zuletzt aktualisiert vor

VfL-Jahreshauptversammlung Etatplan: Der VfL erwartet einen Saisonüberschuss von 477.000 Euro - Aktuelle Infos von der VfL-Versammlung

Meine Nachrichten

Um das Thema VfL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


16.13 Uhr: Geschäftsführer Ralf Heskamp stellte den Etatplan für die laufende Saison vor. Er sieht eine Kostenreduzierung um 303 000 Euro vor, die Gesamtkosten würden sich dann auf 7,9 Millionen Euro belaufen. Der Kalkulation liegt ein Zuschauerschnitt von 9500 zugrunde, gegenwärtig sind es 11 000, wobei freilich schon beide Derbys gespielt sind.

Der VfL erwartet einen Saisonüberschuss von 477 000 Euro. Die Zahlen, die Heskamp präsentierte, basieren darauf, dass es zum Stadionverkauf kommt.

Der Etatplan wurde bei 11 Nein-Stimmen und 26 Enthaltungen durchgewunken.

 

16.02 Uhr: Jetzt geht es an die Ehrungen:  Joachim Tappert, Helmut Daube, Thomas Kleine, Elsbeth Möntmann und Christel Thörner werden für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt.   Rüdiger Kuhlmann  aus der Basketball-Abteilung ist 40 Jahre dabei, Hubert Niehues von den Fußballern gar 50. Und Franz Keisker und Helmut Spielmeyer 60 Jahre, den Vogel schießt Heinz- Georg Reyl mit 65 jähriger Mitgliedschaft ab. Letztgenannte zählen allesamt zur Fußball-Abteilung.

Dann geht es um zwei Ehrenmitgliedschaften. Reinhard Coppenrath, von der Jugend an VfLer  und in schweren Zeiten VfL-Schatzmeister im Notvorstand 1996/1997, erhielt diese Auszeichnung. Coppenrath ist immer noch Vorsitzender des Ehrenrates und erhielt stehende Ovationen.

Ehrenmitglied ist auch der im Februar zurückgetretene Dr. Dirk Rasch, der 15 Jahre die Geschicke des Vereins lenkte. Auch wenn es die Satzung nicht vorsieht: Rasch wurde auch zum Ehrenpräsidenten bei  nur wenigen Enthaltungen gewählt und erhielt ebenfalls stehenden Beifall. 

 

15.34 Uhr: Oberbürgermeister Boris Pistorius tritt ans Rednerpult. Nach einem Glückwunsch an Lehker und das Präsidium „zu dieser hochverdienten Entlastung“  sagt er: „Bei allem Unmut und aller Kritik für die letzten Jahre kann man das nicht an einem Jahr festmachen und dem bei der Entlastung Luft machen. Ich freue mich, dass die Mitglieder das ganz überwiegend genaus interpretiert haben. Ich freue mich über das Signal der Nfdv; das ist ein gutes Signal für den Zusammenhalt des Vereins.

Der OB schlägt den Bogen zur Mannschaft; hier könne man sehen, was Teamgeist ausmache und wie es sein muss, wenn es gilt, die Fehler anderer wettzumachen: „Von diesem Sportsgeist lebt auch ein Verein: Es gilt jetzt Fehler auszubügeln, die Reihen geschlossen zu halten und die Zukuft des Vereins zu sichern.“

Dann appelliert Pistorius nachdrücklich an die Versammlung, nach diesem „ersten wichtigen Schritt“ das Stimmrecht auch am 9. Dezember auszuüben: „Ich möchte Sie ermuntern und herzlich bitten, für diesen Tag am 9. Dezember keinen anderen Ausflug zu planen als den zur Halle Gartlage.“ Denn dieser Tag sei entscheidend für den Fortbestand des Profifußballstandorts Osnabrück: „Ich will hier keinen fünftklassigen Fußball sehen!“

