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Täter aus Kreis Steinfurt gesteht Feuerzeugwerfer ermittelt – Wird VfL Osnabrück Regress fordern?


Osnabrück. Elf Tage nach dem Abbruch des DFB-Pokalduells zwischen dem VfL Osnabrück und RB Leipzig haben szenekundige Beamte der Polizeiinspektion Osnabrück den Feuerzeugwerfer ermittelt, der für das vorzeitige Ende der Begegnung und die 0:2-Niederlage des VfL am Grünen Tisch verantwortlich ist. Dieser gab am heutigen Freitag laut Polizeiangabe ein Geständnis ab.

Am Freitagmorgen haben die Polizisten in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Osnabrück die Wohnung eines Tatverdächtigen durchsucht. Der aus dem Kreis Steinfurt stammende Heranwachsende wurde anschließend im Beisein des zuständigen Staatsanwaltes vernommen. Der Beschuldigte räumte dabei bereitwillig ein, das betreffende rote Feuerzeug aus der Ostkurve des Stadions in den Innenraum geworfen zu haben. Dieses hatte Schiedsrichter Martin Petersen in der 71. Minute des Pokalspiels am Kopf getroffen. Daraufhin kam es zunächst zur Spielunterbrechung und dann zum Spielabbruch. Der Schiedsrichter zog sich eine leichte Gehirnerschütterung zu. (Weiterlesen: VfL Osnabrück – Klares Zeichen gegen Gewalt)

Ist der Täter voll strafmündig?

Über das genaue Alter und die konkrete Herkunft des Täters macht die Polizei keine Angabe. Juristisch gesehen gelten Personen zwischen 18 und 20 Jahren als Heranwachsende. Grundsätzlich gelten Heranwachsende als voll strafmündig. Nur bei jugendlicher Unreife oder einer Reifeverzögerung wird das Jugendstrafrecht angewendet. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung dauern an. Anschließend wird die Akte der Staatsanwaltschaft übergeben.

Nachdem die szenekundigen Beamten der Polizeiinspektion Osnabrück in der Ermittlung vorangekommen waren, ohne den Täter ermitteln zu können, wurden die Experten des Landeskriminalamts eingeschaltet. In Kombination mit einem speziellen Hinweis aus der Bevölkerung kamen die Ermittler auf die richtige Spur. Mit seiner ausgefeilten Auswertungstechnik von Videos und Fernsehbildern konnte das Landeskriminalamt den Tatverdächtigen ermitteln. Dieser habe sich beim Verhör mit den szenekundigen Beamten der Polizeiinspektion Osnabrück kooperativ gezeigt. (Weiterlesen: VfL Osnabrück rechnet mit Teilausschluss der Fans)

Hohe Regressforderungen

Der Geständige kann sich auf hohe Regressforderungen seitens des VfL Osnabrück einstellen. Dessen Geschäftsführer Jürgen Wehlend hatte den finanziellen Schaden auf über eine halbe Million Euro beziffert – die garantierten Einnahmen von 268000 Euro beim Erreichen der 2. DFB-Pokalrunde eingerechnet. Ob die Lila-Weißen diese erreicht hätten, ist spekulativ. Beim Stande von 1:0 war der VfL 20 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit auf einem guten Weg zu einem möglichen Außenseitersieg. Diese große Chance hat ihm der Feuerzeugwerfer genommen.

Fans sollen Ruhe bewahren

VfL-Präsident Hermann Queckenstedt dankte der Polizei in einer ersten Pressemitteilung für die schnelle und erfolgreiche Ermittlungsarbeit. „Wir bedanken uns außerdem ausdrücklich bei den zahlreichen Personen, die Hinweise in diesem Zusammenhang gegeben haben“, führt Queckenstedt aus. „Sie haben damit nicht nur Verantwortung für den VfL übernommen, sondern auch die Ermittlungen maßgeblich unterstützt.“ Indes teilt Geschäftsführer Wehlend mit: „Wir werden selbst und möchten auch alle Fans darum bitten, nach dem Erfolg der Polizei Ruhe zu bewahren, Besonnenheit an den Tag zu legen und die weiteren Ergebnisse der Ermittlungen abzuwarten. Nun sollten wir zunächst den Fokus auf das Spiel gegen Rostock am Samstag legen und ein Zeichen für mehr Zivilcourage in deutschen Stadien setzen.“


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