„Man verschiebt das Problem“ Aufstieg in die 3. Liga: VfL Osnabrück bewertet Reformpläne skeptisch

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Diskutiert gerne mit: VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Foto: imago/osnapixDiskutiert gerne mit: VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend. Foto: imago/osnapix

Osnabrück. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plant eine Reform der Aufstiegsregelung zur 3. Liga – und stößt eine intensive Diskussion darüber an – auch in Reihen des VfL Osnabrück.

Die Ausgangslage: Schon in der kommenden Saison könnte es eine neue Aufstiegsregelung zwischen Fußball-Regionalliga und 3. Liga geben. Bei der Konferenz der Präsidenten der Regional- und Landesverbände des DFB wurden zu Beginn dieser Woche mehrere Varianten diskutiert, um die umstrittene Relegation der Regionalliga-Meister zumindest teilweise abzuschaffen. In Zukunft könnte es vier statt bisher drei Auf- und Absteiger geben. Dieses Modell wird nach Medienberichten favorisiert.

Der sächsische Verbandspräsident Hermann Winkler sagte dem Mitteldeutschen Rundfunk: „Ich unterstütze diese Initiative und werde wie meine Kollegen in den anderen Landes- und Regionalverbänden nun in den nächsten Wochen intensiv mit den Vereinen über die möglichen Modelle diskutieren.“ Es seien bereits mehrere Modelle vom Spielausschuss vorgestellt und diskutiert worden. Der DFB widersprach dieser Schilderung allerdings. Eine Variante sieht laut Winkler vor, dass aus allen fünf Regionalligen der jeweils Erstplatzierte aufsteigt – und aus der 3. Liga fünf Vereine absteigen. Dafür müsste die 3. Liga von 20 auf 22 Teilnehmer aufgestockt und um vier Spieltage verlängert werden. Der für die 3. Liga zuständige DFB-Vizepräsident Peter Frymuth dazu: „Der in einigen Medien erzeugte Eindruck, wonach in der Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten eine die Drittligisten stark belastende Aufstockung der 3. Liga auf 22 Vereine bei fünf Absteigern präferiert wurde, entbehrt jeder Grundlage.“ Eine Alternative soll angeblich ein rollierendes System sein, in dem für fünf Jahre beschlossen wird, welche drei Erstplatzierten direkt aufsteigen. Die beiden weiteren Regionalliga-Gewinner würden dann einen vierten Aufstiegsplatz ausspielen. Es würde vier Drittliga-Absteiger geben. Alle zur Debatte stehenden Modelle sehen die Beibehaltung der fünf Regionalligen vor.

Das sagen die VfL-Verantwortlichen: Jürgen Wehlend (VfL-Geschäftsführer) und Lothar Gans (Leiter Profifußball) bewerten die Denkmodelle derzeit mit starkem Stirnrunzeln. „Damit kann die 3. Liga sich nicht einverstanden erklären“, stellen beide fest. Bei den jeweiligen Vorschlägen stecke der berühmte Teufel im Detail. „Man verschiebt das Problem in die 3. Liga – in eine Liga, die funktioniert“, führt Wehlend weiter aus. Allein aus wirtschaftlichen Gründen sei eine Aufstockung der Liga von 20 auf 22 Vereine nicht akzeptabel. Die Einnahmen müssten auf noch mehr Clubs verteilt werden. „Und ob die Attraktivität der Liga erhöht werden würde, wage ich auch zu bezweifeln.“

Nach Meinung von Wehlend muss im Zuge der Diskussion eher über eine Strukturreform der Regionalligen nachgedacht werden. Zurück zur dreigleisigen Regionalliga – das sei eher das Gebot der Stunde. Viele Vereine in den aktuellen fünf Regionalligen seien überhaupt nicht in der Lage, in die 3. Liga aufzusteigen, „weil sie es aus vielerlei Gründen gar nicht stemmen können und wollen“.


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