16000 an der Bremer Brücke Duell auf Top-Niveau – Der VfL ringt Lotte mit 3:0 nieder


Osnabrück. Egal, ob dieses Spiel nun ein Derby oder ein Nachbarschaftsduell war. Es war ein geiles Spiel mit allen Zutaten einer Spitzenpartie der 3. Fußball-Liga. Der VfL Osnabrück und die Sportfreunde Lotte schenkten sich vor ausverkauftem Stadion nichts – und die Lila-Weißen spielten sich mit einem verdienten 3:0 in der Spitze der Liga fest.

Von der ersten Minute an schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts. Und die Gäste waren es, die zunächst richtig Dampf machten und den VfL Osnabrück früh attackierten. Die Gastgeber hielten dagegen, brauchten aber erst einige Minuten, um sich zu sortieren.

Ein Spiel mit Rasse und Klasse. Chancen auf beiden Seiten: Nach sechs Minuten prüfte Kwasi Okyere Wriedt Lottes Torhüter Benedikt Fernandez mit einem Kopfball – kein Problem für den Keeper. Auf der anderen Seite sorgte VfL-Torwart Marius Gersbeck für ein entsetztes Raunen im lila-weißen Publikum, als er einen 25-Meter-Hammer von Kevin Freiberger durch die Hände rutschen ließ, im Nachfassen aber klären konnte (14.).

Wriedt trifft, Savran legt nach

Eine Minute später dann der nächste Nadelstich des VfL – und der saß. Über Bastian Schulz, Wriedt und Jules Reimerink kam das Leder wieder zu Wriedt, der mit einem Flachschuss aus zehn Metern zum 1:0 einschoss. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch – mit weiteren Chancen auf beiden Seiten. Eine der besten ersten Halbzeiten in der bisherigen Saison an der Bremer Brücke. Dazu auch das bisher vielleicht schönste Tor des VfL: Wieder war es Wriedt, der sich auf der rechten Seite durchsetzte und Kapitän Halil Savran mustergültig bediente. Der „Captain“ ließ mit der rechten Hacke abtropfen – 2:0 für die Osnabrücker.

Die Gäste waren nun ein wenig geschockt, schüttelten sich aber – und hielten weiter dagegen. Lotte drängte auf den Anschlusstreffer. Freilich gegen Hausherren, die jetzt etwas ruhiger zu Werke gehen konnten. In den letzten fünf Minuten vor der Halbzeit wurde es noch einmal richtig turbulent. Doch Gersbeck, der sich inzwischen richtig in die Partie reingebissen hatte, war der Fels in der Brandung und lenkte einen strammen Schuss von Bernd Rosinger glänzend zur Ecke (41.).

Offener Schlagabtausch zwischen Lotte und Osnabrück

Nach der Pause ging es munter weiter. Der offene Schlagabtausch setzte sich fort. Die Sportfreunde rannten weiter an, erarbeiteten sich weitere Gelegenheiten – doch die VfL-Defensive stand sicher. Die Lila-Weißen kreierten aber auch weitere Aktionen nach vorne – und wollten die Vorentscheidung, den dritten Treffer. Und mit diesem Willen, unbändigem Kampf und entsprechender Laufstärke erarbeiteten sich die Osnabrücker ihr drittes Tor: In der 65. Minute kam wieder der „Capitano“ auf der linken Seite in Schussposition, zog ab, Fernandez war geschlagen und Neidhart lenkte den Ball ins Tor – 3:0, die Brücke bebte.

Der Torhunger der Gastgeber war aber noch immer nicht gestillt – Wriedt prüfte Fernandez mit einem satten 20-Meter-Schuss (70.), in der 77. Minute tauchte er nach Vorarbeit von Savran alleine vor Fernandez auf – drüber. Die Gäste waren spätestens zu diesem Zeitpunkt konsterniert, der VfL spielte die Zeit runter – und hätte auf 4:0 erhöhen müssen, als sich zwei Minuten vor dem Ende die eingewechselten Michael Hohnstedt und Bashkim Renneke im Strafraum gegenseitig beim Schuss behinderten. Für das lila-weiße Publikum kein Problem – das sang schon lange in der Dauerschleife den Song „Oh, wie ist das schön…“. Ein Sieg für die Seele – und für eine rauschende „Lila-Weiße Nacht“ am Abend.


VfL Osnabrück: Gersbeck – Sangaré, Appiah, Syhre, Dercho – Schulz, Groß – Heider, Reimerink (72. Hohnstedt) – Savran (80. Kristo), Wriedt (86. Renneke).

Sportfreunde Lotte: Fernandez – Langlitz (81. Steinhart), Nauber, Wendel, Neidhart – Dej, Pires-Rodrigues, Gorschlüter (68. Heyer) – Freiberger, Rosinger, Granatowski (62. Lindner).

Tore: 1:0 Wriedt (15.), 2:0 Savran (26.), 3:0 Eigentor (65.).

Gelbe Karten: Wriedt, Sangaré, Dercho, Schulz, Reimerink, Groß / Gorschlüter, Pires-Rodrigues, Granatowski, Wendel, Langlitz, Dej.

Zuschauer: 16000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: René Rohde (Rostock)

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