Glückwünsche für Enochs Nach dem Pokaltriumph des VfL: Glückseligkeit und Gardinenpredigt

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Osnabrück. Der 13. August 2017 wird in der Historie des VfL Osnabrück einen festen Platz einnehmen. Am Tag nach dem 3:1-Sieg im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV werden die Lila-Weißen bundesweit als Fußballhelden gefeiert, die Hanseaten müssen sich Hohn und Spott gefallen lassen.

Das „Rauschen im Medienwald“: „Zehn Osnabrücker blamieren den Hamburger SV“, ist beim Norddeutschen Rundfunk zu lesen. Auf bild.de wird vom „armseligen Aus“ des HSV in Osnabrück geschrieben – und die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellt fest: „Am Sonntag trieben es die Norddeutschen auf eine neue Spitze in der Hitparade hausgemachter Peinlichkeiten. Während weit und breit kein HSV-Spieler in Sicht war, dessen Körpersprache den unbedingten Willen verraten hätte, das Spiel zu wenden, blühten die Osnabrücker auf.“ Die Hamburger Morgenpost präsentiert ihrer Leserschaft sogar eine Titelseite für leidgeprüfte HSV-Fans. Auf schickem HSV-Blau nebst HSV-Logo ist halbseitig der Satz „Ich möchte nicht drüber reden“ abgedruckt. Der HSV-Fan, der nicht über das 1:3 in Osnabrück sprechen wolle, solle sich doch einfach diesen Teil der Seite ausschneiden und am Arbeitsplatz aufhängen.

Gisdols Gardinenpredigt: Eine solche soll es zumindest gegeben haben. „Der Trainer hat sehr, sehr klare Worte gefunden“, wird HSV-Sportchef Jens Todt am Montagmorgen zitiert. Dem Vernehmen nach hatte Coach Markus Gisdol zuvor seine Profis noch einmal mit dem Video der Partie in Osnabrück konfrontiert. „Ich bin noch mitten in der Aufarbeitung und kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, so der Trainer. Weitere Einzelheiten? Fehlanzeige. „Es geht niemanden etwas an, wie es da abging. Ich will mir nicht in mein Innenleben schauen lassen.“

Es ist also wieder einmal richtig Feuer unterm Dach des Bundesliga-Dinos, der am Samstag zum Bundesliga-Start den FC Augsburg empfängt.

Glückwünsche für Enochs: „Ich habe einige Mails und SMS bekommen – von Trainerkollegen, Freunden und Bekannten“, erzählt VfL-Coach Joe Enochs am Tag nach dem Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals. Zu den ersten Gratulanten zählte übrigens die gerade in New York weilende Mutter des Trainers: „Sie hat gleich nach dem Schlusspfiff eine SMS geschrieben.“

Ansonsten: Genießen die Pokalhelden den freien Montag. „Diesen Tag haben sie sich nach den englischen Wochen verdient“, sagt Enochs. Ab Dienstag liegt der Fokus wieder auf den Alltag in der 3. Liga, und der führt den VfL am Samstag (14 Uhr) zum Chemnitzer FC.

Dreierkette als Zukunftsmodell? Bis zum Platzverweis für Marcel Appiah in der 19. Minute ließ Enochs gegen den HSV mit einer Dreierkette (Konstantin Engel, Adam Sušac und Appiah) spielen. Danach stellte der Trainer wieder auf eine Viererreihe in der Abwehr um. „Die Dreierkette ist eine Option“, stellt Enochs fest, „wir müssen taktisch flexibler werden“ – je nach Ausrichtung des Gegners. In Chemnitz warte wieder ein ganz anderer Gegner, auf den seine Mannschaft möglicherweise taktisch anders reagieren müsse: „Nach dem Platzverweis haben wir uns gegen den HSV hinten reingestellt. Die Art und Weise, wie die Jungs dann aber den Platz für Konter genutzt haben, das war beeindruckend.“ Diese Einstellung, Galligkeit und Laufarbeit müsse auch in den Liga-Alltag übertragen werden. „Wer meint, dort einige Prozent weniger geben zu müssen, wird auf den harten Boden der Tatsachen aufschlagen.“

Probespieler: Kusi Kwame und Maël Merrien sind ab Dienstag zu Gast beim VfL – und sollen bis einschließlich Donnerstag einige Trainingseinheiten absolvieren. Mit Kwame stellt sich ein gestandener Drittliga-Spieler vor. Der 28-jährige Linksverteidiger mit defensiven Allrounder-Qualitäten gehörte in den vergangenen Jahren zum Stammpersonal von Fortuna Köln. Seit dem Sommer ist er auf Vereinssuche. „Ob wir ihn verpflichten? Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich möchte ihn erst einmal kennenlernen.“

Merrien ist ein Spieler für die offensiven Außenbahnen, den der VfL auf Empfehlung des ehemaligen Osnabrückers Everson testen möchte. Der 19-Jährige spielte zuletzt für die U19 des französischen Clubs AS Cannes. „Wir arbeiten mit Everson seit Jahren gut zusammen. „Auch für Merrien gilt: Ich möchte ihn kennenlernen und spielen sehen. Erst dann kann ich mich zu einer möglichen Verpflichtung äußern.“


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