale steht laut Auslosung das direkte Duell HFC gegen FCM an – ein vorgezogenes Endspiel?

4.SV Wehen Wiesbaden

Im Landespokal noch dabei

Zwei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele: 1:0 beim FC Bayern Alzenau, 3:0 beim FSV Frankfurt

Nun im Halbfinale des Hessenpokals beim TSV Steinbach (Regionalliga, Termin steht noch nicht fest).

Die erste Partie der Wehener war eine zähe Angelegenheit – aber der 1:0-Sieg in Alzenau durch ein Tor von Andrich reichte dem SV Wehen Wiesbaden, um ins Viertelfinale einzuziehen. Der Erfolg beim FSV Frankfurt gelang problemloser. Wiesbaden ist als einziger Drittligist klarer Favorit im Wettbewerb mit vier Regionalligisten (Hessen Kassel, TSV Steinbach und den bereits ausgeschiedenen Klubs FSV Frankfurt und Kickers Offenbach) und weiteren Teams aus Ligen unterhalb der 4. Liga.

5.SpVgg Unterhaching

Im Landespokal bereits ausgeschieden

Bisherige Spiele: 5:0 beim SV Bruckmühl, 4:1 beim SV Heimstetten, 2:1 beim TSV Buchbach, 1:2 beim 1. FC Schweinfurt 05.

Nur der Sieger des Bayernpokals qualifiziert sich für den DFB-Pokal: Seit 2013 geht der zweite Startplatz des mitgliederstarken Landesverbandes an den Meister der Regionalliga Bayern. Unterhaching war neben den Würzburger Kickers der einzige Drittligist im Wettbewerb – beide sind inzwischen raus. Inzwischen sind nur noch Regionalligisten oder unterklassige Teams mit dabei – unter anderem der TSV 1860 München.

6.Sonnenhof Großaspach

Im Landespokal noch dabei

Drei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele: 10:9 nach Elfmeterschießen beim FSV Hollenbach, 1:0 beim FSV 08 Bissingen., 3:0 bei der TSG Öhringen.

Nun im Viertelfinale des Württemberg-Pokals. Gegner und Termin stehen noch nicht fest.

Der Pokalwettbewerb für die SGS Großaspach ist anspruchsvoll – was sich nicht nur an den bisherigen Ergebnissen des Drittligisten im Pokal ablesen lässt, sondern auch an der Konkurrenz. Mit dem Drittligisten VfR Aalen gibt es einen Konkurrenten auf Augenhöhe um das einzige DFB-Pokal-Ticket, das der Sieger des Wettbewerbs löst. Dazu sind mit dem SSV Ulm 1846 und den Stuttgarter Kickers namhafte Regionalligsten mit am Start.

7.SV Meppen

Im Landespokal bereits ausgeschieden

Bisherige Spiele: 0:2 beim VfB Oldenburg in der 1. Runde

Die Drittliga-Saison hatte noch gar nicht angefangen, da war der Niedersachsenpokal für den SV Meppen schon beendet: Mit 0:2 schied der SVM beim Regionalligisten VfB Oldenburg nach uninspirierter Vorstellung aus. Spielt der SV Meppen in der 3. Liga allerdings weiter so auf wie bisher, gelingt ja vielleicht die Qualifikation über die Liga – die schaffen die ersten vier Teams der Spielklasse.

8.Hansa Rostock

Im Landespokal noch dabei

Drei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele: 8:0 bei LSV SW Eldena, 3.1 beim Bölkower SV, 4:0 beim Penkuner SV

Nun im Viertelfinale (Gegner, Spieltermin und Spielort stehen noch nicht fest).

Der Pokalwettbewerb in Mecklenburg-Vorpommern ist einer der größten, was die Zahl der Spiele angeht – die Konkurrenz für Rostock ist aber überschaubar: Kein weiterer Drittligist, aus der Regionalliga nur die bereits ausgeschiedene TSG Neustrelitz. Nur der Sieger des Wettbewerbs zieht in den DFB-Pokal ein.

