Keine schmutzige Wäsche Ex-VfL-Trainer Maik Walpurgis: Heute kein Feiertag für mich


Osnabrück. Seit Montagvormittag ist Maik Walpurgis nicht mehr Trainer des VfL Osnabrück. Er zeigte sich „überrascht und enttäuscht“, reagierte aber auch bemerkenswert fair.

Seine Stimme war dünner als sonst. „Das kam für uns doch schon ziemlich überraschend“, sagte Maik Walpurgis Montagmittag. Wenige Stunden zuvor war der Fußballlehrer zusammen mit seinem Assistenten Ovid Hajou vom VfL Osnabrück freigestellt worden.

Taschen schon gepackt

Die Taschen für den Trip zum Auswärtsspiel bei Energie Cottbus am Dienstag (19 Uhr) waren schon gepackt, die Abreise für 10 Uhr avisiert, ehe Walpurgis und Hajou eine Stunde zuvor zu einem Gespräch mit VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend und Vizepräsident Uwe Brunn gebeten wurde, in dem ihnen die Trennung mitgeteilt wurde. (Weiterlesen: Nur einer flog früher beim VfL – Rudinski 1988 nach Startspiel entlassen)

Beurlaubte Trainer gehen in den ersten Tagen nach der ihnen offenbarten Entscheidung in der Regel nicht ans Telefon, doch Walpurgis wollte sich nicht verstecken. „Natürlich ist das heute kein Feiertag für mich. Dass ich enttäuscht bin, kann man sich leicht vorstellen“, äußerte der 41-jährige, dessen Vertrag vom VfL erst im vergangenen Februar bis 2017 verlängert wurde.

Trotz der verständlichen Enttäuschung wollte der gebürtige Herforder keine schmutzige Wäsche waschen. „Man muss Verständnis dafür haben, das ich mich jetzt noch nicht ausführlicher äußern möchte. Aber es bleibt dabei: Der VfL ist ein großartiger Verein. Ich traue der Mannschaft zu, dass sie in die Erfolgsspur zurückfindet und drücke ihr die Daumen“, sagte Walpurgis. (Weiterlesen: Enochs auf der Trainerbank – da war doch was?)

Zu wenige Punkte

Zusammen mit Hajou will Walpurgis in den nächsten Tagen die letzten Wochen eingehend analysieren. „Fakt ist, dass wir nach vier Spielen einfach zu wenig Punkte hatten, obwohl aus meiner Sicht eine Weiterentwicklung erkennbar war und wir insbesondere an Defensivstabilität gewonnen haben. Ein Knackpunkt war sicherlich das Pokalspiel gegen RB Leipzig. Bei erfolgreichem Ausgang, der ja möglich gewesen wäre, hätte uns das sicherlich den Aufschwung gebracht“, meinte Walpurgis.

Wechsel mit Nebengeräuschen

Der Coach war 2013 nicht ganz ohne Nebengeräusche vom benachbarten West-Regionalligisten Sportfreunde Lotte verpflichtet worden. Dort hatte er zuvor in fünf Jahren anerkannt gute Arbeit geleistet.


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