Kehrt Álvarez nach Osnabrück zurück VfL-Kapitän Savran wünscht sich Ruhe im Umfeld

Von Benjamin Kraus und Stefan Alberti

Kollektiv versagt: Torhüter Marius Gersbeck schreit seinen Frust heraus. Foto: Helmut KemmeKollektiv versagt: Torhüter Marius Gersbeck schreit seinen Frust heraus. Foto: Helmut Kemme

Köln. Der VfL Osnabrück verliert bei Fortuna Köln mit 0:3 und macht den Fehlstart in der 3. Liga perfekt. Die Enttäuschung bei den Spielern ist groß, aber man beschwört den Teamgeist und hofft auf eine Wende im nächsten Spiel gegen Halle.

Solche Abende kann jeder Fußballfan eigentlich nur lieben: Ein Stadion, in dem man den Fußball noch riecht, weil der Putz an jeder Ecke von den Wänden bröckelt. Ein Stadion, in dem ein Versorgungsmanager namens Kosta die Würstchen grillt. Ein Stadion, in dem auf der Tribüne Spenden für die Jugendabteilung eingesammelt werden. Ein Stadion, in dem der heimische Trainer vor dem Spiel und in der Halbzeit öffentlich Statements abgibt. Herrlich, dieses Kölner Südstadion.

Hängende Köpfe nach der Niederlage

All diese Inspirationen haben dem VfL am Mittwochabend nicht weitergeholfen. Die Spieler schlichen nach dem deutlichen 0:3 mit hängenden Köpfen in die Kabine. Kwasi Okyere Wriedt wollte nichts sagen, „heute nicht mehr“. Der Kapitän stellte sich: „Ich lasse uns nicht vorwerfen, dass wir nicht laufen, nicht kämpfen und nicht probieren. Jeder gibt hier alles“, stellte Halil Savran fest. „In den ersten 40 Minuten waren wir griffig, haben immer dagegengehalten. Und dann bekommen wir wieder so ein blödes Tor.“ Er wolle nichts schönreden. „Wir sind sehr bedrückt und enttäuscht. Aber es bringt jetzt überhaupt nichts, sich zu zerfleischen. Im Gegenteil: Am Sonntag spielen wir gegen Halle, die ähnlich angeknockt sind wie wir. Aber diese Situation können wir nur gemeinsam meistern, ansonsten funktioniert das nicht.“ Alle im Umfeld sollten jetzt Ruhe bewahren.

Nazim Sangaré suchte nach den passenden Worten: „Eine herbe Niederlage. Aber es geht weiter.“ Wenn aus diesem Spiel irgendwelche positiven Dinge mitgenommen werden könnten, dann die Tatsache, „dass jeder wollte“. Sangaré: „Wir sind jetzt Letzter. Aber dort gehört der VfL nicht hin. Und auf diesem Tabellenplatz wird er nach dem nächsten Spieltag auch nicht mehr bleiben.“

Kehrt Marcos Álvarez zurück?

Vielleicht hilft ja in Kürze der ehemalige Osnabrücker Marcos Álvarez erneut dem VfL weiter. Er habe das Spiel für einen Abstecher aus Frankfurt genutzt. „Ich bin im Moment vereinslos und topfit. Und jeder weiß, dass der VfL eine Herzenssache für mich ist“, meinte der Offensivmann auf Nachfrage. Was spricht dann noch gegen einen Wechsel nach Osnabrück? Der VfL hat nach der Verletzung von Christian Bickel durchaus Handlungsbedarf. Er habe seine Vorstellungen, der VfL habe seine Vorstellungen, so Álvarez. Also: Offensichtlich eine Frage der Finanzen. „Wenn alles passt, dann stehe ich sofort in Osnabrück auf der Matte.“

Dass in der Offensive Handlungsbedarf bestehe, befand auch Lothar Gans, der nach den 90 Minuten erst einmal Gift und Galle spuckte: „So können wir keine Spiele gewinnen.“ Der Leiter des VfL-Profifußballs bestätigte den Kontakt mit Álvarez. Der Stürmer sei eine Alternative, aber unterm Strich müssten die Vorstellungen zusammenpassen.


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