Vereins-Geschichte rockt VfL Osnabrück: Gitarre aus Holz der alten Nordtribüne

Von Sven Hallmann

Die Übergabe: Das VfL-Museum bekommt eine Gitarre aus alten Teilen der Nordtribüne: v.l.: Heinz Rebellius, Bernhard Lanfer(Museum), Lisa Deyen (Sponsor), Freddy Fenkes(Museum) Foto: Gert WestdörpDie Übergabe: Das VfL-Museum bekommt eine Gitarre aus alten Teilen der Nordtribüne: v.l.: Heinz Rebellius, Bernhard Lanfer(Museum), Lisa Deyen (Sponsor), Freddy Fenkes(Museum) Foto: Gert Westdörp

shal Osnabrück. Das Museum des VfL Osnabrück darf sich über ein neues Ausstellungsstück freuen, das die Vereinsgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes in sich trägt. Gemeint ist eine lila-weiße Gitarre im Flying-V-Design, die Heinz Rebellius am Donnerstag den Museumsleitern Bernhard Lanfer und Freddy Fenkes übergab.

Das Besondere: Als Material wurden vier Holzbohlen der ehemaligen Nordtribüne verwendet, die der 61-jährige Musiker und Journalist 2009 in einer Anzeige im Stadtblatt fand. „Im Tausch gegen eine Kiste Bier“, sagt Rebellius, der seit 1987 regelmäßig zum VfL geht und über die Stationen Cloppenburg und Osnabrück inzwischen in Bissendorf heimisch ist.

Pünktlich zum Aufstieg

Das Rohmaterial aus Kiefernholz wurde umgehend nach Berlin geschickt, wo sich Gitarrenbauer Frank Deimel dem Projekt annahm und bis zum Frühjahr 2010 die Gitarre anfertigte – pünktlich zum Aufstieg des VfL in die 2. Bundesliga. „Mit Blut, Schweiß und Bier wurde das gute Stück gebaut“, lacht Rebellius, denn tatsächlich verlor Handwerker Deimel bei der Fertigstellung eine Fingerkuppe.

Die Rückseite der Gitarre wurde im Originalzustand belassen und nur mit Klarlack bearbeitet. „Nordtribüne-Natur“ nennt Rebellius das Design. Verbliebene Astlöcher und Nägel sind Zeugen unzähliger Heimspiele des VfL, die die Nordtribüne erlebt hat. Hinzu kommen Kronkorken einer westfälischen Brauerei, die Akzente setzen. „Ich bin ganz beeindruckt“ gibt auch Lisa Deyen zu. Sie vertrat bei der Übergabe an das Museum den Sponsor aus Osnabrück, der nicht genannt werden möchte. Der Kontakt zwischen Musiker und Geldgeber wurde von René Kemna vom VfL hergestellt. Dass seine Gitarre jetzt Teil der VfL-Geschichte ist, freut Heinz Rebellius ebenso wie Lanfer und Fenkes, die sich nun Gedanken über die passende Präsentation machen dürfen.

„So etwas gibt es meines Wissens deutschlandweit nicht noch einmal“, ist der Initiator sichtbar stolz auf sein Projekt. Bespielbar sei die Gitarre übrigens immer noch, sagt Rebellius, der die Belastbarkeit auch schon auf der Maiwoche getestet hat. Lanfer und Fenkes sind davon überzeugt, dass die Flying-VfL-Gitarre auch überregional für Aufsehen sorgen würde. Ins Deutsche Fußballmuseum nach Dortmund würden sie ihr neues Ausstellungsobjekt jedenfalls gerne verleihen. Und ganz nebenbei hofft man darauf, dass die Übergabe des Instruments vielleicht sogar einen Bogen schlägt zur nahen Zukunft des VfL. Die beginnt bekanntlich an diesem Samstag mit dem Spitzenspiel gegen Großaspach...


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