Zum Abschluss seiner immer wieder von Applaus begleiteten Rede kündigt der OB an, rechtzeitig  vor dem zweiten Teil der Jahreshauptversammlung das Konzept zur Rettung des VfL der Öffentlichkeit vorzustellen: „Andere Partner als die Stadt gibt es nicht. Danach wird jeder wissen, über was am 9. Dezember abgestimmt wird.“

 

15.22 Uhr: Nun geht es um die Entlastung des Präsidiums namentlich um Dr. Dirk Rasch (Rücktritt im Februar), seinen Nachfolger Gert Lehker und Vizepräsident Günter Niemeyer.  Procedere wie gehabt, viele Mitglieder sind leicht genervt, weil es wieder per „Hammelsprung“ abgewickelt wird.

Zuerst verlassen die sich Enthaltenden den Saal, es folgt eine überschaubare Gruppe von Nein-Sagern, ehe sich die Ja-Fraktion formiert. Die Wahl-Kommission besteht auf einen erneuten „Hammelsprung“, um das Ergebnis unanfechtbar zu machen.

Das Endergebnis:

  • 343 Ja-Stimmen
  • 11 Nein-Stimmen
  • 116 Enthaltungen

Damit ist die wichtigste Entscheidung gefallen: Das Präsidium wurde mit großer Mehrheit entlastet!

 

14.46 Uhr: Der potenzielle Präsidentschaftskandidat Ludger Rolfsen tritt vor das Mikro und appelliert daran, die Zerrissenheit zu beenden. Er kündigt an, dass sich weite Teile der Opposition, wie er es nennt,  sich beim Thema Entlastung enthalten und fordert, dass es weiterhin einen Dialog gibt.

Anschließend die Abstimmung über Jahresbericht, Versammlungsleiter Kröger spricht von 491 Stimmberechtigten. Zunächst sind diejenigen an der Reihe, die sich enthalten. Es sind im wesentlichen die Mitglieder aus den Bereichen NfdV und Ultras.

Jetzt kommen die Ja-Sager, es ist die eindeutige Mehrheit.

Das genaue Ergebnis zum Jahresbericht:

  • 370 Ja-Stimmen
  • 1 Nein-Stimme
  • 110 Enthaltungen

Das Prozedere hat eine halbe Stunde gedauert...  

 

14.26 Uhr:  Auf die bohrenden Fragen eines Mitglieds („Ich glaube, die Bundeskanzlerin verdient nicht so viel wie Herr Prütz“) werden die Provisionen von Dieter Prütz, dem Geschäftsführer der Lila-Weiß-Marketing GmbH ein Thema. Prütz antwortet selbst und sagt: „Ja, ich verdiene viel Geld, aber ich glaube, dass ich es wert bin und viele Ideen zum Sponsoring beitrage. Aber ich darf daran erinnern, dass wir vor sechs Jahren nur zwei Millionen Euro Sponsoringeinnahmen hatten, aber mehr Provision gezahlt haben als heute – weil 20 Prozent Provision gezahlt wurden. Ich bekomme im Durchschnitt acht Prozent und bekomme soviel Geld, weil ich den Umsatz um mehr als 1,5 Millionen Euro gesteigert habe.“

Prütz schildert frank und frei seine Situation als freier Handelsvertreter („Ich bekomme weder Auto noch Telefon erstattet, erzeuge keine Lohnnebenkosten und muss an meine Rente denken“) und sagt: „Ich habe dem Vorstand schon Anfang des Jahres angeboten, auf 50.000 Euro zu verzichten. Ich habe vor 15 Jahren, als es uns ganz schlecht ging, 100.000 DM zu Verfügung gestellt, ohne zu wissen, dass ich es wieder bekomme. Ich bin VfLer, habe Herzblut für Lila-Weiß – aber wenn man mich nicht mehr will, dann will ich kein Hemmschuh sein und suche mir andere Ziele.

