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„Bescheiden bleiben“ David Pisot, neuer Innenverteidiger des VfL Osnabrück, ist ein Mann klarer Ansagen und Aktionen

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<em>Kopfballstark: </em>David Pisot, hier gegen Erfurt. Foto: KemmeKopfballstark: David Pisot, hier gegen Erfurt. Foto: Kemme

Osnabrück. Attraktiver Offensivfußball? Wer die nackten Zahlen betrachtet, könnte bei sieben geschossenen Toren in fünf Spielen das Erfolgsrezept des neuen VfL Osnabrück eher in der Defensive vermuten.

Dass diese bis dato nur ein Gegentor zuließ, liegt auch an David Pisot, der mit Martin Hudec seit fünf Spielen ein überaus stabiles Innenverteidiger-Duo bildet.

„Martin ist kopfballstark, eine Waffe bei Standards“, beschreibt Pisot seinen Partner – wobei der 25-Jährige dem Tschechen in dieser Kategorie kaum nachsteht und gleich seinen Anspruch untermauert, „auch bald mal ein Kopfballtor zu machen“. Wer die beiden auf dem Platz beobachtet, sieht in puncto Geradlinigkeit zwei ähnliche Spielertypen, wobei Pisot etwas eher seine Übersicht einbringt und die Probleme spielerisch lösen will, während Hudec seine Stärke vor allem darin hat, konsequent zu attackieren. „Eine gute Mischung“, nennt das Pisot.

Der in Karlsruhe geborene Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen ist als Kleinkind von Pflegeeltern adoptiert worden – ein Vorgang, über den der 25-Jährige offen Auskunft gibt. „Meine Eltern, wie ich meine Adoptiveltern nenne, haben mich auf allen Stationen begleitet und großen Anteil an dem, was ich heute bin“, sagt der 25-Jährige, der beim VfB Stuttgart mit Sami Khedira und Serdar Tasci deutscher A-Jugend-Meister wurde und danach auch für den SC Paderborn spielte . Der Grund, seinen bis 2013 laufenden Vertrag beim FC Ingolstadt aufzulösen und zum VfL zu kommen, sei einfach gewesen: „Ich wollte wieder spielen. Der VfL ist ein Verein mit Perspektive und tollem Umfeld.“

Die Philosophie des Trainers mit nach außen rückenden Innenverteidigern bei Ballbesitz liegt ihm: „Abgekappter Sechser, hinten Dreierkette, die Außenverteidiger schieben an: So hatten wir schon einige gute Spielzüge, die wir noch verfeinern müssen“, erklärt Pisot in knappen Sätzen. So spricht er auch auf dem Feld. „Es ist nicht wichtig, dass dort einer übertrieben rumbrüllt. Martin und ich steuern mit kurzen, klaren Ansagen. Im Spiel muss es schnell gehen“, erklärt er.

David Pisot ist ein Mensch, der sich auf das Wesentliche fixieren kann. „Bescheiden bleiben, konstant spielen, von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lassen“, fasst er die Faktoren zusammen, die bei seinem Ex-Team Ingolstadt vor drei Jahren maßgeblich für den Aufstieg in die Zweite Liga waren. Nebenkriegsschauplätze versucht der 25-Jährige, der beim VfL einen Zweijahresvertrag mit Gültigkeit für die Dritte und Zweite Liga unterschrieben hat, auf seinem Weg zu vermeiden.

Das wird auch klar, wenn er seinen Eindruck zu den Debatten im Fanlager über Präsident Gert Lehker schildert. „Als Neuzugang weiß ich nur bedingt, was Sache ist. Aber dass im Stadion negative Stimmung gegen Einzelne aufgebaut wird, ist nicht nachvollziehbar“, sagt Pisot. Mehr nicht. Nur noch, dass die Euphorie von den Rängen in den ersten drei Spielen ein maßgeblicher Erfolgsfaktor gewesen sei. „Das muss unser Ziel sein, dass das eigene Stadion eine Festung bleibt.“


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