Wriedt und Reimerink treffen VfL Osnabrück stoppt Niederlagenserie – 2:1 gegen Kieler „Störche“

Von Stefan Alberti und Johannes Kapitza



Osnabrück. Es geht doch. Und wie oft ist in den vergangenen Tagen von dem Bock gesprochen worden, der endlich umgestoßen werden sollte? Der VfL Osnabrück hat ihn umgestoßen – gegen die „Störche“ von Holstein Kiel. Nach vier Niederlagen in Folge siegten die Lila-Weißen letztlich verdient mit 2:1.

Der VfL startete so, wie es sich während der vergangenen Trainingstage abgezeichnet hatte: Auf den Flügeln Bashkim Renneke und Jules Reimerink für Marc Heider und Michael Hohnstedt. Im Angriff Heider für Kemal Rüzgar, auf der rechten Außenverteidiger-Position Nazim Sangaré für Kim Falkenberg.

Trotz seiner zuletzt schwachen Auftritte behielt Tobias Willers seinen Platz in der Innenverteidigung – was aber auch schlicht daran gelegen haben mag, dass nach der Rotsperre gegen Anthony Syhre dem Trainer die Alternativen fehlten. Wieder da – und zunächst auf der Bank: Christian Groß. Doch dazu später mehr. (Den Liveticker zum Nachlesen finden Sie hier)

Früher Warnschuss der Kieler „Störche“

Den ersten Warnschuss der Partie gaben die Kieler „Störche“ in der zweiten Minute ab: Der VfL hatte Glück, als Marvin Ducksch nach schöner Vorarbeit von Dominick Drexler mit seinem Abschluss nur knapp das Osnabrücker Tor verfehlte. Dieser Warnschuss zeigte offensichtlich Wirkung: Der VfL nah fortan das Spiel in die Hand, attackierte früh – und erarbeitete sich Chance um Chance. Renneke scheiterte nach einem Schuss von Kwasi Okyere Wriedt im Nachsetzen an Kiels Torhüter Kenneth Kronholm.

Der ackernde Heider wühlte sich immer wieder durch und suchte konsequent den Torabschluss (9./10.). Nun ja, und das 1:0 ließ dann nicht mehr lange auf sich warten: Wriedt besorgte in der 16. Minute mit seinem zehnten Saisontreffer das 1:0. Renneke und Alexander Dercho hatten zuvor per Doppelpass den Weg geebnet. Eine verdiente Führung.

VfL-Abwehr stand sicher in der ersten Halbzeit

Die Gäste kamen nun etwas besser ins Spiel, allerdings ohne sich zwingende Möglichkeiten zu erarbeiten. Die VfL-Abwehr stand sicher – vielleicht mit kleinen Abstrichen für Tobias Willers, dem in einigen Aktionen die Unsicherheit anzumerken war. Aber dann war es ausgerechnet Willers, der in der 37. Minute per Kopf eine Flanke von Bastian Schulz an Reimerink weiterleitete.

Der Niederländer nahm dankend an – und köpfte zum vielumjubelten 2:0 ein. Die Holstein-Abwehr befand sich freilich im Tiefschlaf. Freiheit im Strafraum für Reimerink, die er eiskalt ausnutzte.

Mit Dauer-Support in die zweite Halbzeit

Zur Pause gab es nach zurückliegenden zähen Wochen die verdiente Seelenmassage für die VfL-Profis: Das Publikum verabschiedete den VfL mit donnerndem Applaus in die Kabine. Und mit Dauer-Support ging es in die zweite Halbzeit. Richtung Ostkurve. Weiter mit Kampf. Weiter mit Biss. Und ab der 55. Minute mit Rückkehrer Groß. Sein letzter Einsatz lag schon Monate zurück – am 26. November 2016 gegen die Sportfreunde Lotte. Nach seinem Kreuzband-Anriss hatte seine lange Leidenszeit endlich ein Ende. „Grosso“ löste Schulz ab, der mit einer Umarmung die Kapitänsbinde übergab. Schulz ist übrigens am Dienstag in Erfurt gesperrt – er kassierte in der ersten Halbzeit seine zehnte Verwarnung.

Kingsley Schindler trifft zum 2:1

Groß fügte sich nahtlos ein, übernahm sofort Verantwortung – und versuchte Ordnung ins Spiel der Lila-Weißen zu bringen. Die Gäste drängten, wollten den Anschlusstreffer – und bekamen ihn auch. Steven Lewerentz setzte sich auf der linken Seite durch, flankte flach in den Strafraum, Willers ließ den Ball passieren und Kingsley Schindler schoss zum 2:1 ein. Eine Fehlerkette bei den Lila-Weißen, die Willers in letzter Instanz nicht bereinigen konnte.

Der Auftakt für eine ungemütliche Schlussphase, auch wenn Groß fast im Gegenzug mit einem satten Schuss aus 18 Metern fast das 3:1 gelang.

Verdienter dreckiger Sieg

Der dritte VfL-Treffer sollte nicht fallen, stattdessen kamen die Kieler immer wieder gefährlich vor das Osnabrücker Tor. Eine Schlussphase, die nichts für Herzkranke war. Die Lila-Weißen warfen sich in die Bälle, retteten das 2:1 durchaus auch mit etwas Glück über die Zeit.

Zum Schluss entwickelte sich das 2:1 zu einem dreckigen Sieg. Aber ein verdienter dreckiger Sieg.


VfL Osnabrück: Gersbeck – Sangaré, Appiah, Willers, Dercho – Schulz (55. Groß), Engel – Renneke (90. El-Bouazzati), Reimerink (78. Hohnstedt) – Heider, Wriedt.

Es fehlten: Savran (Knorpelschaden), Syhre (Rotsperre), Menga, Arslan, Kristo, Klaas, Krasniqi, Leon Tigges (alle nicht im Kader).

Holstein Kiel: Kronholm – Herrmann (87. Fetsch), Schmidt, Hoheneder, Lenz – Siedschlag (62. Dürholtz) – Schindler, Bieler, Drexler, Lewerenz (84. Azemi) – Ducksch.

Tore: 1:0 Wriedt (16., Kopfball), 2:0 Reimerink (37., Kopfball).

Gelbe Karten: Schulz (25., Foulspiel – damit in Erfurt gesperrt), Reimerink (45., Foulspiel), Sangaré (63. Foulspiel), Heider (65., Foulspiel), Engel (77., Foulspiel) / Lenz ((37., Foulspiel)., Herrmann (69., Foulspiel), Dürholtz (88., Foulspiel), Ducksch (90., Foulspiel).

Zuschauer: 8400.

Schiedsrichter: Dr. Jochen Drees (Münster-Sarmsheim).

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