Meine Saison mit dem VfL Benjamin Kraus: Ein fitter Robbie Kristo kann helfen

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Kopfballstark: Robert Kristo, hier im Hinspiel gegen den FSV Frankfurt. Foto: Helmut KemmeKopfballstark: Robert Kristo, hier im Hinspiel gegen den FSV Frankfurt. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück In einer Umfrage der NOZ Medien ziehen Reporter, die über den VfL Osnabrück berichten, ihre ganz persönliche Saisonbilanz. Diesmal Benjamin Kraus.

Benjamin Kraus, ist 35 Jahre alt, Sportredakteur der NOZ Medien und berichtet seit 2009 über den VfL. Der Offensivspieler kickt selbst beim SV Rasensport II in der 1. Kreisklasse.

Mein Fazit der Saison: 13 Punkte Rückstand waren es am Ende auf den direkten Aufstiegsplatz zwei, neun Punkte Rückstand auf den Relegationsrang drei – und zehn Punkte Vorsprung auf den sportlichen Abstiegsplatz 18. Die durchschnittliche Ausbeute (54 Punkte) reichte zwar für Rang sechs, ist aber die zweitschlechteste seit dem Zweitliga-Abstieg 2011. Dennoch ist die Gesamtbilanz eher positiv angesichts der geglückten DFB-Pokal-Qualifikation und einem Saisonverlauf, in dem der VfL fast immer im oberen Drittel der Tabelle agierte. Verletzungen von wichtigen Stammspielern, Formschwankungen bei aufstrebenden Talenten und schwächere Leistungen in einigen Schlüsselspielen wie etwa beim FSV Frankfurt verhinderten am Ende den ganz großen Wurf – der angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen für den VfL eben nur dann möglich ist, wenn alle Faktoren stimmen.

Gewinner der Saison: Marius Gersbeck, Nazim Sangaré, Kwasi Okyere Wriedt. Alle drei U23-Spieler sind Stammkräfte geworden, haben für ihre Karriere einen großen Schritt gemacht. Angesichts ihrer guten Perspektive ist das auch für den VfL eine gute Nachricht: Stand jetzt bleiben alle drei, verlässt doch noch einer den Verein, bringt er den Lila-Weißen eine Ablöse – oder vielleicht in ferner Zukunft mal wieder Geld mit einem Auslandswechsel, wie zuletzt etwa Kevin Kampl oder Rouven Hennings. In jedem Fall sind auch Gersbeck, Sangaré und Wriedt beste Beispiele für den VfL, in der aktuellen Transferperiode wieder junge Talente im Blick zu behalten.

Verlierer der Saison: Tobias Willers, Addy Menga, Marc Heider. Wobei die Ermittlungen hoffentlich noch klären, wer aus dem Kreis dieser drei bewusst jenes Spiel verraten hat, mit dem er sein gutes Leben finanziert – und wer sich vielleicht eher aus Naivität vor einen Karren hat spannen lassen.

Entdeckung der Saison: Auch hier hätte Marc Heider stehen können. Dass der inzwischen 31-Jährige beim VfL nochmal so durchstartet, war nicht unbedingt zu erwarten, nachdem ihn die Kieler zuvor aufs Abstellgleis geschoben hatten. Fünf Tore, fünf Vorlagen, aber noch mehr sein unbedingter Einsatzwille machten aus ihm einen unverzichtbaren Teil der Mannschaft der Saison 2016/17.

Mein Lieblingsspieler: Robbie Kristo. Ein Stürmer, der vor allem über den Körper kommt – ähnlich wie der Autor des Textes in der 1. Kreisklasse. Möglicherweise hat Kristo athletisch und fußballerisch im Vergleich leichte Vorteile. Zu wünschen ist ihm, dass er in der kommenden Saison so verletzungsfrei bleibt wie der Autor in der vergangenen – denn dann kann er ein Spielertyp sein, der dem VfL gerade im schwachen Endspurt der aktuellen Saison ein wenig abging.

Wenn ich Joe Enochs wäre, dann… …würde ich mein Ding weiter genauso durchziehen, vielleicht ab und an bei öffentlichen Statements mal versuchen, ein bisschen mehr Euphorie im Umfeld zu entfachen – aber auf jeden Fall noch viel weniger darauf geben, was in jenem Umfeld sonst so erzählt wird.

In der nächsten Saison……werden alle ein Jahr älter werden. Das klingt banal, kann aber bei zentralen Figuren wie den derzeit an seinem Comeback arbeitenden Halil Savran, Dauerläufer Christian Groß oder Defensivspielern wie Alexander Dercho, Kim Falkenberg oder Marcel Appiah durchaus ein Faktor in einer 20er-Staffel mit 38 Saisonspielen werden. Die Liga wird bei vielen Derbys (meinetwegen auch Nachbarschaftsduellen) unbestritten attraktiver – angesichts der rasanten Einkaufspolitik von Klubs wie Würzburg, Karlsruhe, Wehen Wiesbaden oder Lotte aber auch stärker. Nicht nur deshalb wäre es für mich keine große Überraschung, wenn der VfL diesmal eher in Tabellenregionen fernab des oberen Drittels spielt.

Weiterlesen: Christian Hesse: Meyers Anteil an der Entwicklung von Gersbeck


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