Osnabrück holt Nachfolger Marketingchefin des VfL arbeitet bald für Borussia Dortmund

Von Benjamin Kraus

Hat ab dem 1. Mai eine neue Aufgabe: Maren Knappmeier. Foto: KemmeHat ab dem 1. Mai eine neue Aufgabe: Maren Knappmeier. Foto: Kemme 

Osnabrück. Maren Knappmeier arbeitet ab Mai für Borussia Dortmund: Die bisherige Teamleiterin Vermarktung des VfL Osnabrück kehrt nach drei Jahren zu ihrem früheren Arbeitgeber Sportfive zurück, der nun Lagardère Sports heißt.

Bei der Sportrechte-Vermarktungsagentur steigt sie ein in das Team, das für den Fußball-Erstligisten zuständig ist.

Entgegen erst anders lautender Spekulationen bleibt die 36-Jährige, die bereits frühzeitig ihren Abschied angekündigt hatte, dem Profifußball erhalten. „Eine Branche, die emotional getrieben ist, bei der Freud und Leid nah beieinander liegen, was die Faszination in der täglichen Arbeit ausmacht“, sagt Knappmeier. Zu ihrem alten Arbeitgeber, für den sie vor ihrer VfL-Zeit den 1. FC Nürnberg betreut hatte, habe sie stets einen guten Draht gehalten, zudem habe es oft berufliche Überschneidungen und daher Gelegenheiten für einen fruchtbaren Austausch gegeben, erklärt die gebürtige Rheinenserin.

Kein leichter Abschied

„Menschlich fällt mit der Abschied vom VfL schon schwer“, sagt Knappmeier – nicht nur, aber besonders mit Blick auf ihr Team um Sandra Schreiber, Jan Haferland und Marina Busch. Man sei stets füreinander da gewesen und habe gemeinsam viele Erfolgserlebnisse feiern können. „Wir haben in der aktuellen Spielzeit wieder vier Millionen Euro Werbeerlöse erzielt. Damit haben wir den zwischenzeitlichen Einbruch, als sich die Führungskrise im Winter 2013/14 ausgewirkt hatte , überwunden“, sagt Knappmeier.

Intern zuerst Aufräumarbeit, extern die Etablierung eines neuen Stils: So könnte man die Dreijahres-Bilanz der VfL-Vermarktungschefin mit Schlagworten charakterisieren – auch wenn Knappmeier selbst diese Differenzierung nie vornehmen würde, da sie die VfL-Sponsoren als Partner betrachtet. „Uns war es wichtig, eine Wohlfühl-Atmosphäre zu etablieren: Auf die Wünsche der Partner einzugehen, wenn es etwas zu verbessern gab, etwa beim Catering oder der Einlassprozedur in den VIP-Bereich“, erklärt Knappmeier. Umgekehrt habe man neue Werbemaßnahmen immer zusammen mit den Partnern entwickelt: So seien Ideen wie die Spielerpatenschaften entstanden, die genau den Zusammenhalt und die gemeinsamen Werte mit Leben erfüllt hätten.

Neue Struktur

Wir haben auf ehrliche Art und Weise gearbeitet, den Bestand in eine neue Struktur sortiert. Sicher sind wir recht holprig gestartet“, erinnert sich Knappmeier an ihre Anfänge beim VfL. Umso mehr freue es sie jetzt, wenn ehemalige Kritiker aus den Reihen der Partner wie Manfred Körber von der Allianz ihr zu ihrem Abschied mitteilen, dass sie ihm fehlen werde. „Für mich ist nun aber der Punkt erreicht, wo ich mich weiterentwickeln will. Ich freue mich auf die alten neuen Kollegen und die neue Aufgabe und kann gute Erfahrungen von hier mitnehmen.“

Nichts zu tun habe ihr Abschied damit, dass man beim VfL derzeit darüber nachdenke, in der Vermarktung künftig wieder mit externen Agenturen zusammenzuarbeiten. „Dazu laufen schon länger Überlegungen, es gibt ja viele Modelle, wie man so eine Zusammenarbeit realisieren kann, etwa reduziert auf bestimmte Teilbereiche“, sagt Knappmeier. Sicher ist, dass der VfL einen Nachfolger für sie einstellen wird. Seit Januar laufe die Übergabe an die Mitarbeiter, auch gerade bezüglich der momentan heißen Themen der auslaufenden Trikotpartnerschaft und der Namensrechte für das Stadion.

Drei Jahre Vermarktungsleitung beim VfL Osnabrück hießen für Knappmeier auch drei Jahre Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Jürgen Wehlend. „Wir sind als Typen völlig unterschiedlich“, sagt die 36-Jährige und überlegt ein wenig, bevor sie sagt: „Ich bewundere wirklich sehr seine Gelassenheit. Gerade in Momenten, in denen ich mich wirklich über Dinge geärgert habe und mir gedacht habe: Ach komm, geh doch auch mal hoch“, sagt Knappmeier, die durchaus für eine engagierte Art steht, an die Dinge heranzugehen, lächelnd.

Weiter mitfiebern

Für die Zukunft des VfL wünscht sie sich als allererstes den Aufstieg. „Ich werde das Heimspiel gegen Würzburg noch ganz normal betreuen und danach die letzten Partien auch im Stadion mitfiebern“, sagt Knappmeier. Damit die Professionalisierung beim VfL weiter voranschreite, hofft sie, dass sich auch künftig jeder auf seine Aufgabe konzentriere und sich etwa die ehrenamtlich Tätigen nicht zu sehr in die Arbeit der Angestellten einmischen würden.

„Der VfL ist einer der wichtigsten gesellschaftlichen Akteure der Stadt und der Region. Diese Tatsache Multiplikatoren und Unternehmern bewusst zu machen, die noch nicht im Dialog mit dem Club stehen, könnte ein Hebel für die Weiterentwicklung der Vermarktungsaktivitäten sein“, überlegt Knappmeier und sagt: „Ich jedenfalls werde auch in Zukunft der Region und dem VfL die Treue halten.“