„Ich weiß, was dort los ist“ VfL-Neuzugang Reimerink über Heimweh und die Familie

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So möchte er auch im VfL-Trikot jubeln: Jules Reimerink – hier nach seinem Tor für Viktoria Köln im DFB-Pokalspiel gegen Union Berlin. Foto: imago/mikaSo möchte er auch im VfL-Trikot jubeln: Jules Reimerink – hier nach seinem Tor für Viktoria Köln im DFB-Pokalspiel gegen Union Berlin. Foto: imago/mika

Osnabrück. Aus der Domstadt in die Hasestadt – beruflich gesehen, denn seine Heimat ist im niederländischen Enschede. Jules Reimerink ist der nächste VfL-Neuzugang. Ein erstes Gespräch mit dem 26-jährigen Mittelfeldspieler.

Herr Reimerink, Ihr Transfer zum VfL ist perfekt…

Und darüber bin ich sehr froh.

Warum?

Ich kenne den Verein schon länger. Mit Twente Enschede habe ich früher auch schon in der Vorbereitung gegen den VfL gespielt. Als ich in Cottbus war, mussten wir in der 2. Liga an der Bremer Brücke spielen. Seit dieser Zeit hatte ich den Verein irgendwie nie aus den Augen verloren. Als jetzt das Angebot aus Osnabrück kam, ist es mir sehr leicht gefallen, mich für den VfL zu entscheiden.

Können Sie uns Ihre Entscheidungsgründe noch etwas näher beschreiben?

Na ja, in den Gesprächen haben mir alle ein sehr gutes Gefühl gegeben – allen voran Trainer Joe Enochs und Sportkoordinator Lothar Gans. Ich hatte auch einige Gespräche mit anderen Vereinen, aber der VfL war und ist meine erste Option.

Dieses gute Gefühl in den Gesprächen – woran machen Sie das fest?

Der Trainer hat mir klar gesagt, wie und wo er mich sieht und was er mit mir vorhat. Das habe ich in anderen Vereinen nicht immer so erlebt.

Sie reden von Gesprächen mit weiteren Vereinen. Welche?

(lacht) Die verrate ich Ihnen nicht. Es waren Vereine aus der dritten Liga, ziemlich weit entfernt von meiner Heimat. Wissen Sie, ich wohne in Enschede. Hier lebe ich mit meiner Frau und unserer einjährigen Tochter. Meine Mutter, mein Vater, mein Opa – alle können die Kleine regelmäßig sehen. Das kann ich meiner gesamten Familie gar nicht antun, wenn ich jetzt zu einem sehr weit entfernten Verein wechseln würde. All das hat bei meinen Überlegungen auch eine Rolle gespielt.

Von Enschede nach Osnabrück ist es ja nicht weit.

Genau. Ich wohne direkt an der Grenze. Mit dem Auto fahre ich 35 Minuten bis zum Trainingsgelände des VfL. Das ist optimal für mich. Diesen familiären Rückhalt zu spüren, ist sehr wichtig für mich.

Hört sich nach einem „Wohlfühlspieler“ an.

So ist es. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Als ich damals im 600 Kilometer entfernten Cottbus unter Vertrag stand, habe ich meine Familie doch sehr vermisst. Das hat sich auch auf meine Leistungen ausgewirkt.

Das Heimweh hat dort dann auch zur Vertragsauflösung geführt?

Im zweiten Jahr. Mein erstes Jahr unter Coach Pele Wollitz ist unfassbar gut gelaufen. Nach diesem ersten Jahr hatten Erstligisten wie Augsburg, der HSV oder Mainz Interesse an mir. In der zweiten Saison ist Pele nach wenigen Spielen entlassen worden. Der neue Trainer Rudi Bommer hat mich nicht mehr so oft spielen lassen. Da wurde auch mein Heimweh immer stärker.

Sie hatten in Cottbus eigentlich einen Vierjahresvertrag.

Stimmt. Den haben wir dann aber im zweiten Jahr aufgelöst. Ich bin nach Venlo in die erste holländische Liga gewechselt, anschließend zu den Go Ahead Eagles Deventer. Im vergangenen Jahr sind wir mit den Go Ahead Eagles abgestiegen – und ich wollte unbedingt wieder nach Deutschland.

Der Weg führte dann zu Viktoria Köln in die vierte Liga – auch über die gute Verbindung zu Pele Wollitz?

Nein, der war schon gar nicht mehr in Köln. Tomasz Kaczmarek hat mich nach Köln geholt.

Ihr Fazit bei Viktoria?

Ich habe schon meine Tore geschossen und war ein guter Vorlagengeber. Im Finale des Mittelrhein-Pokals haben wir uns gegen Fortuna Köln auch für die erste Runde im DFB-Pokal qualifiziert. Letztendlich wollte ich jetzt aber wieder in der dritten Liga spielen.

Kennen Sie schon einige neue Kollegen aus dem VfL-Kader?

Nein, bislang nicht.

Das Stadion kennen Sie aber schon?

Ja, aus Twente-Zeiten. Und mit Cottbus haben wir in der 2. Liga dort 0:2 verloren. Ich weiß, was dort los ist.

Ihre Ziele beim VfL?

Der Verein hat immer den Anspruch, oben mitzuspielen. Das will ich natürlich auch. In dieser dritten Liga kannst du gegen jeden verlieren, aber auch gegen jeden gewinnen. Mal sehen, wie es läuft.

Ihre Hauptposition ist im linken Mittelfeld?

Letztes Jahr habe ich meistens links gespielt, aber auch rechts. Also, vielseitig einsetzbar. Ich habe jedenfalls richtig Lust auf eine gute Saison.


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