Verdiente Niederlage nach Führung 1:2 – Rückschlag für den VfL Osnabrück wie aus dem Nichts

Harald Pistorius und Benjamin Kraus

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Osnabrück. Fassungslosigkeit an der Bremer Brücke: Ausgerechnet gegen den Abstiegskandidaten Mainz 05 kassierte der VfL Osnabrück die erste Niederlage 2017. Das 1:2 gegen die U23 des Bundesligisten war völlig verdient und ist ein Rückschlag, der nach dem guten Start in die Rückrunde nicht zu erwarten war.

Mit Arslan – zum dritten Mal und erstmals seit dem 1. Oktober in der Startelf – für den nicht einsatzfähigen Torjäger Wriedt und mit Reimerink anstelle von Hohnstedt begann der VfL. Der bisher glück- und erfolglose Arslan, im Sommer als Wunschspieler von Trainer Enochs aus der U23 des HSV nach Osnabrück gekommen, schien seine Chance zu nutzen. Weiter: Der Liveticker zum Nachlesen

Und das, obwohl ihm in der Anfangsphase ein Ball versprang und ein Pass misslang; die Kulisse raunte bereits unwillig. Doch dann deutete er an, warum ihn Enochs wollte: Über ihn lief mancher Angriff des VfL, der nach einer Anlaufphase aufs Tempo drückte, vor allem über die starken Flügel. Es war also kein Zufall, dass die Führung (25.) durch eine Flanke – Reimerink von links – vorbereitet und von Arslan erzielt wurde; der Kopfball im Duell mit zwei Gegnern war sehenswert, das 1:0 verdient.

Nerven lagen blank

Zehn Minuten später hätte Arslan um ein Haar nachgelegt, diesmal war der Weg zur Chance über rechts von Sangaré vorbereitet worden. Doch dann schlichen sich Unaufmerksamkeiten in das bis dahin konsequente Defensivspiel des VfL. Die Mainzer legten ein paar Hemmungen ab, spielten bei jeder Gelegenheit schnell und steil in die Spitze. Sangaré (37., gegen Sliskovic) und Gersbeck (41.) verhinderten in höchster Not den Ausgleich.

Der VfL hatte den Faden verloren, und er fand ihn nach dem Wechsel nicht wieder. Die Mainzer, die immer mutiger ihre spielerischen Möglichkeiten zeigten, drängten auf den Ausgleich. Zunächst konnten sie die Osnabrücker Fehler und Ballverluste nicht nutzen, doch dann zündete innerhalb von neun Minuten zweimal ein Joker: Der kurz vorher eingewechselte Klement traf zweimal mit Flachschüssen aus 16 Metern – nach 69 Minuten führten die Gäste, und die Nerven des VfL lagen blank. Plötzlich führte das Schlusslicht, das seit dem letzten Sieg Ende November (1:0 gegen Frankfurt) in fünf Spielen einen Punkt geholt und einen Treffer erzielt hatte.

Hektisch im Aufbau, mit Arslan und Rüzgar als überforderte Zielspieler und ohne den Elan von den Flügeln, die die Mainzer jetzt besser kontrollierten als vor der Pause. Es fehlte dem VfL an Klarheit, Ruhe und Ordnung, an Ideen und überraschenden Einzelaktionen. Die Einwechselung von Engel (für Schulz) blieb ebenso wirkungslos wie das neue Sturmduo: Youngster Tigges und Senior Menga lösten in der Schlussphase den insgesamt schwachen Rüzgar und Arslan ab, der stark nachgelassen hatte. Doch das blieb eine Verzweiflungstat, beseelt von der Hoffnung auf ein Gücksmoment und die Anfeuerung der Kulisse.

Keine echten Chancen

Doch auch die Brechstange war an diesem Abend kein taugliches Instrument in den Händen des VfL. Nur, weil die Mainzer durch Klement die Chance eines berechtigten Elfmeters (Sangaré an Costly) in der 85. Minute ausließen, keimte bis zum Schluss die Hoffnung auf einen Punkt. 8500 Zuschauer taten ihr Bestes, doch der VfL hatte nichts mehr zu bieten. Der Sturmlauf blieb unproduktiv, hoher Aufwand brachte keine echte Chance.

So stand am Ende eines Spiels, in dem der VfL nach einer halben Stunde wie der Sieger aussah, eine höchst ärgerliche Niederlage, die zwar verdient, aber dennoch vermeidbar gewesen wäre.


VfL Osnabrück – Mainz 05 1:2 (1:0)

VfL Osnabrück: 21 Gersbeck – 30 Sangaré, 4 Appiah, 24 Willers, 6 Dercho – 20 Heider, 8 Schulz, 3 Syhre, 15 Reimerink – 14 Arslan – 17 Rüzgar. - Trainer: Enochs.

Eingewechselt: 5 Engel (ab 64. für Schulz), 19 St. Tigges (ab 67. für Arslan), 13 Menga (ab 73. für Rüzgar).

Gelbe Karte: 66. Syhre (5. Verwarnung, in Magdeburg gesperrt).

Auf der Bank: 1 Lehmann (Tor), 7 Renneke, 23 Hohnstedt, 29 Krasniqi.

U23 Mainz 05: 12 F.Müller – 5 Korczowski, 20 Häusl, 3 Hack - 13 D. Parker, 27 Schorr – 6 Steinmann, 34 Zimling, 8 Bohl - 17 Trümner, 11 Siliskovic. - Trainer: Schwarz.

Eingewechselt: 10 Klement (ab 58. für Zimling), 21 Costly (ab 81. für Trümner), 30 Mörschel (ab 89. für Sliskovic).

Gelbe Karte: 75. Sliskovic

Auf der Bank: 31 Aulbach (Tor), 4 Ihrig, 15 Müller, 18 Lohkemper.

Tore: 1:0 Arslan (25., Kopfball nach einer Flanke von Reimerink), 1:1 Klement (62.), 1:2 Klement (68.).

Besonderes: 85. Klement (Mainz) verschießt Foulelfmeter.

Schiedsrichter: Patrick Schult (Hamburg)

Zuschauer: 8565

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