Versammlung 2016, Teil eins Konsterniertes VfL-Präsidium und „Happy Birthday“ kurz vor Mitternacht

Von Stefan Alberti

Geplättet: VfL-Präsident Hermann Queckenstedt (links) und Vize-Präsident Uwe Brunn. Foto: osnapixGeplättet: VfL-Präsident Hermann Queckenstedt (links) und Vize-Präsident Uwe Brunn. Foto: osnapix

Osnabrück. Um Punkt 23.47 Uhr wurde am Montagabend die Jahreshauptversammlung des VfL Osnabrück beendet. Teil eins, wohlgemerkt. Denn bis zu diesem Zeitpunkt war nicht mal die Hälfte der 19 Themen starken Tagesordnung abgearbeitet – seit 19 Uhr. Fortsetzung der Versammlung: Montag, 16. Januar 2017, 19 Uhr, wieder in der Osnabrück-Halle.

In Runde eins rangen die Mitglieder in erster Linie bis kurz vor Mitternacht ohne Erfolg um eine neue Satzung. Mal polemisch, mal frech, mal sachlich, mal argumentativ. Unterm Strich in jedem Fall so, dass nicht nur die Mitglieder des Präsidiums am Ende ziemlich konsterniert waren und von einem desaströsen Bild in der Öffentlichkeit sprachen. Die Schlaglichter des Abends…

Nach der Satzung ist vor der Satzung? Wie und ob überhaupt ein neuer Anlauf für eine neue Satzung demnächst anstehe, vermochte Präsident Hermann Queckenstedt nicht einzuschätzen. Dass er aktuell Spaß am Präsidenten-Amt hat, war ihm in dieser Nacht jedenfalls nicht anzusehen. Wie berichtet, war das Präsidium mit seinem Satzungsentwurf gescheitert. Dass die erforderliche Dreiviertelmehrheit der stimmberechtigten Mitglieder nicht eingefahren werden konnte, lag vornehmlich am Widerstand der Fan-Abteilung. Dem Ressort, das zuvor auch mehr als ein Jahr lang mit seinen Vertretern an der abteilungsübergreifenden Kommission beteiligt war, die in 18 Sitzungen und etlichen Stunden den Entwurf einer neuen Vereinsverfassung erarbeitet hatte. Am Mittag vor der Versammlung erreichte das Präsidium dann die Mitteilung, dass die Fan-Abteilung nie beabsichtigt habe, eine von allen Abteilungen getragene neue Satzung zu erarbeiten.

Warum diese zumindest für das Präsidium überraschende Kehrtwende? Richtig nachvollziehbar für die objektiven Mitglieder konnten das die Vertreter der Fan-Abteilung auch nicht darlegen. Sie hätten sich nicht ausreichend mitgenommen gefühlt, war zu vernehmen. Bedenken bei der Erarbeitung des Satzungsentwurfs seien durch mehrheitlich gefasste Beschlüsse einfach untergebuttert worden. Da favorisierten sie doch lieber den Satzungs-Gegenentwurf des Mitglieds Stephan Kinasch. Weiterlesen: Der Liveticker aus der Versammlung

Der Kinasch-Entwurf unterscheidet sich vom Präsidiums-Vorschlag in vielen Passagen nur in Kleinigkeiten, Begrifflichkeiten. Unterschiedliche Auffassungen gibt es zum Beispiel bei der Besetzung und der Arbeit des Wahlausschusses: Im Kinasch-Paragrafenwerk soll der Wahlausschuss nicht das Recht haben, Kandidaten für die jeweiligen Gremien abzulehnen – und dadurch der Mitgliederversammlung vorzugreifen.

Nun denn, die Mitglieder der Fan-Abteilung waren nicht zur Umkehr bereit. Es gab sogar Einwände aus eigenen Reihen, doch erst den Entwurf des Präsidiums zu verabschieden, um dann vielleicht noch Nachbesserungen auf den Weg zu bringen. Alles fruchtlos. Die Lager neutralisierten sich gegenseitig, denn auch der Kinasch-Entwurf fand anschließend keine Dreiviertelmehrheit. Ausnahme: Zum Erhalt der Gemeinnützigkeit des Vereins wurden die entsprechenden Satzungsänderungen gemeinsam auf den Weg gebracht.

„Happy Birthday“ um 23.07 Uhr: Von versöhnlichen Klängen zu schreiben wäre maßlos übertrieben. Aber es wurde in der Stunde vor Mitternacht noch gesungen – und zwar zum Geburtstag von Doris Hegekötter, die nun auch neues Mitglied im Ehrenrat ist. Für dieses Gremium standen Reinhard Coppenrath, Herbert Knüppe, Clemens Brämswig und Andreas Zimmermann nicht mehr zur Verfügung. Neu gewählt (mit deutlichen Mehrheiten): Jörg Seliger (Schwimmen), Friedel Rahe, Nikolaus Hahnenkamp und Bernhard Lanfer (alle Fußball) sowie Doris Hegekötter (Gymnastik).

Noch zwei Gewählte: Für den Aufsichtsrat der VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA wurden zwei Kandidaten gewählt: die ehemalige Landes- und Kommunalpolitikerin Alice Graschtat (Fan-Abteilung) und der Finanzfachmann Sebastian Kotte (Fußball).

Ehrungen: Die soll es noch offiziell beim Heimspiel des VfL gegen Zwickau (10. Dezember) für folgende Mitglieder geben – Egon Gohmann (75 Jahre); Gerda Benthe, Klaus Hermeling, Dr. Helmut Kümper, Gert Tosberg (alle 65 Jahre); Reinhard Wagner (60 Jahre); Lothar Spreckelmeyer (55 Jahre); Axel Sommer (50 Jahre); Joachim Richter, Harald Schulz (beide 40 Jahre); Karin Bauer, Rita Focken, Anja Häusler, Annette Helmig, Gabriele Kremer, Isabel Sousa (alle 25 Jahre).