Enochs: Extrem bitter VfL Osnabrück: Als Bickel und Arslan zum Schuss ansetzten…

Von Stefan Alberti und Benjamin Kraus


Am Tag nach der 0:4-Heimpleite gegen den SV Wehen Wiesbaden kam es für den VfL Osnabrück knüppeldick: Offensivmann Christian Bickel verletzt – Ausfallzeit: sechs bis acht Monate, Innenverteidiger Konstantin Engel verletzt – Ausfallzeit: möglicherweise zehn Tage.

Osnabrück. Bei der Hiobsbotschaft rückte zunächst die Tatsache in den Hintergrund, dass der VfL erstmals seit dem 18. Februar 2015 wieder eine 0:4-Niederlage in der 3. Fußball-Liga kassierte – damals daheim gegen Arminia Bielefeld, als die Lila-Weißen bereits nach 16 Minuten 0:3 hinten lagen.

Zurück zum VfL-Lazarett: Bickel und Engel ließen am Samstag jeweils eine MRT-Untersuchung durchführen. Ergebnis bei Bickel: Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie. Resultat bei Engel: Stauchung des rechten Knies und Zerrung im Kniegelenkbereich.

Diesen Moment würden Bickel und sein Teamkollege Ahmet Arslan am liebsten ungeschehen machen: „Wir waren beide auf den Ball fokussiert“, lässt Arslan die Szene in der Schlussphase der Partie gegen Wehen Revue passieren. Beide setzten dann zum Schuss an, Arslan traf das Knie von Bickel – und der Neuzugang aus Paderborn schrie vor Schmerzen.

„Das ist extrem bitter“, sagte VfL-Coach Joe Enochs, „Christian war in sehr guter Verfassung. Ich wünsche ihm eine baldige Genesung.“ Etwas gelassener sieht der Trainer die Verletzung von Engel (der nach einem Zweikampf mit dem Wehener Niklas Dams ausgewechselt werden musste): „Vielleicht kann ,Koka‘ schon im Laufe der Woche wieder einsteigen, wenn es gut läuft.“ Wird nun der Druck für eine Nachverpflichtung größer? Aus sportlicher Sicht schon, nur es müsse natürlich auch wirtschaftlich passen, stellt Enochs fest. Der VfL sondiere ständig den Spielermarkt.

Möglicherweise sieht die Startelf am Mittwoch bei Fortuna Köln ähnlich aus wie in Karlsruhe: Christian Groß rückt für Engel wieder in die Innenverteidigung, auf den Sechserpositionen spielen Arslan und Kamer Krasniqi, den Part für Bickel übernimmt Bashkim Renneke. „Das ist denkbar“, sagt der Trainer, der natürlich eine Reaktion der Mannschaft in Köln erwartet: „In Karlsruhe haben wir keinen Fehlstart hingelegt, zuhause gegen Wehen schon.“ Warum? Bei den Gegentoren zum 0:1 und 0:2 habe sich die Defensive amateurhaft verhalten, „das sind Fehler, die uns einfach nicht passieren dürfen“. Und vor dem gegnerischen Tor habe sein Team durchaus Chancen herausgespielt – durch Jules Reimerink, Tim Danneberg, Kwasi Okyere Wriedt oder Halil Savran. „Da hat uns aber vor dem Tor der Killerinstinkt gefehlt.“

Dabei mithelfen, dass dies besser wird, will in Köln auch wieder Kapitän Savran. „Ich habe die Halbzeit auf dem Feld gut überstanden“, sagt der 32-Jährige, der bei einem harten Schlag eines Weheners auf seinen Fuß keine Schäden davongetragen hat. „Ich habe das bei all dem Adrenalin gar nicht gespürt“, so Savran, der hofft, seine Mannschaft bei der Fortuna „mehr als nur 45 Minuten“ unterstützen zu können. Es ist die Partie des Vorletzten ( Osnabrück) beim Zweiten, der beide ausgetragenen Partien (1:0 gegen Aalen, 2:0 in Jena) gewonnen hat.


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