Prütz hat laut Jahresbericht und eigener Aussage 316.000 Euro Provision im Geschäftsjahr 2011/12 bekommen. 

 

13.52 Uhr:  Die Lila-Weiß Marketing  ist dran. Auch hier wurden mehr als 300 000 Euro weniger eingenommen als geplant. Bekannt wurde, dass es Provisionszahlungen in Höhe von 3 bis 10 Prozent gegeben habe. In der Gewinn- und Verlustrechnung geht es um eine Gesamtleistung von 3,2 Millionen Euro. Lila-Weiss Marketing  beschäftigt sechs Angestellte, davon drei auf Aushilfebasis.

Schütters Gesamteindruck: Das operative Ergebnis ist enttäuschend, vom Blindflug ist der Verein allerdings weit entfernt. Die Zahlen in Zusammenhang mit der Steuerprüfung gehörten eigentlich in die Bilanzen zwischen 2005 und 2009.

Schütter:  Es besteht Handlungsdruck. Das Zahlenwerk ist eindeutig und alles andere als rosig.

 

13.38 Uhr:  Wirtschaftsprüfer Dirk Schütter stellt die Gewinn- und Verlustrechnung vor und nennt den offiziellen Verlust der Saison 2011/12: 926.000 Euro. In seiner Erläuterung orientiert sich Schütter an dem Haushaltsplan für die vergangene Saison. Es hat laut Schütte neben dem beschlossenen Haushaltsplan eine konservativen Planungsvariante gegeben. Darin waren 470.000 weniger Einnahmen und 100000 mehr Kosten ausgewiesen, also ein operativer Verlust von 570.000 Euro. Von dieser Planung habe der Wirtschaftsrat Kenntnis gehabt. Einen Puffer in den Plan einzuarbeiten könnte man sich in einer entspannteren Finanzlage vorstellen, das sei aber für den VfL nicht realistisch.

Schütter stellt die Umsatzverluste vor: 280.000 Euro weniger Zuschauereinnahmen, 160.000 Euro weniger Sponsorengelder, 226000 Euro weniger aus Catering und Merchandising. Das sind Abweichungen von 666.000 Euro allein aus diesem Bereich. Im Transferbereich (Wegkamp, Kampl) gab es ein Plus von 451.000 Euro. 165.000 Euro kamen zusätzlich von Sponsoren zur Finanzierung der Nachverpflichtungen im Winter.

Für das Personal gab der VfL 4,275 Millionen Euro aus, 303.000 Euro mehr als geplant. Das resultiert laut Schütter aus den Nachverpflichtungen und aus den Personalkosten in Zusammenhang mit dem Steuerverfahren und dem Professionalisierungsprozess. Dass die Verwaltungskosten 118.000 Euro höher ausfielen, begründet Schütter mit den Rechts- und Verfahrenskosten im Steuerverfahren (60.000 Euro) sowie den Aufwendungen für Rechtsanwälte und Berater im Rahmen des Professionalisierungsprozesses (50.000).

Zur Betriebsprüfung und zum Steuerverfahren sagt Schütter, es sei vieles nicht vermeidbar gewesen. Der Betriebsprüfungszeitraum waren die Jahre 2006 bis 2009, das Finanzamt hat auf eine Ausweitung der Prüfung auf zehn Jahre verzichtet. Es wird zu einer Nachzahlung von 250.000 Euro kommen: „Das Strafverfahren ist gegen ein Bußgeld eingestellt worden, 25.000 Euro. Ein schriftlicher Bescheid liegt noch nicht vor.“

