Reaktionen auf Derbysieg der Lila-Weißen Atalan verweigert Savran Handschlag

Von Sportredaktion


Osnabrück. Bei der Abfahrt von der Osnatel-Arena zog sich der Lotter Mannschaftsbus noch eine Schramme zu – es passte zur Stimmung der Sportfreunde nach einem gebrauchten Tag und dem 0:3 beim VfL Osnabrück.

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„In der ersten Halbzeit waren wir eigentlich richtig gut drauf, doch bekommen bei insgesamt drei VfL-Chancen zwei Gegentore“, haderte Alexander Langlitz mit der Effizienz der Osnabrücker. „Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren und sind ebenso schwer in die zweiten Bälle gekommen“, erkannte Gerrit Nauber die Ursachen für die Niederlage, die für den Geschmack von Lottes Kapitän am Ende zu hoch ausfiel. „Wenn nach vorne nichts mehr geht, müssen wir dennoch als Mannschaft geschlossen bleiben und vernünftig verteidigen. Darüber wird zu reden sein. Ich bin stocksauer.“

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Nur phasenweise bäumten sich die sonst so kämpferischen Sportfreunde auf. In der zweiten Halbzeit war die Gegenwehr mit dem 3:0 endgültig gebrochen. „Unsere Normalform haben wir nicht mehr erreicht“, gestand Mittelfeldspieler Andre Dej ein: „Wir hatten uns so viel vorgenommen und müssen am Ende noch froh sein, dass es beim 0:3 geblieben ist.“

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Beim VfL hingegen ging der Matchplan auf. „Wir haben uns gesagt, dass wir nur gewinnen, wenn wir es schaffen, die Zweikämpfe anzunehmen, einen Schritt schneller und auch ein Stück weit ekliger zu sein und geil darauf, den Ball zu gewinnen“, erklärte Christian Groß. Das führte auch zum einen oder anderen hitzigen Duell.

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„Dass die Emotionen in so einem Spiel hochkochen, ist doch klar. Die ein oder andere Nickeligkeit gehört dazu“, sagte Halil Savran, wollte aber nach der Partie nicht mehr ins Detail gehen: „Sachen, die auf dem Platz passieren, sollen da bleiben.“

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Nach dem Abpfiff hatte er sich mit Lottes Trainer Ismail Atalan aussprechen wollen. „Vielleicht hätte ich noch ein paar Minuten warten sollen“, sagte Savran später. Atalan verweigerte den Handschlag und wies Osnabrücks Stürmer mit erhobenem Zeigefinger zurück. Der Sportfreunde-Coach begründete dies mit seinem Ärger über das respektlose und provokante Verhalten des VfL-Kapitäns. „Ich würde auf dem Platz mein letztes Hemd geben, um drei Punkte einzufahren. Dafür mache ich alles. Er hat genau die gleichen Spieler in seiner Reihe, die genau das Gleiche machen“, umschrieb Savran die Differenzen mit Lottes Trainer. Es sei nicht seine Aufgabe, über das Verhalten des Gegners zu urteilen. „Für mich gehört es dazu, sich danach die Hand zu geben“, sagte der VfL-Kapitän, war aber überzeugt: „Das wird sich zwischen uns auch wieder klären. “

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Nach seinem Mittelfußbruch Mitte September sei es sein Ziel und Traum gewesen, zum Spiel gegen Lotte wieder auf dem Rasen zu stehen, verriet Savran. „Ich habe darauf hingearbeitet, dann wieder da zu sein.“ Für das Vertrauen des Trainerteams war er dankbar: „Ich wollte alles geben, um dieses Vertrauen zurückzuzahlen.“

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Das 2:0 zur Pause war ein unangenehmes Ergebnis für die Lila-Weißen. „Bei einem Anschlusstor wird es wieder brenzlig. Das 3:0 hat den Deckel draufgemacht“, war Savran erleichtert. Euphorie kam beim VfL dennoch nicht auf. „Natürlich guckt man auf die Tabelle, aber sie hat noch keine Relevanz. Mit einem Sieg kann alles passieren. Mit einem kleinen Negativlauf rutscht man ein bisschen ab.“

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Den Sieg wolle die Mannschaft für einen Tag genießen, sagte Bastian Schulz, aber „wir tun gut daran, weiter auf dem Teppich zu bleiben. Wir müssen für jeden Sieg an unsere Grenzen gehen.“ Dabei würden sich die Lila-Weißen öfter eine so stattliche Kulisse wie am Samstag wünschen. „Ich war in den letzten Wochen ein Stück weit enttäuscht von den Zuschauerzahlen“, sagte Savran, „ich finde, wir als Mannschaft haben uns so eine Kulisse jede zweite Woche verdient.“

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