Gegner im Porträt: Debatte um Namen Warum muss der VfL Osnabrück gegen SSV Jeddeloh II spielen?

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Schild auf der Anfahrt nach Jeddeloh im Ammerland. VfL-Fans bitte hier nach links Richtung Jeddeloh II abbiegen. Foto: Uwe BeerensSchild auf der Anfahrt nach Jeddeloh im Ammerland. VfL-Fans bitte hier nach links Richtung Jeddeloh II abbiegen. Foto: Uwe Beerens

Osnabrück. Ganze 1309 Einwohner zählt die Ortschaft, die den Klub SSV Jeddeloh II beheimatet, der den VfL Osnabrück an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr im Viertelfinale des Niedersachsenpokals fordert. Verwirrung gibt es um den exakten Namen des Fußball-Oberligisten. Aufklärung gibt es hier.

SSV Jeddeloh II? In der Tat heißt der Verein im Ammerland genau so. Der Grund: In der Gemeinde Edewecht gibt es etwa 10 bis 15 Kilometer westlich von Oldenburg zwei Orte mit dem Namen Jeddeloh. Jeddeloh I ist der Ältere von beiden, liegt etwa 3,5 Kilometer nördlich des Küstenkanals und verdankt seine frühere Existenz dem Sandhügel, auf dem das Dorf im einstigen Hochmoor errichtet worden ist. Das südlicher gelegene Jeddeloh II war schwieriger zu besiedeln, weil es tiefer im Vehnemoor lag: Erst vor etwa 200 Jahren ließen sich nach und nach erste Bauern in dem Gebiet nieder. Heute ist Jeddeloh II mit seinen über 1300 Einwohnern sogar etwas größer als Jeddeloh I: Direkt am Küstenkanal mit einer Anlegemöglichkeit für Binnenschiffe gelegen, ist Jeddeloh II heute ein durch die Bundesstraße 401 recht gut erschlossener Ort zwischen Oldenburg und den Niederlanden.

Verwechslungsgefahr

In der Presse und in den gängigen Internetportalen wie kicker.de oder FuPa.net wird der Verein trotz der Heimat in Jeddeloh II stets als „SSV Jeddeloh“ bezeichnet. Das liegt daran, dass er angesichts des Namens SSV Jeddeloh II sonst leicht mit einer zweiten Mannschaft verwechselt werden kann. Daher haben sich auch die Vertreter des Klubs inzwischen mit dem Rufnamen SSV Jeddeloh arrangiert. So war von vorneherein klar, dass am Sonntag in der Oberliga der SSV Jeddeloh II als erste Herrenmannschaft 5:1 beim VfL Osnabrück II, also der zweiten Mannschaft der Lila-Weißen, gewonnen hat. Richtig kurios würden ansonsten auch die Ankündigungen der Spiele der zweiten Mannschaft des SSV Jeddeloh ausfallen, die in der Kreisliga kickt – und übrigens dann an diesem Dienstagabend bei ganz korrekter Bezeichnung als SSV Jeddeloh II II gegen den TSV Oldenburg II spielen würde. Also die Oberliga-Reserve des SSV Jeddeloh II gegen die Landesliga-Reserve des TSV Oldenburg...

So einigt man sich am Besten darauf, dass Osnabrücker nichts falsch machen und auch niemanden brüskieren, wenn sie über den SSV Jeddeloh sprechen, da dieser als Oberligist niedersachsenweit auch Jeddeloh als großes Ganzes repräsentiert. Nur bei der Anfahrt muss darauf geachtet werden, dass der Ort Jeddeloh II das Ziel ist. Austragungsort ist der Sportplatz „53acht-Arena“ in der Wischenstrasse 46. Der SSV Jeddeloh empfiehlt allen PKW-Fahrern den großen Parkplatz hinter dem Küstenkanal. Von hier muss zur „Arena“ nur eine Straße überquert werden.

Beeindruckend ist die Bilanz des SSV Jeddeloh in der bisherigen Saison: Vier Siege schaffte das Team von Trainer Thomas Schuhknecht zum Start in die Oberliga. Neben der VfL-Reserve mit den Profis Lars Bleker, Simon Tüting, Kamer Krasniqi, Pascal Richter und Addy Menga wurde auch Spelle-Venhaus (2:0), der TB Uphusen (2:0) und der VfL Oldenburg (2:1, hier Bewegtbilder der Partie) besiegt, seinerseits VfL-Gegner im Achtelfinale des Niedersachsenpokals. Dort hatte Jeddeloh den TuS Bersenbrück und den BV Cloppenburg (hier Bewegtbilder der Partie) eliminiert.

2001 noch in der Kreisklasse

Stark agiert haben beim Sieg des SSV in Osnabrück nicht nur die Ex-VfLer Kevin Samide im Mittelfeld und Sebastian Plog in der Abwehr – auch die Torschützen Keven Oltmer und Thomas Celik verdienten sich ein Sonderlob seitens des Trainergespanns um Chefcoach Thomas Schuhknecht und seinen Co Key Riebau . Bester Torschützen des Teams (hier in der Übersicht) ist Ivo Tomas mit schon vier Treffern in vier Ligaspielen.

Der kleine Verein im Ammerland kickte im Jahr 2001 mit seiner ersten Mannschaft noch in der 1. Kreisklasse, erlebte seither einen steilen Aufstieg bis in die Fünftklassigkeit und belegte in der Oberliga in den beiden vergangenen Spielzeiten jeweils den dritten Platz. In Samide, Tomas, Maycoll Canizales-Smith, Florian Stütz und Karlis Plendiskis verpflichteten die Ammerländer im Sommer allein fünf Spieler vom Regionalligisten VfB Oldenburg. Weil mit Julian Bennert, Malte Müller, Julian Harings, Shaun Minns oder Peer-Bent Wegener fünf weitere Akteure im Kader stehen, die bereits beim VfB gekickt haben, scheint das Ziel des SSV als Tabellenführer nach vier Oberliga-Spieltagen in dieser Saison klar: Den Weg nach oben fortsetzen – mit dem Aufstieg in die Regionalliga.

Pläne für die Errichtung einer neuen Sitzplatztribüne

„Wir müssen nicht unbedingt hoch und haben das nicht als Ziel ausgegeben. Wenn es aber zum Aufstieg in die Regionalliga kommen sollte, werden wir dieses Mal vorbereitet sein“, sagte der sportliche Leiter des SSV, Ansgar Schnabel, jüngst gegenüber FuPa.net zu der Tatsache, dass man vor zwei Jahren bereits ans Tor zur Viertklassigkeit klopfte, dann aber noch auf die Beantragung der Lizenz verzichtet hatte. Nun liegen Pläne für die Errichtung einer neuen Sitzplatztribüne in der Schublade, bezüglich der Infrastruktur (alte Tribüne, Anzeigentafel, Sprecherturm) ist schon einiges passiert. Auch der „Sponsorring“ wurde abseits der tragenden Akteure, dem Wursthersteller Bley und dem Personaldienstleister 53acht, weiter vergrößert.

Am Mittwoch freut sich der SSV Jeddeloh zu seinem bisherigen Vereinshighlight auf 1500 Zuschauer. Für die Osnabrücker Fans ist extra ein Gästebereich am Platz reserviert.


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