Pokalspiel am Mittwoch „unheimlich wichtig“ VfL Osnabrück: Das fehlende Gespür für den Moment


Osnabrück. Nur Elfter der Rückrundentabelle, nur 14. der Auswärtstabelle: Neben der Schwäche auf fremden Plätzen spricht vor allem die aktuelle Form des VfL Osnabrück (nur 13 Punkte aus den letzten 12 Spielen) klar gegen einen möglichen Aufstieg.

„Uns fehlte in der ersten Halbzeit das Gespür für den Moment, mal zielstrebiger und schneller nach vorn zu spielen“, umriss Enochs das Problem des Auftritts seiner Elf beim FSV Frankfurt.

Maximal 2500 Zuschauer – die FSV-Fanblocks waren fast leer, auch viele Sitzplatz-Dauerkarteninhaber haben über die Feiertage offenbar andere Aktivitäten vorgezogen – sahen lange eine recht lethargisch geführte Partie. Der vom wirtschaftlichen und sportlichen Absturz gezeichnete FSV musste bis Mitte der zweiten Halbzeit kaum beweisen, ob er bereit ist für kraftraubende Zweikämpfe und Sprints, die wirklich weh tun – zu wenig wurde er vom VfL gefordert, zu einfach konnte er aus der kompakten Ordnung heraus die Angriffe abprallen lassen. Mit „falschen Entscheidungen, fehlender Konzentration und Ungenauigkeiten“ erklärte Marcel Appiah, der kurz vor Schluss mit einem gut gesetzten taktischen Foul einen vielversprechenden FSV-Konter stoppte, das Verpuffen der wenigen guten VfL-Angriffe. Später traf nur Addy Menga. Etwas sagen zu seinem Tor-Comeback wollte er nach der Partie nicht.

Fehlen wird im Heimspiel gegen den VfR Aalen am Samstag Christian Groß, der in Frankfurt seine fünfte Gelbe Karte sah. Weil aktuell das Erreichen von Platz vier in der Abschlusstabelle der 3. Liga für den VfL sehr vage ist, steht nun zuvor am Mittwoch (19 Uhr) das Niedersachsenpokal-Halbfinale gegen Arminia Hannover noch mehr im Fokus. „Das Spiel ist unheimlich wichtig für den Verein“, weiß Kwasi Okyere Wriedt angesichts der Tatsache, dass der Sieger sein Ticket für die Teilnahme am DFB-Pokal 2017/18 löst.

Der Ex-Klub des Stürmers, der Lüneburger SK Hansa, hat das mit dem 2:0-Sieg im anderen Semifinale beim BSV SW Rehden bereits getan. Die Arminia um den Voxtruper Tilman Gust hat am Samstag 0:2 in Heeslingen verloren, ist Oberliga-Neunter – und wird wohl noch defensiver agieren, als es der FSV Frankfurt tat. „Wir müssen unsere Köpfe frei bekommen und vernünftig auftreten“, sagt Trainer Joe Enochs. „Vielleicht wirkt ein Sieg befreiend für den Liga-Endspurt“, hofft Wriedt. Ansätze, etwas zu verbessern und neue Euphorie zu erzeugen, dürfte es nach dem Frankfurt-Spiel genug geben.


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