Schütter erklärt die einzelnen Sachverhalte. Die Zahlung von einbehaltenen Vorsteuern hat mit einer unterschiedlichen Beurteilung der Nutzung des Kunstrasens von Profis und Jugendmannschaften. Zudem mussten Spenden von 24.000 Euro für die Kindertribüne in der osnatel-Arena nachträglich versteuert wurden, weil die Steuerbehörden diesen Stadionbereich dem Profibetrieb zurechnen. Weitere Spenden wurden nicht anerkannt, wenn es zwischen dem Spender und dem Verein zusätzlich eine Leistungsbeziehung gab; im Klartext: Wenn ein Sponsor zusätzliches Geld spenden will. Schütter gibt aber auch, dass es Leistungslieferungen für Spenden gegeben hat, „und das geht natürlich nicht“. So wurden Spenden nachträglich dem steuerpflichtigen Bereich zugeschlagen, Steuernachzahlung: 107.000 Euro. 103.000 Euro wurden fällig durch Zuschätzungen des Finanzamtes aufgrund von Einnahmen aus dem Fanartikelverkauf und aus Freundschafts-, U21- und Profispielen. Das Finanzamt wertete laut Schütter bei den Abrechnungen der Profispielen die laut VfL im alten Ticketingsystem begründeten Fehler aus Mängel in der Buchführung und orierentierte sich bei der Nachforderung an den Zahlen des System. „Weil die Beweislast bei uns lag, haben nach Verhandlungen die bittere Pille geschluckt. Wir wollten das Verfahren beenden.“

 

12.51 Uhr: Erster Redebeitrag, als Frage: Wann ist der Wirtschafsrat involviert. Lehker: Wenn es um Beträge über 100 000 Euro geht.

 

12.47 Uhr: Der Wirtschaftsratsvorsitzende Hans-Jürgen Fip ist dran. Er spricht von einer historischer Phase, in der sich der Verein befindet. Er berichtet von der letzten Sitzung, in der einstimmig die Arbeit von Lehker gewürdigt wurde.  Keine Straftatbestände im Zuge der Steueraffäre seien ermittelt worden, gleichwohl die Zahlung einer Strafe verhängt worden, in überschaubarem Rahmen. Weiteres Lob für Lehker wegen seines Engagements in den Gesprächen mit den Kommunen und Institutionen wie Sparkasse und Stadtwerke wegen Zukunftssicherung. Fip fordert die VfL er auf, das Präsidium zu entlasten.  Zusätzlicher Dank an die Sponsoren, die in schwieriger Zeit zum VfL gestanden hätten, gerade im Rahmen der Steuerfahndung. Und Dank an den Rat der Stadt Osnabrück, dass er sich für den VfL verwendet habe und das wohl auch weiterhin tun werde.  Fip ruft dazu auf, einheitlich aufzutreten, bei aller Kritik gehe es auch darum, wie sie vorgetragen werde.

Fip fordert die VfL er auf, das Präsidium zu entlasten.  Zusätzlicher Dank an die Sponsoren, die in schwieriger Zeit zum VfL gestanden hätten, gerade im Rahmen der Steuerfahndung. Und Dank an den Rat der Stadt Osnabrück, dass er sich für den VfL verwendet habe und das wohl auch weiterhin tun werde.  Fip ruft dazu auf, einheitlich aufzutreten, bei aller Kritik gehe es auch darum, wie sie vorgetragen werde.

 

12.40 Uhr: Vizepräsident Günter Niemeyer spricht. Er bedankt sich bei Lila-Weiss Marketing und den Sponsoren. Die Leistungen der Mannschaften bringen wieder mehr Geld in die Kasse. Besonderer Dank an Wollitz, dass er wieder nach OS gekommen ist. Mit dem aktuellen Tabellenplatz habe keiner rechnen können.  

