Enochs: Wir sind angespannt VfL Osnabrück als „angeknockter Boxer“ zu Gast in Köln?

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Jubel nach der 1:0-Führung in Köln am 3. Dezember 2016: (von links) Kwasi Okyere Wriedt, Marc Heider, Bastian Schulz, Jules Reimerink und Halil Savran. Foto: KemmeJubel nach der 1:0-Führung in Köln am 3. Dezember 2016: (von links) Kwasi Okyere Wriedt, Marc Heider, Bastian Schulz, Jules Reimerink und Halil Savran. Foto: Kemme

Osnabrück. Die Saison in der 3. Fußball-Liga ist gerade mal zwei Spieltage alt – und der VfL Osnabrück steht nach der 0:4-Schlappe gegen Wehen schon vor der ersten richtungweisenden Woche. In den Partien am Mittwochabend (19 Uhr) bei Fortuna Köln und am Sonntag gegen den Halleschen FC muss gepunktet werden, um einen kompletten Fehlstart zu vermeiden.

Wer spielt, wer fehlt? Konstantin Engel hat offensichtlich eine Wunderheilung hinter sich. Nachdem am Samstag bei dem 29-Jährigen eine Stauchung des rechten Knies sowie eine Zerrung im Kniegelenkbereich diagnostiziert und eine Ausfallzeit von rund zehn Tagen vorausgesagt wurde, wird er am Mittwochabend in der Startelf stehen. Den letzten Belastungstest vor der Abfahrt am Dienstagnachmittag absolvierte Engel problemlos. Nach den Trainingseindrücken spielt Coach Joe Enochs aber wohl mit dem Gedanken, Engel als linken Außenverteidiger (für Furkan Zorba) ins Rennen zu schicken. Womit der Platz in der Innenverteidigung wieder frei ist für Christian Groß, der schon beim 2:2 in Karlsruhe in der Defensive neben Marcel Appiah überzeugte. Und wenn die weiteren Eindrücke des Abschlusstrainings nicht täuschen, plant Enochs in Köln wieder mit Kamer Krasniqi (für Ahmet Arslan) auf der Sechserposition, mit Bashkim Renneke auf der linken Außenbahn (für den verletzten Christian Bickel) und mit Kapitän Halil Savran und Kwasi Okyere Wriedt als Spitzen von Beginn an. „So könnte es aussehen“, sagt der Trainer.

Wie ist die Stimmung beim VfL? „Natürlich sind wir angespannt“, sagt Enochs, „wie soll es nach dem 0:4 gegen Wehen auch anders sein?“ Das Team brenne darauf, diese Schlappe in Köln wieder vergessen zu machen. „Dazu wissen wir natürlich, was in Köln auf uns zukommt.“ Die Fortuna sei mit zwei Siegen hervorragend in die Saison gestartet – Spieler wie Dahmani, Kegel, Farrona Pulido oder Pazurek brächten reichlich Erfahrung mit.

Und die Gefühlswelt in der Domstadt? „Mein geschätzter Kollege Joe Enochs hat es derzeit nicht einfach“, zeigt Fortuna-Coach Uwe Koschinat erst einmal Verständnis für sein Pendant auf Osnabrücker Seite. Und dann schlage auch noch das Verletzungspech (Bickel) so brutal zu. Dennoch: Er vergleiche den VfL derzeit mit einem „angeknockten Boxer“ – und die seien bekanntlich gefährlich. „Sie werden alles dafür tun, dass sie die Reihen schließen. Die Führungsspieler werden die Köpfe aus dem Wasser strecken.“ Ansonsten: „Es wird gefühlt zum allerersten Mal so sein, dass wir in einer leichten Favoritenrolle sind. Diese Rolle wollen wir annehmen und unser Heimspiel gewinnen.“

Die Statistik als gutes Omen für den VfL? Eher nicht. In der vergangenen Saison verlor der VfL daheim mit 1:2 und erreichte in Köln ein 1:1. In der Spielzeit davor verloren die Osnabrücker das Hin- und Rückspiel jeweils 1:3. Der letzte Sieg gegen die Domstädter datiert vom 26. August 2014 (1:0 für den VfL in Köln durch ein Tor von Addy Menga). Davor muss man lange zurückblättern, um wieder einen Osnabrücker Erfolg zu finden, was natürlich auch mit dem finanziell bedingten zwischenzeitlichen Rückzug der Fortuna aus dem bezahlten Fußball zu tun hat. Jedenfalls siegte der VfL am 18. Mai 2002 in Köln mit 3:1 durch Tore von Alexander Ukrow, Michael Petri und Christian Claaßen – damals in der Regionalliga Nord. Der heutige VfL-Ko-Trainer Wolfgang Schütte sah seinerzeit nach 55 Minuten die Gelb-Rote Karte.

War sonst noch etwas? Die ansonsten überaus sympathischen Verantwortlichen im Fortuna-Umfeld brauchen wohl noch etwas Nachhilfe in Geografie. Auf der Facebook-Seite der Kölner werden die Osnabrücker im Gegnercheck immer wieder als Ostwestfalen bezeichnet. Wir nehmen eine Landkarte als Gastgeschenk mit nach Köln.

Und wie geht‘s nun aus? Der VfL zeigt sich gegenüber der Wehen-Partie verbessert – kommt aber in einer hitzig geführten Partie im Kölner Südstadion nicht über ein 1:1 hinaus.

Liveticker: alle Infos, alle Tore immer brandaktuell in unserem Liveticker.


Mittwoch, 2. August 2017, 19 Uhr: Fortuna Köln – VfL Osnabrück

So könnten sie spielen

Fortuna Köln: 1 Boss – 2 Ernst, 4 Uaferro, 27 Mimbala, 5 Pazurek – 10 Kegel, 31 Brandenburger – 28 Bender, 30 Dahmani, 27 Farrona Pulido – 9 Keita-Ruel.

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 30 Sangaré, 4 Appiah, 10 Groß, 5 Engel – 13 Danneberg, 29 Krasniqi – 15 Reimerink, 7 Renneke – 11 Wriedt, 9 Savran.

In Reserve: 1 Paterok (Tor), 2 Ruschmeier, 3 Zorba, 8 Schulz, 14 Arslan, 18 Kristo, 19 Steffen Tigges.

Es fehlen: Dercho (Außenbandriss, knöcherne Absplitterung am Sprunggelenk), Falkenberg (Muskelentzündung), Bickel (Kreuzbandriss), Heider (gesperrt), Leon Tigges (Rückenbeschwerden), Klaas, Breulmann, Möller (alle nicht im Kader).

Schiedsrichter: Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg). Der 29-Jährige leitete zuletzt am 5. April ein Spiel des VfL (0:1 in Großaspach).

Zuschauer: Erwartet werden rund 2500 Zuschauer (davon 300 bis 400 Osnabrücker).

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