VfL Osnabrück: Einzelkritik Kein Mittel gegen Dynamo Dresdens Druck und Cleverness

Von Johannes Kapitza


Osnabrück. Auch nach der 0:3-Niederlage gegen Dynamo Dresden wollte Joe Enochs, Trainer des VfL Osnabrück, nicht den Stab über seine Mannschaft brechen. Gleichwohl erkannte er an, dass der Spitzenreiter nicht umsonst ganz oben in der Tabelle steht, seine Mannschaft deutlich unterlegen war und dass die Lila-Weißen die Dresdner mit zwei Fehlern auf die Siegerstraße brachten.

Zum Spiel:

Marvin Schwäbe: Zu Beginn verunsichert, bei den ersten beiden Gegentoren machtlos, beim dritten risikofreudig, aber alleine gelassen. Verhinderte in einzelnen Szenen eine höhere Niederlage. Noch einer der besten im Team, aber nicht in der Lage, die Mannschaft alleine im Spiel zu halten – 3,5.

Kim Falkenberg: Hatte einige Schwierigkeiten mit Dresdens schneller linker Seite Aosmann/Eilers, über die das 0:1 entstand. Das war nicht allein sein Fehler, aber unter Druck gelang es der Defensive insgesamt zu selten, sich zu befreien – 4,0.

David Pisot: Nach seinem grippalen Infekt rutschte er noch in die Startelf. Daher wenig verwunderlich, dass die Spritzigkeit fehlte. Er gewann auch einige Duelle gegen Dresdens bärenstarken Pascal Testroet, konnte aber beim 0:1 nicht eingreifen und wurde beim 0:2 abgeschüttelt – 4,0.

Tobias Willers: Der Kapitän kann ein Turm in der Schlacht sein, gegen Dynamo machte sich auch bei ihm die Nervosität bemerkbar, die die Dresdner mit ihrem druckvollen Spiel bewirken wollten. Ihm unterliefen einige ungenaue Anspiele, am Wochenende in Münster kann er zeigen, dass das nur einer schlechten Tagesform geschuldet war – 4,5.

Alexander Dercho: Versuchte zumindest, sich in die Offensive einzubringen, hatte aber ebenfalls starke Dresdner Kontrahenten auf seiner Seite, sodass sein Auftritt glücklos blieb. Die Rote Karte schien hart, aber Trainer Enochs wollte sich nicht beschweren. Er muss erst mal ohne Dercho auskommen – 4,0.

Massimo Ornatelli: Hatte im Heimspiel gegen Magdeburg eine Sternstunde, aber der Stern verglühte gegen Dresden vorerst. Über seine Seite machte Dresden Druck, der Techniker konnte nicht für Entlastung oder gar Befreiung sorgen. Immerhin: Die Hoffnung bleibt, dass Ornatelli an alter Wirkungsstätte in Münster wieder aufstrahlt – 4,0.

Anthony Syhre: War in zentraler Rolle nicht so abgeklärt wie seine Dresdner Gegenspieler, konnte nicht den Druck mildern geschweige denn Gegendruck aufbauen und wirkte unsicher – kein Wunder, denn der junge Sechser hat seine Zukunft noch vor sich und kann reifen, wenn er aus dem Dresden-Spiel seine Lehren zieht – 4,5.

Christian Groß: Der bessere der beiden zentralen VfL-Spieler im Mittelfeld, aber auch er konnte sich gegen den großen Dynamo-Druck selten behaupten. Seine energischen Antritte, die ihn so stark machen, konnte er nicht ausleben, weil die Räume fehlten. Anspielstationen stellte Dynamo zu. So blieb Groß wirkungslos – 3,5.

Michael Hohnstedt: Konnte genau wie Ornatelli auf seiner gegenüberliegenden Außenbahn zu selten Druck im Vorwärtsgang aufbauen. Er hatte ein Tor auf dem Fuß, aber Dresdens Modica grätschte dazwischen. Beim 0:2 geriet er unter Druck, verlor den Ball im Mittelfeld. Nur ein Bestandteil der Niederlage, aber einer, der das „Kampfschwein“ ärgern wird. Vielleicht folgt die richtige Reaktion – 4,0.

Marcos Alvarez: Ging wie Pisot angeschlagen ins Spiel, machte seine Sache dafür gut, aber kam in der Offensive nicht zur Entfaltung. Die Standards: Kamen schon mal besser, aber ganz so viele Versuche bekam er dieses Mal auch nicht. Zwei Ecken sorgten ansatzweise für Gefahr. Musste nach dem Seitenwechsel vorzeitig verletzt raus – 3,5.

Halil Savran: Arbeitete, hatte aber gegen eine robuste Dresdner Defensive einen schweren Stand. Seinen Schuss aus kurzer Distanz vereitelte Blaswich auf der Linie – eine Mischung aus Reflex und der Unmöglichkeit, dem Schuss noch auszuweichen. Es hätte das 1:1 sein können, aber hätte wenn und aber zählen nicht. Weitere auffällige Szenen blieben nicht im Gedächtnis – 4,0.

Addy Menga: Fand als Einwechselspieler genauso wenig Räume im Dresdner System wie sein Vorgänger Alvarez und blieb als Joker eine stumpfe Waffe. Sorgte zumindest einmal für Addyyyyyy-Rufe, aber mehr war auch von ihm nicht drin – 4,0.

Francky Sembolo: Für ihn galt, was für die gesamte Offensive galt: Die Durchschlagskraft fehlte, auch wenn das Bemühen nicht abzusprechen war. Dresdens solides Abwehrbollwerk war aber auch für ihn nicht zu durchdringen – 4,0.

Maik Odenthal: Kam für Savran, konnte aber das Offensivspiel nicht beleben. Aufgrund seines vergleichsweise kurzen Einsatzes ohne Bewertung.


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