 

12.36 Uhr: Gert Lehker hält seinen Bericht über das Geschäftsjahr 2011/12, „das unter einem ungünstigen Stern stand“. Lehker, der im Februar kommissarisch als Nachfolger des zurückgetretenen Dirk Rasch das Amt übernommen hat, zählt die Negativerlebnisse auf: Missglückter sportlicher Aufbau nach einem unnötigen Abstieg, den fatalen Sprengkörperanschlag beim Derby gegen Münster, die Entlassung von Trainer Fuchs, der Zuschauerrückgang, Rücktrittt des Präsidenten, das gravierende Finanzloch, die Nachzahlung aus dem Steuerverfahren. „Aber es gibt Silberstreifen“, sagt der Präsident und zählt auf die Verpflichtung von Wollitz, die Leistungssteigerung der Mannschaft, die Unterstützung der Sponsoren bei der Beschaffung der Liquiditätsreserve, die Zusammenarbeit mit den Fans bei der Saisoneröffnung und in den Satzungskommissionen, die Aktivitäten zur Professionalisierung.

 „Wie konnte es dazu kommen?“, fragt Lehker in die Versammlung und beschreibt die Entwicklung, die er als „wirtschaftlich existenzgefährdend“ bezeichnet. „Es ist in der 3. Liga so: Die Einnahmen brechen bei ausbleibendem Erfolg überproportional weg, deshalb sprechen alle von der Intensivstadtion 3. Liga. Den meisten anderen Vereinen der 3. Liga geht es nicht besser.“ Der VfL sei zudem belastet von zwei Kostenblöcken: Das Jugendleistungszentrum, das in der 2. Bundesliga verpflichtend, in der 3. Liga freiwillig ist, schlägt pro Saison mit 500.000 Euro zu Buche. Die zweite Belastung sei der Stadionausbau, dessen Finanzierung pro Jahr 700.000 Euro kostet.

Zum Saisonminus, das etwa eine Million Euro beträgt, sagt Lehker: „Wir wussten, dass der Haushaltsplan optimistisch war. Es gab auch eine alternative, defensive Planung, die von einem Minus von 600.000 Euro für die Saison 2011/12 ausging.“ Das sei auch dem Wirtschaftsrat vorgelegt worden.

 Lehker bestätigt, dass der Verein mehrfach im Vorgriff auf kommende Spieljahr Sponsorengelder ausgegeben hat: „Aber das war keine Fahrlässigkeit, sondern pure Not. Wir stecken in einer nachhaltigen Notlage! Deshalb müssen wir Gelder von Eigenkapitalgebern bekommen, um das grundlegend zu ändern.“ Lehker kritisiert dann die „Verunglimpfungen und Beleidigungen“, die es vornehmlich im Internet, aber von einzelnen Gruppen auch im Stadion gegeben habe. „Konstruktive Kritik ist erwünscht, eine Verletzung der Würde ist nicht hinnehmbar“, sagte der Präsident, der davon berichtet, das sich die Stimmung im Stadion tendenziell gewandelt habe und es bereits Spieler gegeben habe, die wegen der aggressiven Stimmung nicht beim VfL bleiben wollten.

 Lehker appelliert an die Mitglieder, die Entlastung nicht zu verwechseln mit der Artikulierung von Enttäuschung über die Führung des Vereins: „Wer das tun will, kann das bei den Wahlen tun. Die Entlastung ist dafür das falsche Mittel.“ Dann spricht Lehker sich klar für die Ausgliederung aus. „Es werden uns keine Emotionen verloren gehen, es wird auch keine Weiterverkauf an bösartige Investoren geben – das ist in der Satzung ausgeschlossen. Wir orientieren uns am Modell Dortmund in unserer Struktur, und niemand wird behaupten wollen, dass es bei der Borussia im Stadion keine Emotionen mehr gibt.“ Lehker bedankt sich zum Abschluss bei Trainer Wollitz, allen Mitarbeitern und appelliert an die Mitglieder: „Lassen Sie uns gemeinsam den schwierigen Weg der Wiedererstarkung gehen. Der VfL muss wieder eine Topadresse im deutschen Fußball.“

Lehker wird mit anhaltendem Applaus aus weiten Teilen der Versammlung bedacht.

