Wechsel wegen Heimat und Tradition VfL Osnabrück: Die richtige Fußballfamilie für Renneke?

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Osnabrück. Als Familienmensch wieder zurück in die Nähe seiner Brüder, dazu nun Teil eines echten Traditionsvereins und einer Elf, die selbst ihre Fußballspiele prägen will: Bashkim Renneke hat mit seinem Wechsel zum Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

„Den ersten Kontakt mit Trainer Joe Enochs und Manager Lothar Gans gab es etwa vier bis fünf Spieltage vor Ende der vergangenen Saison“, erinnert sich Renneke – und der 23-Jährige , dessen Wechsel als einer der ersten VfL-Transfers im Sommer in trockenen Tüchern war, ergänzt: „Als das konkrete Angebot kam, musste ich nicht lange überlegen. Denn es blieb mir schon als Gast als beeindruckend in Erinnerung, an der Bremer Brücke zu spielen.“

Erlebt hat Renneke das beim spannenden 2:2 im März, als er im Endspurt der Rückrunde der vergangenen Saison selbst das Führungstor für seinen Ex-Verein SG Sonnenhof Großaspach köpfte und später mit seinen alten Teamkollegen den Last-minute-Ausgleich feiern konnte. Der Aufstiegskampf endete für beide Clubs ohne den ganz großen Coup – Vergangenheit für Renneke. „Nun freue ich mich darauf, für die Heimmannschaft aufzulaufen: Denn was die Fans hier leisten, ist einfach enorm.“

"Joe Enochs hat mich überzeugt"

Zudem will der – bevorzugt auf dem linken – offensiven Flügel agierende Deutsche mit kosovarischer Abstammung in Osnabrück auch fußballerisch den nächsten Schritt machen: „Joe Enochs hat mich mit seiner Philosophie überzeugt, auch das war ein Grund für meinen Wechsel: Osnabrück will immer mit dem Ball spielen, das Spiel auf sich ziehen, gestalten“, sagt er und ergänzt: „So kann ich, glaube ich, auch meine Stärken besser einbringen: In Großaspach haben wir meist eher gegen den Ball und auf Konter gespielt.“

Das Suchen der Eins-gegen-eins-Situationen, Dribblings und seine Schnelligkeit sieht der kleine, wendige Flügelflitzer (1,75 Meter) selbst als jene Dinge, die er für seinen neuen Club in die Waagschale werfen will. Gezeigt hat er bei seinem 33-Minuten-Einsatz beim Sieg in Münster schon seinen großen Einsatzwillen in den Zweikämpfen, auch defensiv. „Ich kann mich gut hochpushen im Verbund mit den anderen“, sagt Renneke. Besser werden als zuletzt will er in puncto Effektivität vor dem Tor: In Großaspach gelangen ihm in der 3. Liga zuletzt drei Tore in 31 Spielen.

Erste Erfahrung beim JVC Hövelriege

Gelernt hat Renneke das Fußballspielen in der Jugend der JVC Hövelriege: In dem Club nahe Bielefeld kickte der Sohn montenegrinischer Kriegsflüchtlinge auch wieder, nachdem seine Eltern und seine Brüder längst wieder auf den Balkan zurückgekehrt waren. Der kleine Bashkim war zunächst den Weg seiner Eltern mitgegangen, kehrte dann aber als 13-Jähriger allein wieder nach Deutschland zurück und ließ sich kurz darauf von seiner ostwestfälischen Gastfamilie adoptieren. Renneke machte sein Abitur und fiel auf dem Fußballplatz den Scouts von Arminia Bielefeld auf: sein Ticket in den Profifußball.

„Als Familienmensch bin ich glücklich, wenn ich bei meinen Brüdern in der Nähe sein kann“, sagt Renneke über seine Geschwister, die seit ein paar Jahren nun auch versuchen, in Ostwestfalen Fuß zu fassen. „Es läuft gut in ihren Ausbildungsberufen“, sagt der 23-Jährige, der seinen Brüdern oft im Alltag mit Rat und Tat zur Seite steht, aber selbst nie großes Aufhebens um das Thema macht.

Renneke will in Osnabrück heimisch werden

Selbst will Bashkim Renneke aber nun vor allem in Osnabrück heimisch werden. „Ich habe die Wohnung von Francky Sembolo übernommen“, berichtet der Offensivspieler über die glückliche Fügung, die sich durch den Wechsel des Ex-VfL-Stürmers zum Berliner AK ergeben hat. Die Stadt gefällt ihm auch: „Ich mag es, wenn man überall hinkommt in 10 bis 15 Minuten. Das ist ein bisschen wie in Bielefeld“, sagt er, bevor er, fast ein wenig schüchtern, nachfragt: „Darf man das denn in Osnabrück sagen?“

Klar, darf man. Denn ohne debattieren zu wollen, ob es Bielefeld überhaupt gibt – die Nennung einer anderen Derby-Stadt hätte in diesen Tagen weit problematischer aufgefasst werden können.

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