Mittelfeldspieler fehlt lange VfL-Spieler Tüting: Es nützt nichts zu hadern

Von Johannes Kapitza

Simon Tüting liegt nach seiner Trainingsverletzung im Krankenhaus und fällt sechs bis acht Monate aus. Hadern will der Bramscher mit seinem Schicksal nicht. Foto: Helmut KemmeSimon Tüting liegt nach seiner Trainingsverletzung im Krankenhaus und fällt sechs bis acht Monate aus. Hadern will der Bramscher mit seinem Schicksal nicht. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Am 7. September wird Simon Tüting 29 Jahre alt. Zum Feiern ist dem Mittelfeldspieler des VfL Osnabrück nicht gerade zumute, aber mit seiner anstehenden langen Verletzungspause hat er sich abgefunden. „Wenn man Fußball spielt, weiß man, dass so etwas passieren kann“, sagt Tüting.

Ein komplizierter Armbruch, ein Leistenbruch – Tüting hat schon einige Rückschläge in seiner Karriere einstecken müssen, und wenn er die Menschen mit anderen Schicksalen im Krankenhaus sehe, dann relativiere sich seine Verletzung, sagt er. Und: „Es kann ja keiner etwas dafür.“ Im Mittwochstraining war er unglücklich bei einem Zweikampf mit dem Fuß im Rasen hängengeblieben und hatte sich eine komplexe Fraktur im Sprunggelenk zugezogen. Er wird für sechs bis acht Monate ausfallen. „Es fällt schon schwer“, sagt er. Der Trainerwechsel von Maik Walpurgis zu Joe Enochs sei für ihn so etwas wie ein Neustart gewesen. Von der Ersatzbank rückte er in die Startelf. „Mir ist ein guter Start geglückt“, befindet er.

Dass das Spiel in Magdeburg verlegt wurde, hatte ihn gefreut. Zwei Wochen sollten Zeit bleiben, um an den Abstimmungen in der Mannschaft zu arbeiten. „Das ist jetzt für mich alles hinfällig“, bedauert Tüting. Auf dem Trainingsplatz am Mittwoch war ihm der Ausfall schnell bewusst. „Als Spieler siehst und fühlst du, wenn etwas kaputt ist.“ Seine Mitspieler und alle aus dem Trainerteam hätten sich sofort gut um ihn gekümmert, sagt der 28-Jährige, der mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht und noch am Abend operiert wurde.

Einen Tag später trat der VfL zum kurzfristig angesetzten Testspiel beim Hamburger SV (1:4) an. Vor dem Anpfiff hätten ihm die Mannschaftskameraden ein Bild aus der Kabine aufs Handy geschickt, berichtet Tüting. „Es ist schön zu wissen, dass sie an mich denken. Das zeigt, dass wir ein Team sind.“ Im Krankenhaus hat er auch schon Besuch bekommen von Mitspielern und Trainerteam. Sie wissen, in welchem Zimmer Tüting liegt und „ich lauf ja nicht weg“, hat der Mittelfeldspieler seinen Humor noch nicht verloren. „Es nützt ja nichts zu hadern“, sagt er.


0 Kommentare