Von Düsseldorf nach Osnabrück VfL-Neuzugang Nazim Sangaré über seine soziale Ader und ein Traumtor

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Osnabrück. Er sieht aus wie einst Patrick „Shaggy“ Owomoyela. „Das habe ich auch schon gehört“, sagt Nazim Sangaré. „Der ist ja auch ein super Typ. Aber bitte nennen Sie mich nicht ,Shaggy‘.“ Alles klar, der „Shaggy“ wird in diesem Text nicht mehr auftauchen. Ein Treffen mit einem Mann, der zwei Sachen gut kann…

Zwei Sachen? Das sagt der Neuzugang des VfL Osnabrück selbst: „Ich kann relativ gut Fußball spielen, und ich kann gut mit Kindern umgehen.“ Eine interessante Mischung, auch wenn die „zweite Sache“ bei seinem neuen Verein eher nicht zur Anwendung kommen dürfte. Doch wenn der 22-Jährige über das hoffentlich noch in weiter Ferne liegende Karriereende nachdenkt, „dann ist das genau der Bereich, den ich mir vorstellen kann“. Während seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf habe er bereits für sein Fachabitur ein längeres Praktikum als Erzieher in einem Kindergarten in Bergheim absolviert. „Das war verdammt anstrengend, sehr lehrreich und hat sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mit den Kleinen gespielt, für sie Frühstück gemacht. Eigentlich alles, was anfiel. Ich hatte den Eindruck, dass ich sehr beliebt war.“

„So bin ich halt“

Woher diese erzieherische und soziale Ader kommt? „So bin ich halt. In der Schule habe ich mich oft für die Schwächeren eingesetzt. Ich könnte bestimmt auch ein klassischer Sozialarbeiter sein, mal schauen.“ Jetzt stehe erst einmal der Fußball im Mittelpunkt seines Lebens, den sozialen Bereich werde er jedoch nebenher (vielleicht auch über die Fachhochschule Osnabrück) im Auge behalten.

Stolze Eltern

Wir werden also sportlich. Und da muss Nazim Sangaré nicht lange überlegen, wenn es um seinen bisher größten fußballerischen Moment geht. Der liegt erst wenige Tage zurück: 10. August 2016, Mainz, Bruchwegstadion, 77. Minute, Auswärtsspiel des VfL bei der U23 des FSV Mainz 05: Zwei Minuten nach seiner Einwechslung hämmerte der Mittelfeldspieler 20 Meter vor dem Tor den Ball aus der Drehung zum 2:2 in den Winkel. „Das war schon ein besonderer Moment, mein erster Treffer in der 3. Liga. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was ich da empfunden habe.“ Solche Geschichten schreibe eben nur der Fußball. Weiterlesen: So lief das Spiel in Mainz.

„Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn ich merke, wie stolz auch meine Eltern sind, dass ich jetzt in Osnabrück spiele.“ Mutter und Sekretärin Ayse, eine Türkin, und Postangestellter und Vater Ibrahim, ein Westafrikaner aus Guinea, hätten diesen Treffer zumindest immer als Video für den Kollegenkreis parat.

Plaßhenrich als Motivator

Kurz nach diesem Spiel habe ihm auch sofort ein Mensch gratuliert, „dem ich bisher als Fußballer sehr viel zu verdanken habe“: Reiner Plaßhenrich, vor Jahren sein Jugendtrainer bei Alemannia Aachen. „Er hat meine Karriere geprägt.“ Zu dem ehemaligen Fußball-Profi und Jugendtrainer auf dem Tivoli habe er nie den Kontakt verloren. Im Gegenteil: „Er hat mich immer wieder aufgebaut, wenn es mal nicht so gut lief.“ Zum Beispiel in seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach, als er in der U19 unter dem heutigen Preußen-Münster-Coach Horst Steffen nicht zum Zuge gekommen sei. „Herr Steffen hat mich auf der rechten Verteidiger-Position gesehen, obwohl ich mich als Offensivspieler empfohlen habe. Das war eigentlich ein verlorenes Jahr.“ Von U-23-Coach Sven Demandt sei er dann auch nicht berücksichtigt worden, weil er ja in der U19 keine Spielpraxis gesammelt habe.

Schwamm drüber. „Jetzt bin ich beim VfL. Diesen Wechsel hat mir übrigens auch Reiner Plaßhenrich empfohlen.“

Weiterlesen: „Sangaré erzielte ein Tor des Monats.“


Nazim Sangaré

  • Geboren: 30. Mai 1994
  • Nationalität: Deutsch/Türkisch
  • Größe: 1,85 Meter
  • Position: offensives Mittelfeld
  • Letzte Stationen:
  • Saison 2013/14
  • Alemannia Aachen – Regionalliga West – 21 Einsätze/1 Tor
  • Alemannia Aachen II – Mittelrheinliga – 10 Einsätze/6 Tore
  • Saison 2014/15 bis 2015/16
  • Fortuna Düsseldorf U23 – Regionalliga West – 50 Einsätze/11 Tore
  • Jugendvereine: Viktoria Thorr, Bedburger BV, Alemannia Aachen, Borussia Mönchengladbach
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