Torwartfrage geklärt VfL Osnabrück: Syhre oder Willers in der Startelf

Von Stefan Alberti

Einmal durchschnaufen: VfL-Cheftrainer Joe Enochs beim letzten Spiel in Münster (0:0). Foto: KemmeEinmal durchschnaufen: VfL-Cheftrainer Joe Enochs beim letzten Spiel in Münster (0:0). Foto: Kemme

Osnabrück. Einmal noch schlafen – und dann ist Derby-Zeit. Schluss mit der Vorbereitung. Schluss mit dem Herumspekulieren. Jetzt geht es um Drittliga-Punkte. Sonntag, 31. Juli 2016. 14 Uhr. Preußen Münster gegen den VfL Osnabrück, Stadion an der Hammer Straße.

Kann Joe Enochs noch ruhig schlafen? „Von Donnerstag auf Freitag war es in der Tat nicht so einfach. Es kreisen sehr viele Gedanken in meinem Kopf“, sagt der VfL-Cheftrainer 48 Stunden vor dem Derby. „Aber das ist normal in dieser Situation.“

Wie ist die Stimmung im Team? „Ebenfalls angespannt, aber alle freuen sich auf das Derby“, berichtet der Coach. Die Trainingseinheiten der vergangenen Tage seien sehr intensiv gewesen, am Freitag hätten Ballarbeit und Standardsituationen die Einheit beherrscht.

Wer steht im Tor? Marius Gersbeck. „Wir haben mit beiden Torhütern gesprochen und diese Entscheidung mitgeteilt“, sagt Enochs. Frank Lehmann habe wie ein Profi reagiert, „ich bin sicher, dass er jetzt genauso hart im Training weiterarbeiten wird“. Letztlich hätten bei dieser Entscheidung Details den Ausschlag gegeben. „Gersbeck hatte in den Testspielen eine etwas bessere Bilanz. Marius hat in der Spieleröffnung kleine Vorteile.“

Syhre oder Willers? An dieser Personalie in der Innenverteidigung beißt sich der Trainer derzeit noch die Zähne aus. „Die schwerste Entscheidung, die wir als Trainerteam treffen müssen – Tony oder Tobi? Vorteil für Tony Syhre ist die Zweikampfstärke. Tobi Willers hat einen unheimlich guten Diagonal-Ball, was gegen eine kompakte Mannschaft sehr wertvoll sein kann. Am Samstag soll die Entscheidung endgültig getroffen werden.“

Wie sieht ansonsten die Startelf aus? Hier will sich der Trainer natürlich noch nicht in die endgültigen Karten schauen lassen. Aber die Besetzung der weiteren Positionen könnte schon wie von uns prognostiziert zutreffen (siehe „Zur Sache). Enochs hat gerade im Mittelfeld- und Offensivbereich viele Variationsmöglichkeiten. Auf der linken Seite spürt Jules Reimerink den Druck von Bashkim Renneke („Er macht es uns schwer, ihn auf der Bank zu lassen“), im offensiven Bereich drängt sich Ahmet Arslan immer mehr als Alternative auf.

Wie läuft die weitere Derby-Vorbereitung? An diesem Samstag (30. Juli) wollen die Fans die Spieler beim öffentlichen Abschlusstraining auf der Illoshöhe (14 Uhr) besuchen. Am Samstagabend werde sich das Team in ein Hotel zurückziehen, so Enochs. Am Sonntag starte der Bus um 11.30 Uhr Richtung Münster. Die Fans werden im Sonderzug, in Bussen und in Pkw zum Derby anreisen – und hoffentlich beweisen, dass der Ausschluss der Gästefans in der vorherigen Saison für immer der Vergangenheit angehört.

Was will der VfL aus Münster mitnehmen? „Wir fahren nicht nach Münster mit der Vorgabe, das Spiel gewinnen zu müssen. Ziel ist ein Punkt – und dann mal sehen“, sagt Enochs. „Wir sind nicht der Favorit. Trotzdem werden wir uns nicht hinten reinstellen. Wenn wir die Ordnung finden, wollen wir früh attackieren.“

Wie sieht es in Münster aus? „Alle sind froh, dass es endlich um Punkte geht“, sagt Coach Horst Steffen im Gespräch mit unserer Redaktion. Dass sein Team zum Favoritenkreis der Liga gehöre, könne er so nicht teilen, „wir müssen geduldig sein“. Den VfL sehe er als Team auf Augenhöhe: „Das ist eine Mannschaft, die oben mitspielen kann. Eine ähnliche Situation wie bei uns – es kann was gehen.“ Nach Angaben von Steffen hat er Neuzugang Michele Rizzi zum neuen Kapitän ernannt. Der vorherige Amtsinhaber Amaury Bischoff habe das Amt des Stellvertreters abgelehnt, sodass nun der Ex-Osnabrücker Adriano Grimaldi Vize-Kapitän sei. Steffen: „Für mich hat ein Kapitän nicht so einen Riesen-Stellenwert.“

Wie geht es nun aus? Es wird gekämpft, geflucht und gejubelt – auf beiden Seiten. Das Derby endet 1:1.


So könnten sie spielen:

Gersbeck – Dercho, Syhre, Pisot, El-Bouazzati – Reimerink, Schulz, Groß, Heider – Wriedt, Savran.