Interview mit Groß und Freiberger VfL Osnabrück gegen Sportfreunde Lotte: Wer den ersten Fehler macht…

Von Stefan Alberti und Michael Jonas


Osnabrück. Sie kennen sich gut – und können beide von sich behaupten, bereits für den VfL Osnabrück und die Sportfreunde Lotte gespielt zu haben. Christian Groß, Mittelfeldspieler des VfL, schnürte in der Saison 2013/14 die Fußballschuhe für die Sportfreunde Lotte. Kevin Freiberger, Mittelstürmer in Lotte, war in der Hinrunde der Saison 2014/15 für die Lila-Weißen im Einsatz. Vor dem Drittliga-Kracher ihrer Vereine sind Groß und Freiberger demnach die idealen Gesprächspartner für ein kleines Frage-Antwort-Spiel.

Was fällt Ihnen als Erstes ein, wenn Sie an die Sportfreunde/den VfL denken?

Christian Groß: (schmunzelt) Ich hatte ein ordentliches und schönes Jahr in Lotte. Ansonsten herrscht inzwischen genau die Rivalität wie zu anderen Vereinen auch. Zu einigen Spielern besteht noch Kontakt, aber einen richtigen Bezug zu Lotte habe ich eigentlich nicht mehr.

Kevin Freiberger: Eine super Mannschaft, in der ich mich wohlgefühlt habe und Spaß hatte. Natürlich gab es dort Höhen und Tiefen für mich. Auf jeden Fall ist der VfL ein Verein, mit dem man sich identifizieren kann. ( Weiterlesen: Freiberger verlässt den VfL )

Was wird im Derby entscheidend sein?

Groß: Wie in jedem anderen Spiel auch: die Einstellung. Wir müssen bereit sein, alles zu geben und an die Grenzen zu gehen. Es geht darum, den Gegner in den einfachen Sachen wie Laufen, Kämpfen und Zweikampfverhalten zu besiegen. Das ist ausschlaggebend. Wir haben ein Heimspiel – und das wollen wir in jedem Fall gewinnen.

Freiberger: Kleinigkeiten. Wer den ersten Fehler macht, hat die schlechteren Karten. Wir werden auf jeden Fall alles raushauen und gehen mit Selbstvertrauen in die Partie, die ich mir auch gut unter Flutlicht hätte vorstellen können.

Welche Stärken und Schwächen haben die Sportfreunde/der VfL?

Groß: Es ist nicht so, dass ich jetzt alle Drittliga-Spiele von Lotte analysiert habe. Ich weiß, dass sie eine gute Mannschaft haben, die derzeit noch von einer Euphorie-Welle getragen wird. Unterm Strich will ich mich einfach auf unsere Stärken besinnen – wenn wir unsere Stärken ausspielen, dann sind dies automatisch die Schwächen des Gegners. Wenn wir unser Spiel spielen, dann gewinnen wir auch die Partie. Und ich weiß, was zu Hause an der Brücke möglich ist. ( Weiterlesen: SF Lotte siegt 6:0 gegen Paderborn )

Freiberger: Der VfL hat eine gestandene, zweikampfstarke Mannschaft. Da steckt ein Konzept hinter, das passt. Nicht umsonst steht der VfL in der Spitzengruppe. Ich bin zwar kaum noch an der Bremer Brücke, weil wir ja meist immer zeitgleich spielen. Ich weiß aber, dass der VfL sehr gute Spieler hat. Vielleicht kann er nicht so variabel reagieren wie wir – das Tempo drosseln oder erhöhen. Wir wollen den Osnabrückern den Zahn ziehen.

Was halten Sie von Kevin Freiberger/Christian Groß?

Groß: Kevin ist ein feiner Typ. In meiner Lotte-Zeit hatten wir sogar weniger miteinander zu tun. Ich freue mich, wenn er trifft und Erfolg hat. Dann gratuliere ich ihm auch. Wir pflegen den Kontakt, wir telefonieren und schreiben uns, in dieser Woche vielleicht mit dem einen oder anderen Seitenhieb. Ich bin zuversichtlich, dass er mir am Samstag oder Sonntag „Glückwunsch zum Sieg“ schreiben wird.

Freiberger: Er ist einer der wenigen VfLer, zu denen ich einen guten Draht habe. Er war mein absoluter Lieblingsspieler. Christian hat das Zeug, in der 2. Liga oder sogar noch höher zu spielen. Er ist ein Spieler, der eine Mannschaft führen kann. Ich wünsche ihm alles Gute und viel Erfolg. Nur gegen uns nicht. ( Spielerporträt von Christian Groß )

Was trauen Sie Lotte und dem VfL in dieser Saison zu?

Groß: Lotte hat bis jetzt 25 Punkte. Das zeigt eine gewisse Stärke. Wenn man über einen längeren Zeitraum oben mitspielt, dann ist alles möglich. Auch in Lotte. Was uns betrifft, sage ich es immer wieder: Wenn wir konstant punkten, dann können wir oben mitspielen. Das ist auch der Anspruch des Vereins.

Freiberger: Wir haben ja beide bisher eine gute Serie gespielt. Das lässt sich ja an der Tabelle ablesen. Die Leistungsdichte in der 3. Liga ist so eng, dass man schlecht eine Prognose stellen kann. Die Mannschaft, die am konstantesten spielt und mal drei, vier Spiele hintereinander gewinnt, hat die Chance, oben mitzumischen.

Warum gewinnt am Samstag der VfL/Lotte?

Groß: Weil wir ein Heimspiel haben, weil wir unsere Fans im Rücken haben – und weil wir gut sind. ( Weiterlesen: Ausverkauftes Stadion gegen Lotte? )

Freiberger: Weil wir in der Lage sind, jeden Gegner zu schlagen. Weil wir ungeheuren Bock auf Fußball haben.

Ihr Tipp?

Groß: Ich bin kein Spieler, der gerne tippt. Wir werden auf jeden Fall gewinnen.

Freiberger: Diplomatisch, wie ich bin: Wir gewinnen mit einem Tor Unterschied.