Spielverbot endet am 9. Oktober DFB-Gericht verkürzt Sperre gegen ehemaligen VfL-Profi Willers

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Darf in weniger als zwei Monaten wieder Fußball spielen: Tobias Willers. Foto: GelhotDarf in weniger als zwei Monaten wieder Fußball spielen: Tobias Willers. Foto: Gelhot

sid/dpa Frankfurt/Main. Die Sperre für den ehemaligen Osnabrücker Fußballprofi Tobias Willers wegen des zweimaligen Versuchs der Spielmanipulation ist um einen Monat verkürzt worden.

Das Spielverbot für den früheren Profi des VfL Osnabrück endet damit am 9. Oktober 2017, entschied das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Dienstag. Berufungen von Willers sowie des DFB-Kontrollausschusses (der sechs Monate gefordert hatte) wurden zurückgewiesen.

Damit bleibt es für den Abwehrspieler wegen unsportlichen Verhaltens bei der verhängten Geldstrafe von 4000 Euro und bei den Verboten, momentan zu spielen beziehungsweise ein Amt innerhalb des DFB und seiner Vereine auszuüben. „Zugunsten des Spielers hat das Bundesgericht bei der Strafzumessung berücksichtigt, dass dieser durch das Verfahren in ungewöhnlich starkem Maße wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen musste“, teilte der Bundesgerichts-Vorsitzende Achim Späth nach der Verhandlung am Dienstag mit. Willers gilt als Drahtzieher einer versuchten Anbahnung einer Bestechung. Sein Ende Juni ausgelaufener Vertrag beim VfL war nicht verlängert worden.

Geld ist nicht geflossen

Am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison hatte Osnabrück den abstiegsbedrohten SC Paderborn zu Gast. Im Vorfeld des Spiels hatte Willers einigen Teamkollegen vorgeschlagen, Kontakt mit Spielern oder Verantwortlichen der zweiten Mannschaft von Werder Bremen aufzunehmen, um von diesen Geld beziehungsweise eine geldwerte Leistung dafür zu erhalten, dass Osnabrück im Spiel gegen Paderborn an die Leistungsgrenze geht. Die Bremer schwebten damals in Abstiegsgefahr und hätten von einem Osnabrücker Sieg profitiert. Willers trat mit einem ähnlichen Ansinnen an einen Spieler von Rot-Weiß Erfurt heran, der mit seinem Verein ebenfalls um den Klassenerhalt kämpfte. Zur Zahlung von Geld beziehungsweise dem Transfer von geldwerten Leistungen und einer Beeinflussung des Wettbewerbs kam es allerdings nicht. Paderborn war nach einem 0:0 in Osnabrück abgestiegen, spielt aber durch den Absturz von 1860 München dennoch in der 3. Liga. Bremens U23 rettete sich durch ein 1:0 gegen den VfR Aalen.

Mit der neuerlichen Entscheidung ist für den VfL Osnabrück der Vorgang erledigt. „Für uns ist das Thema damit abgeschlossen. Das Urteil gegen Willers bestätigt meine Auffassung, dass der gesamte Vorgang als unsportliches Verhalten eingeschätzt worden ist. Damit dürfte auch klar sein, dass es keine strafrechtliche Relevanz gibt“, sagt VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend.

Weiterlesen: Dokumentation eines Prozesses


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