28-Jähriger kommt ablösefrei VfL Osnabrück verpflichtet Verteidiger Marcel Appiah

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Osnabrück. Der VfL Osnabrück hat nach dem Abgang von Abwehrchef David Pisot einen neuen Verteidiger verpflichtet: Der zuletzt vereinslose Marcel Appiah schließt sich den Lila-Weißen an und erhält einen Zweijahresvertrag, der sowohl für die 3. Fußball-Liga als auch für die 2. Bundesliga gilt. Das gab der VfL am Montagnachmittag nach Appiahs sportärztlicher Untersuchung in Osnabrück bekannt.

Der 28-jährige Appiah soll die Lücke füllen, die durch den Wechsel von David Pisot zu Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers entstanden war. Appiah, der ablösefrei zum VfL kommt, ist variabel einsetzbar, fühlt sich aber vor allem auf der Pisot-Position zuhause. „Ich bin nicht festgelegt, denke aber, dass ich körperlich prädestiniert bin für die Innenverteidiger-Position“, sagte der 1,89 Meter große Abwehrspieler: „Ich spiele gerne innen und trage dort Verantwortung. Von der Position kann ich das Spiel anders beeinflussen als als Rechtsverteidiger, der viele Meter macht und von dem erwartet wird, dass er auch vorne im Angriffsspiel in Erscheinung tritt.“

Appiah: Der VfL wird in Osnabrück gelebt

Für seinen Wechsel sei ausschlaggebend gewesen, dass ihm der VfL aus seiner Zeit in Bielefeld nicht unbekannt gewesen sei. „Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Wenn man hier zu einem Spiel angereist ist, und abends gesehen hat, wie das Flutlicht brannte und die Zuschauer ins Stadion strömten, dann wusste man: Dieser Verein wird in der Stadt gelebt.“ Seine Auftritte als Spieler einer Gastmannschaft seien „jedes Mal unangenehm“ gewesen, „man musste immer an seine Grenzen gehen“. Künftig wird er die Spiele aus einer anderen Perspektive erleben: „Für einen Verein wie Osnabrück muss es immer der Anspruch sein, so hoch wie möglich zu spielen“, sagte Appiah, der am Montag die sportmedizinische Untersuchung absolvierte und danach zum bereits laufenden Training fuhr, um seine Mannschaftskollegen kennen zu lernen. Bashkim Renneke und Alexander Dercho sind dabei keine Unbekannten für ihn.

Aus Bielefeld in die Niederlande

Er kennt seine neuen Mitspieler noch aus Bielefeld. Von 2009 bis 2014 bestritt Appiah 119 Pflichtspiele für die Arminia, davon 52 in der 2. Bundesliga. Er gehörte zum Team, das den Betriebsunfall des Abstiegs in die 3. Liga (2011) zwei Saisons später mit der Rückkehr in die 2. Bundesliga korrigierte (2013). Nach dem erneuten Abstieg in der Relegation gegen Darmstadt (2014) wechselte Appiah, der in der Jugend unter anderem beim FC Schalke 04, VfL Bochum und der SG Wattenscheid ausgebildet worden war, zum NEC Nijmegen. „Sich mit dem Abstieg aus Bielefeld zu verabschieden, war sowohl für mich als auch für das Umfeld unschön. Ich war lange in Bielefeld und hatte dort eine gute Zeit, aber irgendwann ist es auch wichtig, woanders Erfahrungen zu sammeln“, sagt Appiah, für den das Paket in den Niederlanden passte.

„Den einen oder anderen Laufplan abgeheftet“

In der zweiten niederländischen Liga kam Appiah auf 27 Spiele und feierte mit seinem Team den – mit aller Mitteln angepeilten – Aufstieg in die Eredivisie. „Wir hatten eine Menge Spaß. Man hat immer Spaß, wenn man Erfolg hat“, sagte Appiah über die Rekordsaison des NEC: Von 38 Spielen gewann Nijmegen 33, kassierte bei zwei weiteren Remis nur drei Niederlagen und schloss die Serie mit 101 Punkten und 21 Zählern Vorsprung vor dem Zweiten als Meister ab. In der Eredivisie absolvierte Appiah in der vergangenen Spielzeit 23 Partien, hatte unter dem neuen Trainer Peter Hyballa aber keine Zukunft bei NEC. Seit dem Sommer war er vereinslos. „Ich habe in meiner Karriere schon den einen oder anderen Laufplan abgeheftet“, sagt der 28-Jährige über das Fitnessprogramm, das er in Eigenregie absolvierte. Unterstützung bekam er von einem Fitnesstrainer aus Bielefeld. Die fußballerischen Einheiten absolvierte er zuletzt bei seinem Ex-Klub und Regionalliga-Aufsteiger TSG Sprockhövel.

Gans: Ein Spieler, der eine Mannschaft führen kann

Der VfL habe bereits seit längerer Zeit ein Auge auf Appiah geworfen, sagte der Sportliche Leiter des VfL, Lothar Gans. Eine frühere Verpflichtung kam aber nicht zustande, weil Zweitligist Bielefeld und die niederländische erste Liga zu starke Alternativen waren. „Wir sind froh, dass wir jetzt zueinander gekommen sind. Marcel kennt die 3. Liga, ist aufgestiegen, hat in der 2. Bundesliga und im Ausland gespielt. Er ist ein Spieler, der eine Mannschaft führen kann“, betonte Gans die Qualitäten des Neuzugangs. „Das Team ist so, wie wir es uns wünschen. Wir sind komplett“, sieht Geschäftsführer Jürgen Wehlend keinen Anlass für weitere Verpflichtungen. Einen Spieler von Appiahs Format ablösefrei zu verpflichten, sei „das Maximum, das du an unserer Stelle erreichen kannst“, sagte Wehlend.


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