Kristo die Entdeckung des Spiels VfL stark als Team in Rostock: Die Einzelkritik

Jubel bei den VfL-Spielern nach dem 2:0 um Torschütze Otschi Wriedt. Foto: Fotostand/KrauseJubel bei den VfL-Spielern nach dem 2:0 um Torschütze Otschi Wriedt. Foto: Fotostand/Krause 

Rostock. Als Team hat der VfL Osnabrück perfekt funktioniert beim 2:1-Sieg beim FC Hansa Rostock. Hier folgt trotzdem der Versuch, die Leistung der einzelnen Spieler einzuordnen. Die Einzelkritik.

Marius Gersbeck: Gute Spieleröffnung, sichere Befreiungsschläge und ordentliche Paraden bei den Rostocker Bällen, die aufs Tor kamen. Strahlte Ruhe und Sicherheit aus. Beim Gegentor war sein erster Impuls, herauszulaufen, bevor er doch stehenblieb – dass er aber das Tor irgendwie hätte verhindern können, ist aber schwer vorstellbar. Note: 2,5

Nazim Sangaré: Debüt auf der Rechtsverteidigerposition gegen den starken und schnellen Rostocker Tobias Jänicke – es gibt einfachere Aufgaben für das erste Spiel auf dieser Position. In Ballbesitz mit meist guten Entscheidungen, defensiv mit nur wenig Stellungsfehlern, wobei ihm auch seine eigene Schnelligkeit half. Sangaré löste die Aufgabe insgesamt gut und mit zunehmender Spieldauer immer besser, wobei er  Jänicke natürlich nicht komplett abmelden konnte. Note: 3

Marcel Appiah: Spielte so, als hätte er nie etwas anderes gemacht, als Innenverteidiger beim VfL Osnabrück zu sein: Abgezockt im Zweikampf, schnell, präsent, souverän. Stark auch in der Spieleröffnung, fast gänzlich ohne Fehlpass. Ließ Marcel Ziemer nicht zur Entfaltung kommen und schaffte es zudem, Nebenmann Sangaré stark zu steuern. Note: 2

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Tobias Willers: Hatte natürlich auch großen Anteil daran, Ziemer weitgehend aus dem Spiel zu nehmen. Zudem mit einigen starken Diagonalbällen und druckvollen Zuspielen in die vorderen Linien, auch wenn davon nicht alle angekommen sind. Reaktionsschnell und konsequent bei seinem Tor, als er da stand, wo auch ein Innenverteidiger mal stehen muss bei einem zweiten Ball nach einer Ecke für das eigene Team. Cleveres, weil notwendiges  taktisches Foul relativ früh im Spiel. Insgesamt klar und souverän in seinen Aktionen.  Note: 2,5

Alexander Dercho: Obwohl der Linksverteidiger von einer starken Erkältung geplagt wurde, biss er sich durch und zeigte vor allem nach vorn bei seinen Vorstößen ein starkes Spiel, wo er davon profitierte, dass sein Gegenspieler Stephan Andrist nach hinten nicht immer konsequent mitarbeitete. Das nutzte Dercho stark: Die feine Vorarbeit zum 2:0 war bei Weitem nicht seine einzige starke Offensivaktion. Dass er mit dem Ballverlust den Rostocker Treffer überhaupt erst ermöglichte, wird ihn ärgern. Stark, dass er nach persönlichen schwachen Minuten (schon kurz zuvor hatte er einen Ball nicht klären können und ein Luftloch geschlagen) und dem Gegentor souverän blieb und die Partie tadellos zu Ende spielte – und insgesamt gesehen den starken Andrist gut verteidigte. Note: 3

Christian Groß: Klasse als Balljäger und unermüdlicher Bekämpfer von Dennis Erdmann im Zentrum des Gegners. Gute Entscheidungen in Ballbesitz als Verteiler. Nicht immer filigran, aber immer kantig, und insgesamt mal wieder absolut effektiv und wichtig. Note: 2,5

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Anthony Syhre: Erstmals wieder im Mittelfeld aufgeboten – dort in Ballbesitz nicht fehlerfrei, aber stets mutig, engagiert und motiviert, auch die weiten Wege zu gehen, die im Einzelfall weh tun, aber durch das Schließen der Lücken das Team insgesamt nach vorn bringen. Das Übergewicht im Zentrum hatte der VfL über weite Strecken des Spiels, woran der Youngster seinen Anteil hatte. Note: 3

Marc Heider: Auch wenn der erfahrene Mann vielleicht schon auffälligere Spiele im VfL-Trikot abgeliefert hat – man hat schon gesehen, dass Heider auf rechts viel effektiver agieren kann als im Zentrum. Stark in Ballbesitz, gute Entscheidungen, clevere Aktionen, mit denen er seine Gegenspieler immer wieder überraschte und seine Sturmkollegen einsetzte. Note: 2,5

Jules Reimerink: Suchte konsequent die Dribblings – und schaffte es immer wieder, seinen Gegenspieler Ahlschwede damit zu beeindrucken und zu überspielen.  Der Holländer strahlte Lust aus auf Fußball. So hat es Spaß gemacht, ihm zuzuschauen. Note: 2,5

Kwasi Okyere Wriedt: Gut in Bewegung in Verbund mit seinem neuen Sturmpartner Robbie Kristo, nutzte die Räume, die sich ihm öffneten – am Effektivsten natürlich bei seinem Treffer zum 2:0, als er Derchos Flanke per Direktabnahme verwertete. Note: 2,5

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Robert Kristo: Die Entdeckung dieses Spiels: Obwohl ihm die ersten vier Aktionen misslungen sind, kämpfte er sich unbeeindruckt in die Partie  – und gewann richtig viele Kopfballduelle gegen die baumlangen Rostocker Innenverteidiger. Stark, wie er mehrfach, etwa vor dem 2:0, hohe Bälle behauptete, seinen Mitspielern Zeit gab, nachzurücken, bevor er sie in Szene setzte. Und seine Kopfballstärke hat er beim 1:0 gezeigt, als er sich Platz verschaffte und dann im Rückwärtsfallen das Leder mit richtig viel Druck aufs Tor brachte. Fitnesstechnisch unbestritten verbessert – der VfL Osnabrück verfügt über zwei Stürmer mit richtig Perspektive. Note: 2

Steffen Tigges: Kam Mitte der 2. Halbzeit für Kristo ins Spiel, fügte sich gut ein. Weil er mutig die Zweikämpfe und den Torabschluss suchte und auch im Kombinationsspiel sofort Teil des Teams war. Note: 3

Addy Menga: Kam in der Schlussphase für Otschi Wriedt. Ging engagiert in die Balleroberungs-Situationen und hatte ganz am Ende Pech bei seinem Schuss an den Innenpfosten.

Mohamed El-Bouazzati: Kam in der 90. Minute für Reimerink: Half mit, den Sieg nach Hause zu fahren.

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