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Ein Bolzplatzkind aus Hörde Neuer Rechtsverteidiger El-Bouazzati: Ich mag Action

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Osnabrück. Seine bisherige Erfahrung in der 3. Fußball-Liga summiert sich auf nur 30 Minuten – und die vier Kurzeinsätze sind schon über eineinhalb Jahre her. Trotzdem hat Mohamed El-Bouazzati genug Selbstvertrauen, um zu sagen: „Ziel ist, beim VfL Osnabrück Stammspieler zu werden – und ab Sommer 2017 vielleicht in der 2. Bundesliga zu spielen.“

Ambitionierte Worte für einen 19-Jährigen, der nach jenen Drittliga-Ersteinsätzen – als Spieler des jüngeren A-Jugend-Jahrgangs für Borussia Dortmund II im Herbst 2014 – als Riesentalent gehandelt wurde, dann mit einer Knieverletzung aber ein Jahr ausgefallen war. Nach seinem Comeback im Winter 2015 erwies er sich in der A-Jugend des BVB als feste Stütze auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft: Vorwiegend als Innenverteidiger..

„Ich mag Action – deshalb fühle ich mich auf der Außenbahn auch wohl“, sagte der Deutsch-Marokkaner auf der Illoshöhe am Mittwochmorgen zu der Tatsache, dass der VfL mit ihm als Rechtsverteidiger plant. Kim Falkenberg fällt dort länger aus (Kreuzbandriss) – so haben die Lila- Weißen den 19-Jährigen für ein Jahr vom BVB ausgeliehen. „Ich kann Innen- und Außenverteidiger, früher habe ich auch auf der Sechs und sogar im Sturm gespielt“, sagt El-Bouazzati und grinst.

Lockerheit und Selbstvertrauen – das strahlt der 1,87-Meter-Mann mit den breiten Schultern aus. Wenn er den Gesprächspartner mit dunklen Augen fixiert, umspielt ein Lächeln seine Mundwinkel – man hat das Gefühl, dass der 19-Jährige potenzielle verbale Vorlagen gern aufnimmt, um dann selbst einen draufsetzen zu können. „Ich bin ein Bolzplatzkind aus Hörde“, sagt El-Bouazzati, als er sich erinnert, dass es in dem Dortmunder Stadtteil früher eigentlich nichts anderes gab als Fußball.

Als Siebenjähriger war El-Bouazzati mit seinen Eltern aus seiner Geburtsstadt Nador nahe der spanischen Exklave Melilla am Mittelmeer in den Ruhrpott gekommen. „In Marokko hatte ich nie gekickt, hier sind alle zum Fußball gerannt. Ich dann auch – weil ich ehrgeizig war, bin ich bald zur Borussia gekommen“, erinnert sich der 19-Jährige. Seine größte Qualität auf dem Feld? „Meine Leidenschaft, meine Mentalität, ohne das ich jetzt ein Holzer-Typ bin“, sagt El-Bouazzati.

„Schnelligkeit und körperliche Robustheit“ nennt VfL-Trainer Joe Enochs als Stärken des Neuzugangs – dass dieser auf rechts spielen könne, habe er auch im Testspiel mit dem BVB II in Glandorf gegen den VfL vor eineinhalb Wochen gezeigt. Der 19-Jährige hat die Schule mit dem Realschulabschluss beendet – woran der BVB wohl durchaus einen Anteil hatte. „Wir Heranwachsenden in Hörde hatten viel Blödsinn im Kopf – daher war es gut, dass ich als 15-Jähriger in eine BVB-Gastfamilie gekommen bin. Die sind wie zweite Eltern für mich“, sagt El-Bouazzati.

Eine Botschaft ist ihm noch wichtig, jetzt ganz ohne Schalk, sondern ernsthaft. Weil der 19-Jährige aus eigener Erfahrung um die Bitterkeit von Verletzungen im Profifußball weiß: „Ich wünsche Kim Falkenberg schnelle und gute Besserung!“


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