Großer Stürmer,viel Potenzial Neuzugang Wriedt beim VfL Osnabrück: Schnell ist er schon

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Auffällig in den Testspielen: Kwasi Okyere Wriedt (hier gegen die Osnabrücker Eintracht) glänzte etwa gegen Hannover bei seiner Volley-Torvorlage. Foto: imago/osnapixAuffällig in den Testspielen: Kwasi Okyere Wriedt (hier gegen die Osnabrücker Eintracht) glänzte etwa gegen Hannover bei seiner Volley-Torvorlage. Foto: imago/osnapix

Osnabrück. Wer die Vorbereitung des Fußball-Drittligisten VfL Osnabrück beobachtet hat, weiß: Auf ihn darf man gespannt sein. Kwasi Okyere Wriedt, 22 Jahre, ein großer Stürmer mit noch ungeschliffenem Spielstil, dafür aber mit Improvisationstalent und verdammt viel Potenzial.

Zwei Szenen der jüngsten Testspiele kreisen gut den aktuellen Entwicklungsstand des talentierten Deutsch-Ghanaers ein: Die Volley-Flanke zum 1:0-Sieg gegen Hannover 96, die nicht jeder in diesem Moment so bringt. Und das Laufduell beim 1:2 gegen den FC Porto, als er dem erfahrenen Verteidiger Felipe auf acht Metern vier abnahm, aber trotzdem noch per Grätsche am Strafraum gestoppt werden konnte. „Wenn ich mir den Ball besser vorlege, bin ich durch – oder er kann nur Foul spielen“, hatte Wriedt jene Szene selbst richtig eingeordnet.

Es ist nicht einmal die unaufgefordert vorgetragene Selbstkritik, die im Gespräch beeindruckt. Es ist die für einen 22- Jährigen bemerkenswerte Klarheit in den Ansagen – und der trotzdem freundliche wie bescheidene Vortrag. Etwa, wenn er sagt, wieso er nach sechs Jahren beim FC St. Pauli zum Lüneburger SK gewechselt ist. „Bei St. Pauli hat man mich auf der Außenbahn gesehen. Ich fühle mich aber als eine von zwei Spitzen im Zentrum wohler“, erklärt Wriedt. Worte, die keinen möglichen Groll, etwa gegen einen Ex-Trainer, transportieren. Worte, die auch keine weiteren Worte an den Verfasser des Textes notwendig machen, man möge ausgesprochene Dinge bitte weniger drastisch aufschreiben.

23 Tore in 34 Spielen – beim LSK hat der in Hamburg geborenen Sohn ghanaischer Eltern den nächsten Schritt gemacht – obwohl er dort wie alle Feierabendkicker einen weiteren Job nachging: „Ich habe auf sozial schwache Kinder aufgepasst“, sagt Wriedt. Anhand etwas schwererer Beine merke er die höhere Belastung beim VfL im Vergleich zu viermal Training pro Woche beim Regionalligisten. „ Aber mein Wechsel stand ja früh fest – so konnte ich mich anhand des Plans von Athletiktrainer Henrk Frach früh auf das höhere Level bringen – und nun bei allen Einheiten bisher voll mitziehen.“

Schnelligkeit, Eins-gegen-eins, Torabschluss mit Links: Um seine Stärken weiß „Otschi“, wie ihn die VfL-Mitspieler wie all seine Weggefährten seit Kindergarten-Tagen rufen. Zum Klubfußball hat ihn damals sein bester Freund gebracht. „Meine Eltern haben nie großartig Bezug dazu gehabt. Aber meine Mutter wird bestimmt zu einigen Spielen aus Hamburg kommen“, sagt Wriedt. Gespannt würden seine Verwandten in Mampong im Zentrum Ghanas, wo seine Eltern herstammen, seinen Weg verfolgen. „Ich halte mit ihnen Kontakt über das Internet und will sie im nächsten Jahr wieder besuchen - ich war jetzt schon lange Jahre nicht mehr da“, sagt Wriedt – aber jetzt zähle erst einmal nur der Fußball.

Denn idealerweise soll in Osnabrück der nächste Schritt für Wriedt folgen. „Lothar Gans, Wolfgang Schütte und Joe Enochs haben sich sehr um mich bemüht“, erklärt Wriedt, warum er sich für den VfL entschieden hat, obwohl auch andere Angebote vorgelegen hätten. Eine Entscheidung, die er bis dato nicht bereut. „Die Stadt ist schön, man kann alles schnell erreichen. Und man merkt, dass die Stadt den Verein lebt: Überall sieht man Flaggen und Grafitti zum VfL“, sagt der Stürmer.

Arbeiten will er an sich vor allem noch im Kopfballspiel, wo er trotz seiner 1,88 Meter noch Potenzial sieht. „Das ist schon wesentlich besser geworden, aber ich glaube, da geht noch mehr“, sagt Wriedt. Die größte Umstellung für ihn werde aber sein, über 90 Minnuten die Konzentration hoch zu halten und voll dabei zu sein. Denn: „Die Verteidiger hier haben viel mehr Qualität. Wenn man kleinere Fehler macht bei der Ballannahme, wird das viel schneller bestraft“, sagt Wriedt, ergänzt aber auch: „Ich glaube, ich habe mich schon ganz gut daran gewöhnt.“

Weiterlesen: Neue Spieltermine für den VfL und für Lotte


Kwasi Okyere Wriedt

Geboren: 10. Juli 1994 in Hamburg

Nationalität: Deutsch-Ghanaer

Größe: 1,88 Meter

Position: Stürmer

Letzte Stationen:

Saison 2012/2013 FC St. Pauli II – Regionalliga Nord – 5 Einsätze 0 Tore

Saison 2013/2014 FC St. Pauli II – Regionalliga Nord – 31 Einsätze, 9 Tore

Saison 2014/2015 FC St. Pauli II – Regionalliga Nord – 22 Einsätze, 5 Tore

Saison 2015/2016 Lüneburger SK – Regionalliga Nord - 34 Einsätze – 23 Tore

Jugendvereine: SC Concordia Hamburg, SC Hamm 02, FC St. Pauli.

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