9.Karlsruher SC

Im Landespokal noch dabei

Zwei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele: 5:0 beim SV Rohrbach, 2:1 bei der SpVgg Neckarelz, 3:1 beim FC Nöttingen.

Nun im Halbfinale (gegen Waldhof Mannheim / Spieltermin steht noch nicht fest).

Bisher hielt sich der KSC im Badenpokal schadlos. Der Zweitliga-Absteiger ist einziger Drittligist im Wettbewerb, auf dem Papier größte Konkurrenten auf dem Weg zum Pokalsieg und dem damit verbundenen DFB-Pokal-Ticket ist Regionalligist SV Waldhof Mannheim, im Finale würde ein unterklassiger Gegner warten.

10.VfR Aalen

Im Landespokal noch dabei

Drei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele:5:0 beim VfL Pfullingen, 9:0 beim TSV Ofterdingen, 7:0 beim TSV Berg.

Nun im Viertelfinale des Württemberg-Pokals. Gegner und Termin stehen noch nicht fest.

Mit dem Drittligisten SGS Großaspach gibt es einen Konkurrenten auf Augenhöhe um das einzige DFB-Pokal-Ticket, das der Sieger des Wettbewerbs löst. Dazu mit dem SSV Ulm 1846 und den Stuttgarter Kickers namhafte Regionalligsten.

11.Hallescher FC

Im Landespokal noch dabei

Drei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele: 15:0 beim SV BW Farnstädt, 2:0 beim 1. FC Romonta Amsdorf, 3:0 beim Magdeburger SV Börde.

Nächstes Spiel: im Viertelfinale des Sachsen-Anhalt-Pokals gegen den 1. FC Magdeburg (Spieltermin steht noch nicht fest, ist aber sicher erst im Jahr 2018).

Halle oder der 1. FC Magdeburg? Das ist auf dem Papier die Frage im Landespokal Sachsen-Anhalt, wenn es um das einzige Ticket für den Einzug in den DFB-Pokal geht, dass nur der Pokalsieger erhält. Nur noch Teams unterhalb der 4. Liga sind am Start. Und im Viertelfinale steht laut Auslosung das direkte Duell HFC gegen FCM an.

12.Sportfreunde Lotte

Im Landespokal noch dabei

Zwei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele: 8:1 bei SpVg Brakel, 2:0 bei 1. FC Gievenbeck, 4:2 bei Eintracht Rheine, 3:2 beim FC Iserlohn.

Nun im Halbfinale (Gegner, Spieltermin und Spielort stehen noch nicht fest).

Die Sportfreunde brauchen noch zwei weitere Siege bis zum Einzug in den DFB-Pokal. Größter noch im Wettbewerb verbliebener Rivale ist Liga-Konkurrent SC Paderborn.

13.Chemnitzer FC

Im Landespokal bereits ausgeschieden

Bisherige Spiele: 3:0 beim ESV Lok Zwickau, 1:2 beim VfB Auerbach

Mit dem FSV Zwickau ein weiterer Konkurrent aus der Liga, dazu ambitionierte Regionalligisten wie Budissa Bautzen, den VfB Auerbach sowie Chemie und Lok Leipzig: Schon vorher war klar, dass der Sieg im Sachsenpokal für den CFC alles andere als ein Selbstläufer wird – und letztlich erwies sich die Hürde Auerbach im zweiten Spiel als zu hoch. Nur der Sieger des Wettbewerbs qualifiziert sich für den DFB-Pokal – es wird nun maximal ein Viertligist sein.

14.Carl Zeiss Jena

Im Landespokal noch dabei

Zwei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation

Bisherige Spiele: 5:0 bei SG SC Leinefelde, 3:0 bei SV Motor Altenburg, 2:1 gegen RW Erfurt, 3:1 n.V. beim ZFC Meuselwitz.

