Ermittlungen laufen Manipulationsverdacht beim VfL: Menga und Heider geben Fehler zu

Von Harald Pistorius, Benjamin Kraus und Stefan Alberti

Addy Menga nach dem Spiel gegen Fortuna Köln. Foto: Archiv/osnapixAddy Menga nach dem Spiel gegen Fortuna Köln. Foto: Archiv/osnapix

Osnabrück. Osnabrück. Der DFB und die Staatsanwaltschaft ermitteln gegen drei Fußballprofis des VfL Osnabrück wegen des Verdachts der versuchten Spielmanipulation. Zwei der Spieler traten am Sonntagabend die Flucht nach vorn an: Addy Waku Menga und Marc Heider geben Fehler zu, weisen aber die Verantwortung einem namentlich nicht genannten Teamkollegen zu.

Menga und Heider geben zu, dass sie in der Woche vor dem Spiel des VfL gegen den SC Paderborn Kontakt mit zwei Mitgliedern der U-23-Mannschaft von Werder Bremen gehabt haben. Im Raum steht nach den ersten Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses der Verdacht, dass drei Osnabrücker versucht haben, von Bremer Seite eine Geldprämie zu verlangen, um durch einen Sieg gegen den vor dem letzten Spieltag ebenfalls vom Abstieg bedrohten SC Paderborn Werders Chancen auf den Klassenerhalt in der 3. Liga zu verbessern.

Menga und Heider: Keine Absprachen

Die beiden Fußballer, die früher in Werders U23 gespielt haben, behaupten, es sei zu keinen Verhandlungen oder Absprachen gekommen, man habe mit dem Anruf lediglich dem Drängen eines Mitspielers nachgegeben. Dieser Teamkollege habe sie immer wieder versucht anzustiften, persönliche Verbindungen nach Bremen zu nutzen, um aus der sportlichen Konstellation des letzten Spieltags Kapital zu schlagen. Werder hatte nur eine Chance, den Abstieg zu vermeiden, wenn Paderborn in Osnabrück nicht gewinnen würde. Die Partie an der Bremer Brücke endete 0:0, damit reichte den Bremern das 1:0 gegen Aalen zum Klassenerhalt.

Weiterlesen: Das wäre Verrat am Fußball, am Verein und an den Fans – ein Kommentar

Menga und Heider sagen, dass sie nie Geld gefordert hätten. „Er hat mich immer wieder genervt, deshalb habe ich einen ehemaligen Mitspieler angerufen, mit dem ich ohnehin regelmäßig in Kontakt bin“, sagt der seit mehreren Wochen verletzte Heider, „dem habe ich gesagt, dass einer meiner VfL-Kollegen glaube, Werder würde uns für einen Sieg etwas zahlen. Mein Freund hat mich gefragt, was der Typ sich denken würde. Damit war der Fall für mich erledigt.“

Heider: Das war einfach dumm

Den Namen des Teamkollegen wollen weder Heider noch Menga nennen. In einer Teamsitzung am Sonntag sei derjenige aufgefordert worden, sich öffentlich zu erklären. „Wir wissen, dass wir einen Riesenfehler gemacht haben“, sagt Heider, „das war einfach dumm, aber wir haben die Tragweite einfach nicht erkannt.“

Weiterlesen: DFB und Staatsanwalt ermitteln gegen drei Profis des VfL Osnabrück

Über den SV Werder, der den für solche Probleme vorgesehenen unabhängigen DFB-Ombudsmann über die Anrufe der Osnabrücker Spieler informiert hatte, hatte der DFB am Donnerstagabend von den Vorgängen erfahren und den DFB-Kontrollausschuss mit den Ermittlungen beauftragt. Bereits am Freitag redeten zwei Mitglieder des Gremiums mit der Mannschaft sowie mit den drei Tatverdächtigen sowie Spielern.

Unmittelbar nach Spielschluss ging der DFB mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit. Außer dem DFB-Kontrollausschuss ermitteln auch die Staatsanwaltschaften in Bochum und Osnabrück auf der Grundlage des erst kürzlich verabschiedeten Gesetzes zum Schutz vor Wettbetrug und Spielmanipulation.

Weiterlesen: DFB-Vize Koch erklärt das Vorgehen des Verbandes


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN