Zeichen gegen Rassismus VfL-Fußballer unterstützen Projekt der Möser-Realschule


pv Osnabrück. Die Möser-Realschule in der Osnabrücker Innenstadt erhielt am Mittwoch die offizielle Urkunde für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. 90 Prozent der Schüler, Lehrer und Bedienstete hatten im Vorfeld eine Selbstverpflichtung unterschrieben, mit der sich jeder verpflichtet, sich aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen. Der VfL Osnabrück hat die Patenschaft übernommen.

Ab sofort ist die Möser-Realschule Teil eines in den 80er- und 90er-Jahren entstandenen Projekts, an dem sich gegenwärtig 2040 Schulen in Deutschland, 234 davon in Niedersachsen, beteiligen. VfL-Präsident Hermann Queckenstedt war im Dezember vergangenen Jahres die Patenschaft mit Schulrektor Markus Gerling eingegangen. Der VfL-Trainer Joe Enochs hielt bei der Feierstunde eine kurze Rede, in der der US-Amerikaner an seine ersten Tage in Deutschland erinnerte. „Ich habe damals mit 22 Jahren Leute gebraucht, die sich für mich eingesetzt haben. Ich konnte zum Beispiel kein deutsch. Deshalb weiß ich, dass es wichtig ist, dass wir uns einsetzen für Leute, die anders aussehen oder vielleicht auch etwas anders sprechen.“ Enochs zog eine Verbindung zum Fußball. „Fußball verbindet, wir wollen zusammen auf dem Platz was erreichen. Das was ihr jetzt gemacht habt mit der Selbstverpflichtung, ist ein Vorbild für uns Fußballer.“

Menga und Savran gaben Autogramme

VfL-Stürmer Addy Waku Menga tanzte nicht nur gemeinsam mit den Schülern auf der Bühne und schrieb wie Savran fleißig Autogramme, sondern plauderte auch ein wenig über seinem Profialltag. „Letztes Jahr in Dresden, wie ich da vom Gegenspieler rassistisch beleidigt worden bin, das war unfassbar. Das geht doch nicht, wir sind alle Menschen. Deshalb unterstütze ich dieses Projekt gerne und werde, wenn es demnächst wieder eine Anfrage gibt, selbstverständlich weiter behilflich sein.“

Veranstaltung am 27. Mai

In der Möser-Realschule gibt es zur Zeit Schüler aus 20 verschiedenen Nationen, die 25 Sprachen sprechen. Beim VfL arbeitet Joe Enochs mit Spielern, deren Wurzeln in acht Ländern liegen – eine perfekte Symbiose. Die beiden Schülersprecher Ronayi Akpinar und Milaim Tarllamishaj machten auf den 27. Mai aufmerksam, an dem die Schule einen Spielenachmittag mit anschließendem Grillen für Kinder aus dem Flüchtlingshaus am Natruper Holz organisiert. „Wir wollen damit ein menschliches Zeichen setzen und weitere Menschen anstoßen, dasselbe zu tun“, so die Schülersprecher.


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