Mit Ruhe und Beharrlichkeit VfL Osnabrück: Marcel Ruschmeier will sich etablieren

Meine Nachrichten

Um das Thema VfL Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Brennt auf sein erstes Jahr als Profi: Marcel Ruschmeier, hier im Zweikampf mit Marc Heider. Foto: Helmut KemmeBrennt auf sein erstes Jahr als Profi: Marcel Ruschmeier, hier im Zweikampf mit Marc Heider. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Er lebt den Traum jedes Kindes, das mit dem Trikot des Idols am Leib und dem Ball am Fuß auf den Bolzplätzen dieser Welt herumrennt. Aber Marcel Ruschmeier, neu im Profikader des VfL, ist weit davon entfernt, abzuheben – das ist nicht seine Art. Weil er ein bodenständiger Osnabrücker ist.

Aufgewachsen in der Dodesheide, das Kicken beim SSC gelernt, als Zehnjähriger mit zwei talentierten Kumpels zum VfL Osnabrück gewechselt und seither alle Nachwuchsteams der Lila-Weißen durchlaufen – bis hin zur im Sommer aufgelösten Oberliga-U21. „Wenn es auf ein höheres Level ging, habe ich immer ein bisschen Anlaufzeit gebraucht. Aber auf lange Sicht habe ich mich durchgesetzt“, blickt Marcel Ruschmeier auf seinen Werdegang als Fußballer zurück.

Und meint konkret etwa den Sprung in die Bundesliga-B-Jugend – aus einer VfL-U16, die nur in der Landesliga kickte. Oder auch seinen Reifeprozess vom Jungspund zum Führungsspieler der U21. „Er hat in drei Oberliga-Spielzeiten sehr ordentliche Leistungen gebracht – und seine Ausbildung fertiggemacht“, sagt VfL-Trainer Joe Enochs über den frisch gebackenen Groß- und Außenhandelskaufmann. Sein Chef bei einem großen Fahrzeugteile-Händler der Stadt habe versprochen, er könne jederzeit zurückkehren, erzählt Ruschmeier. „Mein Ziel beim VfL ist jetzt, so viel Spielpraxis wie möglich zu bekommen. Ich will alles versuchen, mich als Profi zu etablieren .“

Das traut Enochs dem 21-Jährigen absolut zu – wobei der VfL-Trainer sagt, die 3. Liga sei für Ruschmeier „schon ein großer Sprung.“ Der robuste Verteidiger ist aber bereit, diesen zu machen – und geht ihn an mit jenen Tugenden, die ihn charakterisieren. Und die ihm bisher halfen, alle Herausforderungen als Fußballer zu meistern.

Zu nennen ist zuerst seine innere Ruhe. Die registriert jeder Gesprächspartner, weil Ruschmeier keine Sprüche klopft, sondern überlegt, bevor er bedächtig Antworten auf Fragen gibt. Die sieht man aber auch auf dem Feld, wo Experten gern von „Ruhe am Ball“ sprechen. „Ich glaube, dass Spielaufbau, Diagonalbälle und die Schusstechnik zu meinen Stärken gehören“, so der Verteidiger, der im Zentrum oder rechts außen spielen kann. Dort lebt er in den Zweikämpfen seine Beharrlichkeit aus – jenen Charakterzug, der ihn in kleinen, aber steten Schritten voranbrachte auf dem Weg vom jungen VfL-Fan in der Ostkurve bis in den Profikader.

Einen Teil seines Talentes hat er in die Wiege gelegt bekommen: „Meine Mutter hat Volleyball gespielt, mein Vater Handball und Fußball. Er hat es nie so weit geschafft wie ich. Nun ist er neidisch, aber auch stolz“, sagt Ruschmeier, der nicht vergisst zu erwähnen, welchen Anteil seine Eltern als stete Unterstützer an seiner Karriere haben. Wie die guten Freunde, die aber nun noch mehr als zuvor beim einen oder anderen abendlichen Ausflug auf Ruschmeier verzichten müssen. „Wir beschränken uns auf die kleinen Sachen wie Abende an der FIFA-Konsole. Aber ich weiß ja, wofür ich das tue“, so Ruschmeier.

Und zwar für die Profifußball-Laufbahn – mit dem ersten ganz großen Highlight im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV. „Das ist mein Lieblingsverein in der Bundesliga – für mich war die Auslosung perfekt. Sollte ich in diesem Spiel eine Chance erhalten, freue ich mich riesig.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN