VfL Osnabrück: Willers drohen sechs Monate Vier Spiele Sperre: Heider akzeptiert, Menga widerspricht

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Vier Spiele Sperre für Marc Heider: Der Profi des VfL hat das Strafmaß des DFB akzeptiert. Foto: Helmut KemmeVier Spiele Sperre für Marc Heider: Der Profi des VfL hat das Strafmaß des DFB akzeptiert. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Vier Spiele Sperre für Marc Heider und Addy Menga, sechs Monate Zwangspause für Tobias Willers: Knapp sieben Wochen nach dem Saisonfinale gegen den SC Paderborn stellt der DFB die Strafanträge gegen drei Profis des VfL Osnabrück, die im Verdacht der versuchten Spielmanipulation standen.

In einem Fall ist das Urteil rechtskräftig: Marc Heider hat die Sperre und die Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro akzeptiert, obwohl er nach wie vor davon überzeugt ist, nichts Unrechtes getan zu haben. „Ich habe zwar – wie eigentlich jede zweite Woche – mit meinem Freund Rafael Kazior telefoniert“, betont der 31-Jährige, „und am Rande des Gesprächs habe ich erwähnt, dass einer unserer Spieler (gemeint ist Tobias Willers, d. Red.) partout glaubt, Werder würde für uns eine Prämie locker machen, wenn wir gegen Paderborn gewinnen.“

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Zur Erinnerung: Am letzten Spieltag am 20. Mai konnte sich die U23 von Werder Bremen nur vor dem Abstieg retten, wenn gleichzeitig der SC Paderborn in Osnabrück nicht gewinnen würde. Weil Werder durch ein Tor in der 85. Minute den VfR Aalen 1:0 besiegte, reichte den Paderbornern das 0:0 beim VfL nicht zum Klassenerhalt. Der fiel den Ostwestfalen zwei Wochen später durch den Lizenzentzug für München 1860 doch noch in den Schoß.

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Heider legt Wert darauf, dass er nie versucht habe, eine Prämie bei Werder herauszuholen: „Es war dumm, die Sache nicht dem Verein und dem DFB zu melden. Aber niemals hätte ich so etwas getan. Wer mich als Mensch und Fußballer erlebt hat, weiß, dass das in keiner Weise zu mir passt“, sagte Heider, der wegen eines zwei Wochen zuvor erlittenen Innenbandrisses im linken Knie nicht einsatzfähig war.

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Vier Ligaspiele Sperre, 2000 Euro Geldstrafe – das sieht der Antrag des DFB-Sportgerichts auch für Addy Menga vor. Im Unterschied zu Heider will der Stürmer das nicht akzeptieren und wird, wie er bestätigt, über seinen Rechtsanwalt Einspruch einlegen. Menga gibt zwar zu, dass er den ihm aus seiner Zeit in Bremen bekannten Physiotherapeuten Claas Bente vor dem Spiel gegen Paderborn angerufen hat, „aber ich habe mit keiner Silbe Geld gefordert.“

Im Bremer Mannschaftskreis wurde über die Anrufe gesprochen; über den Bremer Torwart Tobias Dufner kam die Information an den Ombudsmann des DFB, der das Verfahren in Gang setzte und noch am Freitag vor dem Spiel mit den Osnabrücker Profis sprach und dem VfL empfahl, auf Menga und Willers zu verzichten.

Das Verhalten von Heider und Menga wird als „unsportliches Verhalten“ bewertet. Es handele sich nicht um eine „schwerwiegende Sportverfehlung“. Man gehe zugunsten der beiden Spieler davon aus, dass das Verhalten noch nicht den Tatbestand der Spielmanipulation erfüllt habe.

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Anders sieht die Lage für Tobias Willers aus, der von Menga und Heider als Anstifter und Initiator der Aktion genannt wurde. Vor allem die Whats-App-Chat-Verläufe, die die beiden gegenüber den DFB-Ermittlern offenlegten, belasten den Abwehrchef. Danach hat er die beiden wegen ihrer Verbindungen nach Bremen mehrfach aufgefordert, dort aktiv zu werden. Angeblich hat Willers selbst versucht, die Möglichkeiten einer zusätzlichen Prämie beim gleichfalls vor dem letzten Spieltag abstiegsbedrohten Team von Rot-Weiß Erfurt auszuloten.

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Ob Willers das Urteil – sechs Monate Spielsperre und eine Geldstrafe – akzeptiert, war am Donnnerstag nicht zu erfahren. Weder der Spieler noch sein Rechtsanwalt reagierten auf entsprechende Anfragen.

Der DFB verkündete auf seiner Website am Donnerstag das rechtskräftige Urteil gegen Heider. „Er hatte im Vorfeld des letzten Saisonspiels gegen den abstiegsbedrohten SC Paderborn am 20. Mai 2017 auf Drängen eines Mitspielers Gegenleistungen bei der ebenfalls im Abstiegskampf befindlichen Mannschaft Werder Bremen II nachgefragt, wenn man sich um einen Sieg gegen Paderborn bemühe“, heißt in der offiziellen Mitteilung.

Zu Menga wurde lediglich mitgeteilt, dass das Verfahren noch in der Sportgerichtsbarkeit anhängig sei. Hier fällt das Urteil entweder in einer mündlichen Verhandlung oder im schriftlichen Verfahren. Weiter heißt es: „Die Sportstrafsache gegen seinen Mitspieler Tobias Willers wird ferner am 10. Juli 2017 ab 14 Uhr mündlich in Frankfurt verhandelt.“

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