Groß: Wir sind eine intakte Elf VfL Osnabrück: Stimmen nach dem 2:2 gegen Großaspach


bekr/schl Osnabrück. Ein sehr ärgerlicher, aber nicht unverdienter Ausgleich kurz vor Schluss, aber durchaus vorhandener Stolz auf eine starke Teamleitung: So der Tenor der Reaktionen im Lager des VfL Osnabrück nach dem 2:2 im Spitzenspiel der 3. Fußball-Liga gegen die SG Sonnenhof Großaspach.

Rüdiger Rehm, Trainer Sonnenhof Großaspach: Ich darf meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen, hier in Osnabrück so ein Spiel abzuliefern vor so einer Kulisse, die einfach atemberaubend ist. Das sind wir bei uns zu Hause so nicht immer gewohnt, trotzdem haben wir frei aufgespielt und von Anfang an dagegengehalten. Wir wussten, dass wir über die Grenze hinaus gehen müssen, läuferisch, kämpferisch und fußballerisch. Die Mannschaft hat ein hervorragendes Spiel abgeliefert und alles gegeben. Zum Schluss ist der Ausgleich natürlich glücklich, aber nicht unverdient und so freuen wir uns über den Punkt gegen eine sehr starke Osnabrücker Mannschaft. Joe macht hier eine fantastische Arbeit. Auch was das Umfeld angeht, können wir noch nicht mithalten, dass es auf dem Platz geht, haben wir heute gezeigt. 

Joe Enochs, Trainer VfL: Die Mannschaft ist sehr enttäuscht über das späte Gegentor, allerdings müssen wir uns vor Augen halten, dass es eine sehr gute Großaspacher Mannschaft ist, die hier nicht unverdient einen Punkt geholt hat. Der Zeitpunkt ist natürlich bitter, aber wir wussten, dass es eine sehr gute Auswärtsmannschaft ist. Wir wissen, wo wir herkommen und haben jetzt als Dritter gegen den Fünften vor einer tollen Kulisse Unentschieden gespielt. Hut ab vor meiner Mannschaft, wie sie zusammenhalten und Verletzungen weggesteckt haben. Meine Gedanken gehen nach dem Spiel an Francky Sembolo. Wir hoffen, dass er schnell wieder gesund wird. Es war eine Szene im Spiel, was man von beiden Seiten nicht so gerne sieht, dass sich ein Spieler verletzt. Wir werden diese Partie jetzt genau analysieren und dann in Stuttgart am Freitag versuchen, etwas mitzunehmen.

Christian Groß, Mittelfeldmotor des VfL: Ich musste kurz vor Schluss raus wegen einer Hüftprellung, die ich bei dem Foul kassiert habe, das zum zweiten Elfmeter geführt hat. Das muss sich jetzt die medizinische Abteilung anschauen, ich denke aber nicht, dass ich deshalb ausfalle. Das späte Gegentor tut uns schon weh, da brauche ich wahrscheinlich ein paar Tage, um das zu verarbeiten. Natürlich wussten wir, dass Großaspach Qualität hat, wir wissen aber auch, dass wir Qualität haben. Es war ein körperbetontes Spiel, wobei Großaspach eher versucht hat, das Mittelfeld zu überspielen und vorne den Ball festzumachen, während wir es eher mit Kombinationen durch das Mittelfeld probiert haben. Man hat gesehen, das wir eine intakte Mannschaft sind: Francky Sembolo hat sich wieder volll reingeschmissen bis zu seiner Verletzung, danach kam Steffen Tigges und hat ein richtig gutes Spiel gemacht, letzte Woche waren es Sofien Chahed und Lars Bleker, die uns super geholfen haben, obwohl sie zuvor nicht so oft gespielt haben. Das macht mich schon ein bisschen stolz das zu sehen - zumal wir trotz vieler Ausfälle ja immer gepunktet haben. Trotzdem schaue ich immer noch nicht bewusst auf die Tabelle. Wo wir stehen, wissen wir ja ungefähr. Jetzt kommen noch acht schwere Spiele, danach können wir ja mal einen Blick auf die Tabelle riskieren. Jetzt konzentrieren wir uns erstmal auf die Partie gegen Stuttgart II - die haben bei den starken Kölnern 3:1 gewonnen. Allein das zeigt, dass das kein einfaches Spiel wird für uns.

David Pisot, doppelter Torschütze für den VfL, jeweils per Elfmeter: Sicher hat man als Schütze eine gewisse Anspannung vor dem Strafstoß, vor allem, wenn es wegen der Verletzungsunterbrechung mit Francky Sembolo so lange dauert, bis er ausgeführt werden kann. Aber ich habe einfach versucht, mich zu konzentrieren, und war dann froh, als er reingegangen ist. Beim zweiten Elfmeter hatte ich wieder meine Ecke, habe zwar kurz nochmal hochgeschaut, was der Torwart macht, habe dann aber meinen Plan beibehalten. 

Halil Savran, Stürmer beim VfL Osnabrück: Klar ist das ärgerlich, so ein Ausgleich kurz vor Schluss, wobei man aus neutraler SIcht vielleicht sagen kann, dass das gerecht ist. Aus unserer Sicht kann man als Fazit ziehen, dass wir Großaspach auf Distanz gehalten haben. Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet gegen einen starken Gegner mit richtig viel Qualität. Offensiv haben wir heute im letzten Drittel vielleicht ab und an die falsche Entscheidung getroffen, was verhindert hat, dass wir uns noch mehr Chancen herausspielen.