12.08 Uhr: Joe Enochs spricht über das Jugendleistungszentrum. Der Amerikaner zählt die Erfolge der Abteilung in geraffter Form auf und berichtet stolz von der Zertifizierung durch die von einer vom DFB/DFL beauftragten Agentur „Footpass“. Schwerpunkte des Konzepts sind die VfL-Akademie, Kooperationsmodelle mit Vereinen und Schulen, die Bildung eines Perspektivkaders und eine neue Basisausbildung.

Bei der Zertifzierung wird ein Nachwuchsleistungszentrum in acht Kategorien geprüft; dabei bekam der Verein im Drittliga-Maßstab weit überdurchschnittliche Noten. In vier Katgeorien hat der VfL die Bestnoten der 3. Liga bekommen. Enochs berichtet außerdem davon, dass mit Hilfe der Stadt ein neuer Kunstrasen auf der Illoshöhe verlegt worden ist. Enochs bedankt sich NLZ-Leiter Uwe Freudenberg und allen Mitarbeitern, aber auch bei dem ehemaligen Nachwuchsmanager Heiko Flottmann, der „zu diesem anderen Verein im Emsland gegangen ist“ (O-Ton des schmunzelnden Enochs, dankbarer Applaus…).

 

11.58 Uhr: Im Moment laufen die Berichte der Abteilungen, die normalerweise – bei allem Respekt – kaum Beachtung finden. Aber diesmal gibt es neben höflichem Klatschen für Tischtennis-, Basketball- und Gymnastik-Abteilung vor allem immer dann euphorischen, demonstrativen Applaus aus der NfdV-Ecke, wenn von einer guten Kassenlage der Abteilung gesprochen wird… Als Schwimm-Abteilungsleiter Harry Krogull Präsident Lehker, Geschäftsführer Ralf Heskamp und Trainer Wollitz für die „wirtschaftliche und sportliche Sanierung“ lobt, gibt es - neben viel Applaus - aus der NfdV-Ecke Zwischenrufe und Gelächter.

 

11.35 Uhr: Präsident Gert Lehker begrüßt die Mitglieder. Nach der Ehrung der verstorbenen Mitglieder entscheidet die Versammlung mit überwältigender Mehrheit, dass Professor Christian Kröger die Leitung übernimmt. Kröger hält eine Abstimmung per Handzeichen mit Stimmkarte bei der Masse von anwesenden Mitgliedern – es dürften gut 500 sein – für problematisch. Er schlägt vor, dass bei Abstimmungen erst die Ja-Sager nach draußen gehen und gezählt werden, dann die Nein-Sager und schließlich die Enthalter. Für das Verfahren der Auszählung wird eine Wahlkommission eingesetzt. Vorgeschlagen für die Kommission sind: Stauff, Fenkes, Rahe, Bröcker.

Die Versammlung akzeptiert diesen Vorschlag mit klarer Mehrheit, ebenso die Vorziehung der Tagesordnungspunkte mit den Berichten aus den anderen Abteilungen. Damit soll OB Pistorius, der wegen eines offiziellen Volkstrauertag-Termins nicht pünktlich kommen kann, Gelegenheit gegeben werden, die entscheidenden Teile der Versammlung mitzubekommen.

 

11.21 Uhr: Die Vereinshymne „Wir sind alle…“ wird gerade abgespielt, Präsident Gert Lehker steht startklar am Rednerpult. Im benachbarten Niedersachsensaal gibt es Getränke und Imbiss, die letzten Mitglieder holen sich noch Stärkungen. Lange dürfte es jetzt nicht mehr dauern.

 

11.00 Uhr: aber noch sind nicht alle Mitglieder drin im Kongresssaal der OsnabrückHalle. Der Beginn der Jahreshauptversammlung/Teil 1 wird sich verzögern. Wir berichten in Etappen von dieser wichtigen Versammlung, bitte erwarten Sie aber keine Frequenz der Einträge wie bei einem Liveticker von einem Spiel. Wir werden versuchen, die Ereignisse und Redebeiträge kompakt und sachlich zusammenzufassen. Unser Fotograf Helmut Kemme wird Fotos liefern. Berichterstattung und Kommentar lesen Sie außerdem morgen in der Printausgabe der Neuen OZ.  

