Kapitän Savran bleibt bis 2018 VfL-Trainer Enochs: Zum Teil unseriös und arrogant aufgetreten

Benjamin Kraus und Harald Pistorius

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Osnabrück. Erst Münster mit 3:0 aus dem Stadion gefegt, dann ein hochemotionaler Punktgewinn beim Tabellenführer Duisburg – und nun trotz Führung zur Pause eine verdiente Niederlage gegen den Tabellenletzten: Tiefer hätte der emotionale Sinkflug nicht sein können für den VfL Osnabrück.

Die Reaktionen nach der 1:2-Niederlage schwankten wie bei den Fans zwischen Frust, Sprachlosigkeit, aber auch bemerkenswerter Klarheit bei der Ursachenforschung.

So sprach der gefasste Trainer Joe Enochs nach der Partie in der Pressekonferenz von sehr ordentlichen ersten 40 Minuten – danach aber sei seine Mannschaft zum Teil unseriös und stellenweise gar arrogant aufgetreten. Und das in einer Partie, die man gewinnen müsse, wenn man eine Spitzenmannschaft sein wolle. Der Hinweis auf den nach dem Auswärtsspiel in Magdeburg anstehenden Charaktertest im Heimspiel gegen die U23 des SV Werder Bremen hat der Trainer in diesem Zusammenhang sicher bewusst gesetzt. Weiterlesen: 1:2 – Rückschlag für den VfL wie aus dem Nichts

„Bei uns hat vor allem in der zweiten Halbzeit das letzte Bisschen gefehlt, was man in der 3. Liga braucht“, sagte Marc Heider und nannte auf Nachfrage „die Genauigkeit in den Zuspielen und die Galligkeit, die Partie unbedingt gewinnen zu wollen“ als Beispiele – Dinge, die man sowohl auf der kämpferischen, als auch auf der spielerischen Seite verorten kann. Ob die Tatsache, dass mit Kwasi Okyere Wriedt und Halil Savran die beiden wichtigsten Stürmer verletzt gefehlt haben, auch als Erklärung für die Niederlage tauge? „Klar sind das zwei wichtige Spieler für uns. Aber wir haben ja auch andere Spieler mit Qualität, wie etwa Ahmet Arslan, der diesmal reingekommen ist und sich gleich mit einem Tor belohnt hat.“

Savran auf Krücken zu Gast

Arslan selbst wollte seinen Premierentreffer für den VfL sowie den Verlauf der Partie danach nicht kommentieren – ebenso wenig wie Tobias Willers und Marcel Appiah, die stellenweise fahrig agierten und wie die gesamte VfL-Defensive viele Probleme mit den flinken Mainzern hatten: Petar Sliskovic als Zielspieler und Benjamin Trümmer als flinker Dribbler erzeugten an diesem Tag deutlich mehr Gefahr als die VfL-Offensive. So blieb die vor dem Spiel verkündete Vertragsverlängerung von Halil Savran bis Sommer 2018 – mit einem Vertrag, der sowohl für die 2. Bundesliga, als auch für die 3. Liga gilt – die einzige frohe Botschaft an einem tristen Freitagabend an der Brücke. Weiter: Der Liveticker zum Nachlesen

„Ich hatte schon früh signalisiert, dass ich verlängern will. Der Verein hat das auch getan – und jetzt sind wir zusammengekommen“, sagte Savran, auf Krücken vor der Kabine stehend, in die sich die VfL-Spieler verzogen hatten. „Es ist nicht selbstverständlich, dass der VfL auch nach meiner Verletzung zu seinem Wort gestanden ist. Hier passt einfach alles: Es ist lange her, dass ich mich in einem Verein so wohlgefühlt habe. Daher will ich in der nächsten Saison dem VfL noch viel zurückgeben.“ Bleibt für die anderen Spieler die Aufgabe offen, die Mentalität, die Savran verkörpert, in den verbliebenen Spielen dieser Saison auf den Platz zu bringen.


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