Nun im Halbfinale (Gegner, Spieltermin und Spielort stehen noch nicht fest)

Das möglicherweise vorgezogenes Endspiel um das DFB-Pokalticket – das nur der Thüringenpokalsieger löst – gewann Jena gegen Erfurt, den einzigen weiteren Drittligisten im Wettbewerb, mit 2:1. Die größten Gefahren auf dem Weg zum Pokalsieg waren auf dem Papier ansonsten die nun bereits ausgeschiedenen Regionalligisten aus Meuselwitz und Nordhausen – nun sind nur noch maximal fünftklassige Teams dabei.

15.FSV Zwickau

Im Landespokal bereits ausgeschieden

Bisherige Spiele: 5:0 bei der SG Crostwitz, 2:4 bei der BSG Chemie Leipzig

Mit dem Chemnitzer FC ein weiterer Konkurrent aus der Liga, dazu ambitionierte Regionalligisten wie Budissa Bautzen, den VfB Auerbach sowie Chemie und Lok Leipzig: Schon vorher war klar, dass der Sieg im Sachsenpokal für den FSV alles andere als ein Selbstläufer wird – und letztlich erwies sich die Hürde Chemie Leipzig als zu hoch. Nur der Sieger des Wettbewerbs qualifiziert sich für den DFB-Pokal – es wird nun maximal ein Viertligist sein.

16.SC Preußen Münster

Im Landespokal bereits ausgeschieden

Bisherige Spiele:1:3 beim SC Paderborn

Münster und der Landespokal – das wird keine freundschaftliche Beziehung mehr. Hatte der SCP in den vergangenen Jahren regelmäßig gegen die Sportfreunde Lotte das Nachsehen, erwischte es die Adlerträger nun in der ersten Runde beim SCP. Angesichts von 32 Erstrundenspielen schon ein Hammer, dass zwei von drei Drittligisten im Wettbewerb gleich im direkten Duell gegeneinander ran mussten…

17. Werder Bremen II

Kein Startrecht im Landespokal (oder im DFB-Pokal), da Status als zweite Mannschaft eines Bundesligisten.

18.Würzburger Kickers

Im Landespokal bereits ausgeschieden

Bisherige Spiele:8:0 beim TSV Rannungen, 10:0 beim TSV Meeder, 3:0 beim 1. FC Lichtenfels, 4:5 nach Elfmeterschießen beim TSV 1860 Rosenheim (Regionalliga).

Nur der Sieger des Bayernpokals qualifiziert sich für den DFB-Pokal: Seit 2013 geht der zweite Startplatz des mitgliederstarken Landesverbandes an den Meister der Regionalliga Bayern. Unterhaching war neben den Würzburger Kickers der einzige Drittligist im Wettbewerb – beide sind inzwischen raus. Inzwischen sind nur noch Regionalligisten oder unterklassige Teams mit dabei – unter anderem der TSV 1860 München.

19.VfL Osnabrück

Im Landespokal noch dabei

Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation.

Bisherige Spiele:3:1 beim BSV SW Rehden (Video, hier auch ein Spielbericht), 5:0 bei der SVG Göttingen.

Nun im Halbfinale beim SV Drochtersen/Assel (Regionalliga/Spiel wohl an Ostern 2017).

Der VfL Osnabrück hat von allen Drittligisten traditionell den kürzesten – und auf dem Papier auch einen eher leichten – Weg in den DFB-Pokal. Da sich in Niedersachsen beide Endspielteilnehmer für den DFB-Pokal 2018/19 qualifizieren, braucht der VfL als einzig verbliebener Drittligist im Wettbewerb nur noch einen Sieg. Im Halbfinale wartet aber mit dem Regionalligisten SV Drochtersen/Assel ein eher undankbarer Gegner.

20. RW Erfurt

Im Landespokal bereits ausgeschieden

Bisherige Spiele: 8:1 beim FSV Martinroda, 1:2 beim FC Carl-Zeiss Jena.

In der Liga in der Krise, im Thüringenpokal beim Liga-Konkurrenten Jena gescheitert – Erfurt durchlebt schwere Zeiten.