Ornatelli: Dem VfL fehlt Kreativität VfL Osnabrück: Stimmen zum 1:1 beim FSV Frankfurt

Bekam hier keinen Freistoß: Torschütze Addy Menga in Frankfurt. Foto: Moritz FrankenbergBekam hier keinen Freistoß: Torschütze Addy Menga in Frankfurt. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Ein 1:1 beim FSV Frankfurt – zu wenig für ernsthafte Aufstiegs-Ambitionen beim Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück. Hier die Reaktionen von Spielern und Trainern.

Joe Enochs, Trainer VfL Osnabrück Wir sind nach Frankfurt gekommen, um zu gewinnen – das ist uns nicht gelungen. Wir wollten den Gegner früh unter Druck setzen und dann guten Fußball spielen von hinten heraus. In der ersten Halbzeit haben wir nichts groß zugelassen und haben nach Standardsituationen zwei gute Chancen – ein Tor dort hätte uns vielleicht Sicherheit gegeben, sodass wir abgeklärter hätten spielen können. In der Halbzeit hatten wir uns vorgenommen, weiter die Null zu halten – das hat dann nur ein paar Minuten geklappt. Nach dem Rückstand ist es schwierig geworden, wenn Kader das 2:0 macht, wäre das Spiel wohl gelaufen gewesen – aber wir sind zurückgekommen mit dem Ausgleich und hatten dann zwei klare Torchancen, sodass wir sogar noch hätten gewinnen können. Nach dem 1:1 war es wie ein A-Jugend-Spiel: Wir haben die Ruhe nicht bewahrt und nicht mehr klar genug gespielt. Ein großes Kompliment muss ich Gino und seiner Mannschaft machen, die alles gegeben hat. Wir hatten uns vorgenommen, von Anfang an die Unsicherheit des Gegners auszunutzen, das ist uns nicht gelungen. Das ist extrem bitter.

Hier der Spielbericht zum 1:1 in Frankfurt

Gino Lettieri, Trainer FSV Frankfurt: Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht über das Ergebnis. Unser Plan war, dem VfL das Spiel zu überlassen und uns die Torchancen zu schnappen. Bereits nach drei, vier Minuten können wir nach der Riesenchance für Schachten mit 1:0 führen – und nach unserem 1:0 muss Kader das 2:0 machen. Wegen des Gegentors hat sich schon ein Spieler bei mir entschuldigt, dass er da spekuliert hat im Zweikampf – sonst wäre Menga gar nicht frei gewesen. Wir haben unsere Konter nicht gut ausgespielt und sind nach 60, 70 Minuten wieder körperlich an unsere Grenzen gekommen, haben konditionell abgebaut.

Kwasi Okyere Wriedt, Stürmer VfL Osnabrück: Wir hatten viele Spielanteile, viel Ballbesitz, aber zu wenige klare Chancen. Dann haben wir ein unglückliches Tor kassiert, sind aber trotzdem ruhig geblieben und haben weiter Fußball gespielt. Je länger das Spiel gedauert hat, desto mehr Chancen haben wir uns erarbeitet. Mich freut es für Addy, dass er sein Tor gemacht hat. Ich habe alles gegeben, aber für mich persönlich war es heute nicht so eínfach, weil ich gegen die Dreierkette des Gegners im Zentrum recht wenig Räume hatte. Ein, zwei Möglichkeiten konnte ich mir erarbeiten, meinen Schuss nach der Pause habe ich etwas verzogen. Wir versuchen, viel Fußball zu spielen, müssen uns aber ankreiden, dass wir das eine oder andere Tor zu wenig machen aus unseren Chancen und aus unserem vielen Ballbesitz. Wir haben jetzt noch fünf Spiele und wollen so viele Punkte wie möglich holen. Wenn wir am Mittwoch das Pokalspiel gewinnen, kann das vielleicht nochmal befreiend wirken.

Massimo Ornatelli, Einwechselspieler FSV Frankfurt: Insgesamt war es ein verdienter Punkt für uns. Wobei ich mir vom Gegner schon etwas mehr erwartet hätte. Ich weiß ja von ihren Aufstiegsambitionen. Der VfL hat zwar defensiv gut gestanden und gut gekämpft, aber nach vorne fehlte es schon an Kreativität und den letzten Prozenten im Erzwingen von Torchancen. Hier bei uns liegt die Stimmung natürlich am Boden, wobei die finanziellen Probleme bei uns ja schon länger bekannt sind. Im Nachhinein hat man das Gefühl,  dass hier alles „all inn“ auf den Aufstieg gesetzt worden ist, mit der einzigen Alternative der Insolvenz wie jetzt, wenn es nicht klappt. In der Hinrunde hatten wir mal eine Phase, wo wir an den vorderen Plätzen geschnuppert haben – aber spätestens mit der Verletzung unseres besten Torjägers Fabian Schleusener, mit dem ich auf dem Platz sehr gut harmoniert habe, war ab dem Winter alles anders. Jetzt werden wir vom Arbeitsamt bezahlt – eine schwierige und total enttäuschende Situation. Ich schaue mich jetzt natürlich um, weiß aber definitiv noch gar nicht, wie es im Sommer weitergeht.  

Hier der Spielbericht zum 1:1 in Frankfurt


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