 

Zur Sache:

Jahreshauptversammlung, Teil 1: Heute ist die Osnabrückhalle ab 11 Uhr Schauplatz, wenn sich die Mitglieder des VfL Osnabrück zur ersten zukunftsweisenden Versammlung treffen. Es kann – ebenso wie bei Teil 2 am 9. Dezember in der Halle Gartlage – ein langer Tag werden. Verkaufsstände für Imbiss und Getränke sind eingerichtet …

Um was geht es? Die wichtigsten Punkte der Tagesordnung sind die Berichte des Präsidiums, die Vorstellung des Jahresabschlusses, die Entlastung des Präsidiums und die Genehmigung des Haushaltsplans 2012/13.

Wie viele Mitglieder werden erwartet? Nach der Eintrittswelle der letzten Wochen (168 neue Mitglieder seit August) sind 1385 VfLer stimmberechtigt. Die Opposition um die Gruppe NfdV und die Ultras hofft, 150 bis 200 Stimmen zu mobilisieren. Der Kongresssaal hat 650 Plätze.

Worum geht es bei der Entlastung? Die einfache Mehrheit genügt, um das Präsidium – en bloc oder einzeln – zu entlasten. Dieser Akt bezieht sich auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12, also mit dem zurückgetreten Dirk Rasch, der ebenso wie Ex-Schatzmeister Reinhard Coppenrath für die Ehrenmitgliedschaft vorgeschlagen worden ist. Mit einer Entlastung nehmen die Mitglieder die ehrenamtliche Führung aus der persönlichen Haftung für das Geschäftsjahr.

Welche Folgen hat es, wenn das Präsidium nicht entlastet wird? Das bedeutet, dass der Verein damit die Option behält, einzelne Präsidiumsmitglieder persönlich haftbar zu machen für durch grob fahrlässig oder vorsätzlich herbeigeführte (wirtschaftliche) Schäden. Unmittelbare Folgen hat das nicht, auch eine Kandidatur der nicht entlasteten Funktionäre ist davon nicht beeinträchtigt. Aber die Verweigerung der Entlastung wäre ein unübersehbares Signal des Misstrauens der Mitglieder-Mehrheit gegenüber der Clubführung.

Was sollte man außerdem wissen? Angesichts des Andrangs bittet der VfL um frühzeitiges Erscheinen; die Halle ist ab 10 Uhr geöffnet. Die Mitglieder müssen sich ausweisen (Personalausweis, Reisepass) und sollten ihren Mitgliedsausweis an einer der fünf Einlassstellen (je eine für Gymnastik/Basketball sowie für Tischtennis/ Schwimmen und drei für Fußball) parat haben. Für die Abstimmungen liegen Stimmkarten bereit. Der Antrag auf Einsetzung einer Wahlkommission, die eine korrekte Stimmenauszählung gewährleistet, dürfte in Erinnerung an die Probleme bei der Zählung vor einem Jahr durchgehen; weitere Anträge liegen laut VfL nicht vor. Auf Wunsch des Vereins soll Professor Christian Kröger die Versammlung leiten; dem müssen die Mitglieder zustimmen. Mitglieder, die zur Versammlung sprechen wollen, müssen sich auf einer Rednerliste eintragen.

Werden Mannschaft und Trainer dabei sein? Claus-Dieter Wollitz und sein Trainerteam werden die Versammlung verfolgen, die Spieler kommen nicht.

Geht es denn noch gar nicht um die Frage „Ausgliederung – Ja oder Nein“? Möglich, dass das Thema in der zu erwartenden Flut von Redebeiträgen auftaucht – aber die Frage der Entlastung hat damit nichts zu tun. Um die neuen Strukturen geht es dann am 9. Dezember.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN