Vorfall im Derby in Münster Nach Pyro-Aktion: Verfahren gegen Osnabrücker eingestellt

Das Bild zeigt den Gästeblock des VfL Osnabrück beim Derby gegen Preußen Münster. Foto: imago/osnapixDas Bild zeigt den Gästeblock des VfL Osnabrück beim Derby gegen Preußen Münster. Foto: imago/osnapix

Osnabrück/Münster. Bei einem Spiel zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück hat ein Osnabrücker den massiven Einsatz bengalischer Feuer koordiniert. Doch die Aktion habe nicht gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen, befand nun das Landgericht Münster.

Das Gericht stellte ein Verfahren gegen den 25-Jährigen ein, der in der Ultraszene des VfL Osnabrück aktiv ist.

In erster Instanz war Kai H. vor dem Amtsgericht wegen der Aktion am 1. März 2014 im Preußenstadion noch zu einer Geldstrafe verurteilt worden, wie die „Westfälischen Nachrichten“ berichten. Das Landgericht hob dieses Urteil nun auf.

Der Angeklagte habe selbst keine Bengalos abgebrannt, sondern die Aktion nur koordiniert. Auch eine vorsätzliche Körperverletzung sei nicht beweisbar, hieß es vor Gericht. Ein Großteil der gezündeten 25 Fackeln sei legal beschafft worden und derzeit bestätigten keine Gutachten, dass von der enormen Rauchentwicklung bengalischer Feuer eine Gesundheitsgefährdung ausgehe.

Darüber hinaus machte der Richter auf eine Gesetzeslücke aufmerksam. Demnach sei es in Deutschland nicht strafbar, wenn jemand älter als 18 Jahre im Freien die sonst in der Seenot- und Bergrettung üblichen Fackeln abbrenne. Bengalische Feuer in Stadien sind jedoch durch Stadionverordnungen und Versammlungsstättenverordnungen verboten.

Vor dem Landgericht beteuerte der Angeklagte, er habe niemanden verletzen wollen. Erst recht nicht die eigenen Fans aus Osnabrück, weil er selbst „VfL-Anhänger mit Leidenschaft“ sei, wird er zitiert.

Obwohl nun das Verfahren eingestellt worden ist, kann Kai H. nicht beruhigt aufatmen: In Osnabrück liegt eine weitere Anklage wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung vor. Ihm wird vorgeworfen, im Dezember 2014 an einer Prügelei im Stadion beteiligt gewesen zu sein.


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